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Eine Reise ins Heilige Land

Was ist noch heilig an diesem zerrissenen Land? Warum ist all das Heilige gerade hier geschehen, in einer Erdgegend, die auch damals nicht ein Hort des Friedens war? Sogar die Vorbereitung dessen, was die Zeitenwende bewirkt... [mehr]

Was ist noch heilig an diesem zerrissenen Land? Warum ist all das Heilige gerade hier geschehen, in einer Erdgegend, die auch damals nicht ein Hort des Friedens war? Sogar die Vorbereitung dessen, was die Zeitenwende bewirkt hat, hervorgehend aus dem auserwählten Volk, war verbunden mit heftigen Auseinandersetzungen, Eroberungen, Vertreibungen und anderen Brüchen. Zudem sind Hass, Aufhetzung des Volkes, Gefangennahme, Geißelung und gewaltsamer Tod Bestandteil des Heilsgeschehens selbst: von paradiesischen Zuständen im menschlichen Zusammenleben keine Spur!

Am Scheideweg: Islamkritik und interkultureller Dialog

Zum Erscheinen einer korankritischen Streitschrift des deutsch-ägyptischen Politologen Hamed Abdel-Samad

Hamed Abdel-Samad ist einem breiteren Publikum durch seine zahlreichen Bücher und Auftritte in TV-Diskussionsrunden bekannt, in denen er seine kritische Haltung zum politischen Islam verteidigt. Als Sohn eines streng gläubigen... [mehr]

Hamed Abdel-Samad ist einem breiteren Publikum durch seine zahlreichen Bücher und Auftritte in TV-Diskussionsrunden bekannt, in denen er seine kritische Haltung zum politischen Islam verteidigt. Als Sohn eines streng gläubigen sunnitischen Imams in Ägypten aufgewachsen, kam er Mitte der 1990er Jahre zum Studium nach Deutschland und absolvierte hier innerhalb weniger Jahre eine Konversion vom überzeugten Muslim, den die Freizügigkeit westlicher Gesellschaften zutiefst verunsicherte und in schwere Sinnkrisen stürzte, zu einem der profundesten Kritiker der islamischen Religion.

An der Grenze zum verbotenen Land

Zu Peter Handkes 75. Geburtstag

Peter Handke wird 75 Jahre alt. Wie kann das sein? Ist jemand mit 75 nicht schon sehr alt? Nicht Peter Handke. Er bleibt jung in seinen Werken, und wenn man ab und zu ein Bild von ihm sieht, in immer vorgeschritteneren Jahren,... [mehr]

Peter Handke wird 75 Jahre alt. Wie kann das sein? Ist jemand mit 75 nicht schon sehr alt? Nicht Peter Handke. Er bleibt jung in seinen Werken, und wenn man ab und zu ein Bild von ihm sieht, in immer vorgeschritteneren Jahren, darf einen das nicht stören.

Dass er jung bleibt, bedeutet nicht, dass er etwa immer derselbe bleibt. Nein, er ist immer ein anderer, und keines seiner Werke gleicht einem vorherigen. Mit jedem Werk betritt er ein Gebiet, das er noch nicht kennt. Sein Alter zeigt sich höchstens als Zunahme an Weisheit.

Er hat viel veröffentlicht, und kaum jemand wird alles gelesen haben. Das erste, was ich vor vielen Jahren von ihm entdeckte, war ›Die Geschichte des Bleistifts‹ (1982). Ich empfand sie wie eine Offenbarung aus der Literatur, die einerseits real zur Erde gehört, aber als Kunst sich ins Übersinnliche schwingt – eine bezaubernde Welt zwischen Himmel und Erde, aus der man jedes Mal reich beschenkt zurückkehrt.

Die geistige Enthauptung Mitteleuropas

Zu ›Zwischen Himmel und Erde: Die Finanzkrise‹ von Jose Martinez

Es gibt Themen, die sind gefährlich. Zu den gefährlichsten Themen in Mitteleuropa gehören sicherlich das Schicksal des deutschen Volkes und die Wirksamkeit der westlich geprägten Finanzwelt. Wer sich in diesem Themenbereich... [mehr]

Es gibt Themen, die sind gefährlich. Zu den gefährlichsten Themen in Mitteleuropa gehören sicherlich das Schicksal des deutschen Volkes und die Wirksamkeit der westlich geprägten Finanzwelt. Wer sich in diesem Themenbereich mit kritischen Fragen bewegt, läuft Gefahr, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Dafür gibt es durchaus Gründe, denn zum einen stützen sich Ideologen aus dem rechten Spektrum zum Teil auf ähnliche Beobachtungen, die schon Rudolf Steiner am Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht hat, und zum andern gibt es im anthroposophischen Umfeld Menschen, die dazu neigen, geisteswissenschaftliche Beobachtungen und rechte Ideologie zu einer kruden, vitalistischen Welt- und Lebensauffassung zu verbinden. Das ruft Gegenreaktion hervor, die wiederum ebenso radikal ausfallen können wie das, was Claudius Weise in dieser Zeitschrift als »identitäre Anthroposophie« bezeichnet hat. So gibt es auch Vertreter einer Art »linksliberaler Anthroposophie« die auf ihrem Feldzug gegen die Vereinnahmung der Anthroposophie durch rechte Gesinnungen gleich alle zeitgeschichtlichen Aussagen Rudolf Steiners mitentsorgen wollen und jeden, der deren Sinn nachspürt, der rechtspopulistischen Hetze bezichtigen, dabei jedoch in der Plumpheit der Argumentation ihren rechten Antagonisten in nichts nachstehen. Das Buch ›Zwischen Himmel und Erde: Die Finanzkrise‹ dürfte diesen Wächtern einer »reinen Anthroposophie«, also einer Anthroposophie, die von allem gereinigt ist, was ihrem linksliberalen Weltbild widerspricht, genug Material für neue Feldzüge geben.

»diu was als diu sunne lieht«

Herzeloyde in Wolframs von Eschenbach ›Parzival‹ – Erzählende Dichtung als Biografie

Parzivals Mutter Herzeloyde gilt allgemein als fiktive Gestalt des Dichters Wolfram von Eschenbach (* 1170; † 1220). Die geisteswissenschaftlichen Forschungen Rudolf Steiners weisen sie hingegen als historische Persönlichkeit... [mehr]

Parzivals Mutter Herzeloyde gilt allgemein als fiktive Gestalt des Dichters Wolfram von Eschenbach (* 1170; † 1220). Die geisteswissenschaftlichen Forschungen Rudolf Steiners weisen sie hingegen als historische Persönlichkeit aus, die im 9. Jahrhundert gelebt hat und die Reinkarnation von Julian Apostata ist. Ich gehe in meinen folgenden Überlegungen davon aus, Wolfram habe den von ihm gestalteten Ausschnitt aus Herzeloydes Biographie so erzählt, dass wir bei genauem Zusehen etwas von dem historischen Hintergrund und den karmischen Zusammenhängen wahrnehmen können.

Dionysius Areopagita und die Anthroposophie

Wer war der unbekannte Dionysius?

Welche Stellung haben die Schriften des Dionysius Areopagita innerhalb der Anthroposophie? Gab es eine historisch nicht nachweisbare Mysterienschule, durch die die Hierarchienlehre des Dionysius Hunderte von Jahren mündlich... [mehr]

Welche Stellung haben die Schriften des Dionysius Areopagita innerhalb der Anthroposophie? Gab es eine historisch nicht nachweisbare Mysterienschule, durch die die Hierarchienlehre des Dionysius Hunderte von Jahren mündlich weitergegeben wurde, bevor sie ein Schüler schriftlich niedergelegt hat? Michiel ter Horst, der Übersetzer dieser Schriften ins Niederländische, geht im vorliegenden Beitrag diesen Fragen nach und kommt zu einer interessanten Lösung.

Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde ein Schriftwerkveröffentlicht, dessen Verfasser den Namen ›Dionysius Areopagita‹ verwendete. Der tatsächliche Autor der Werke ist trotz zahlreicher Untersuchungen unbekannt geblieben. Ihr Verfasser identifizierte sich intensiv mit dem biblischen Dionysius – jenem Dionysius also, der laut der Apostelgeschichte mit großer Hingabe der berühmten Rede des Paulus über den unbekannten Gott zuhörte, sich durch ihn taufen ließ und ihm nachfolgte. Er identifizierte sich sogar so sehr mit der Zeit des Paulus, dass er behauptete, die Sonnenfinsternis zur Zeit von Christi Kreuzigungstod gesehen zu haben und mit Paulus und den anderen Aposteln bei der »Entschlafung Mariens« anwesend gewesen zu sein. Und in Anlehnung an die vierzehn Paulusbriefe verfasste der Autor Dionysius seine Abhandlungen ebenfalls in Form von vierzehn an die Zeitgenossen des Paulus gerichtete Briefen.

Nag Hammadi

Zur Gnosis in Spätantike und Gegenwart

Das 20. Jahrhundert gab, bei all seinen abgründigen, schier endlosen Verfinsterungen, doch auch Aussichten frei auf Vergangenheiten, auf die nun – durch entsprechende Entdeckungen – ganz neues, helles Licht fallen kann.... [mehr]

Das 20. Jahrhundert gab, bei all seinen abgründigen, schier endlosen Verfinsterungen, doch auch Aussichten frei auf Vergangenheiten, auf die nun – durch entsprechende Entdeckungen – ganz neues, helles Licht fallen kann. Die Existenz von Essenern oder Therapeuten, von Manichäern und eben auch frühchristlichen Gnostikern war immer schon, aus spätantiken Überlieferungen, leidlich bekannt. Dann aber kamen, durch Forschungsexpeditionen oder Zufallsfunde, zahlreiche Schriftrollen und Kodizes ans Licht, welche die Sprache jener religiösen Gruppen unverfälscht wiederzugeben versprachen: Manichäisches fand sich im zentralasiatischen Turfan und in Dunhuang (1902-1913) wie auch im ägyptischen Terenouthis nahe Medinet Madi (Ende der 1920er Jahre); Essenisches im heute israelisch-palästinensischen Qumran am Toten Meer (1947-1956); Zeugnisse dann auch der christlichen Gnosis in der Nähe des ebenfalls ägyptischen Nag Hammadi (1945/46).

Die Bereiche und die Stufen der höheren Erkenntnis

Andreas Heertsch hat in die Drei 11/2016 einen höchst willkommenen Beitrag ›Zur Skalierbarkeit von Imagination, Inspiration und Intuition‹ gegeben. Wie er überzeugend darstellt, können wir von unterschiedlichen Tiefen... [mehr]

Andreas Heertsch hat in die Drei 11/2016 einen höchst willkommenen Beitrag ›Zur Skalierbarkeit von Imagination, Inspiration und Intuition‹ gegeben. Wie er überzeugend darstellt, können wir von unterschiedlichen Tiefen dieser Begriffe sprechen. Imagination, Inspiration und Intuition »fangen im alltäglichen Bewusstsein an und hören bei dem von Rudolf Steiner Beschriebenen nicht auf«. In einem früheren Aufsatz habe ich auf einen Bereich der höheren Erkenntnis hingewiesen, der sich zwischen dem Normalbewusstsein und den höheren Bewusstseinszuständen befindet. Neben den Stufen der höheren Erkenntnis können wir also drei Bereiche der höheren Erkenntnis unterscheiden. Im Weiteren werde ich meinen früheren Ansatz mit dem von Heertsch zusammenfügen: Imagination, Inspiration und Intuition können so skaliert werden, dass sie jeweils drei Arten von Tiefe haben, die den drei Bereichen entsprechen.

Atemübungen als Schulungsmethode?

Vom Suchen und Finden bei Rudolf Steiner und anderswo

Auch wenn Rudolf Steiner eine eigentliche Atemschulung deutlich ablehnt, gibt er eine reichliche Anzahl von Übungen dazu. Wie ist das zu verstehen? Was kann man dabei erfahren? Und in welchem Verhältnis stehen diese Übungen... [mehr]

Auch wenn Rudolf Steiner eine eigentliche Atemschulung deutlich ablehnt, gibt er eine reichliche Anzahl von Übungen dazu. Wie ist das zu verstehen? Was kann man dabei erfahren? Und in welchem Verhältnis stehen diese Übungen zu anderen Traditionen sowie zur Eurythmie und den ihr innewohnenden besonderen Möglichkeiten der Atembewegung und -gestaltung?

Atemübungen spielen in vielen Meditations- und Körperschulungen eine wichtige Rolle. Der kontrollierende Umgang mit der Atmung kann eine starke Wirkung auf die Körperlichkeit wie auf das seelische Befinden haben. Von Krankenkassenprogrammen gegen Rückenschmerzen oder erhöhten Blutdruck, zur Regeneration und zum Stressabbau bis zu diversen alternativen Atemtherapieverfahren sind Atemübungen deshalb heute integraler Bestandteil eines bewussten Umgangs mit der eigenen Leiblichkeit. Auch in so gut wie jeder Meditationsschule gibt es ein Kapitel zur Atmung.

Illusion und Inspiration

Anthropomorphe und kryptoreligiöse Motive des Transhumanismus

»Die Wissenschaft denkt nicht«: Dieser starke Satz Martin Heideggers kam mir schon während meiner Studienzeit in München des Öfteren in den Sinn, wenn mein anfänglicher Respekt vor Mathematik- oder Physikstudenten bei... [mehr]

»Die Wissenschaft denkt nicht«: Dieser starke Satz Martin Heideggers kam mir schon während meiner Studienzeit in München des Öfteren in den Sinn, wenn mein anfänglicher Respekt vor Mathematik- oder Physikstudenten bei gemeinsamen Verständnisbemühungen in Philosophie-Arbeitskreisen wie Butter in der Sonne dahinschmolz. Gerade neuerdings drängte sich mir der Satz erneut auf, diesmal aber nicht angesichts verzeihlicher studentischer Unreife, sondern angesichts eines Artikels mit dem Titel ›Unsere Nachfahren werden Maschinen sein‹, der am 23. Oktober in der ›Neuen Zürcher Zeitung‹ erstmals in deutscher Übersetzung ganzseitig publiziert wurde. Bei seinem Autor, Martin Rees, handelt es sich jedoch nicht um einen wissenschaftlichen Anfänger, sondern um einen der renommiertesten Wissenschaftler der Gegenwart. Der 1942 in York geborene Astronom der Cambridge University wurde seit 1984 aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeit mit hochdotierten Auszeichnungen − vom Albert Einstein World Award of Science (2003) bis zur Isaac Newton Medaille (2012) − geradezu überhäuft, schliesslich sogar in den Adelsstand erhoben worden (Baron Rees of Ludlow) und war ein halbes Jahrzehnt, von 2005 bis 2010, Präsident der Royal Society (PRS), der bedeutendsten britischen Gelehrtengesellschaft.

Welten-Wechsel

Ein Samstag in Stuttgart

Ein freier Samstag in Stuttgart und die Möglichkeit, bei der ›VR Expo‹ in virtuellen Welten herumspazieren zu können – ein Fingerzeig, sich doch einmal mit einem verhältnismäßig unvertrauten Ambiente auseinanderzusetzen?... [mehr]

Ein freier Samstag in Stuttgart und die Möglichkeit, bei der ›VR Expo‹ in virtuellen Welten herumspazieren zu können – ein Fingerzeig, sich doch einmal mit einem verhältnismäßig unvertrauten Ambiente auseinanderzusetzen? Neugierig machten wir uns auf den Weg. Ein Einkaufszentrum – das ›Gerber‹ – als Ausstellungsort. Hinter bunten Turnschuhen befanden sich verschiedene Stände, ein paar Aufsteller mit bunten Bildern und spacig klingenden Namen – und Tische mit Computern. Ziemlich unspektakulär auf den ersten Blick.

Zu diesem Heft

Während die politischen Entwicklungen unserer Zeit zunehmend von Unvorhersehbarkeit geprägt sind, scheint der technische Fortschritt unaufhaltsam seinen Gang zu gehen – hin zu künstlich erzeugten Welten, die das menschliche... [mehr]

Während die politischen Entwicklungen unserer Zeit zunehmend von Unvorhersehbarkeit geprägt sind, scheint der technische Fortschritt unaufhaltsam seinen Gang zu gehen – hin zu künstlich erzeugten Welten, die das menschliche Bewusstsein immer mehr in Beschlag nehmen, während die Wirklichkeit zunehmend von Maschinen beherrscht wird. Inwiefern diese Zukunftsvision aber nicht nur höchst fragwürdig ist, sondern auch irreführend und illusionär, zeigen Ulrike Wendt und Roland Halfen in ihren einleitenden Essays – bevor erstere in einem weiteren Beitrag den eigentlichen Schwerpunkt dieses Heftes eröffnet, der alten und neuen Wegen zum Geist gewidmet ist.