Artikel 25 - 36 von 12893
Anzeigen:Alle Artikel

#EyeToo

Ich will gerade die Straße überqueren, da trifft mich ein blauer Lichtstrahl. Unwillkürlich schaue ich mich um, nach einer Radarfalle – aber, Gott im Himmel, ich bin doch zu Fuß unterwegs. Dann suche ich tatsächlich... [mehr]

Ich will gerade die Straße überqueren, da trifft mich ein blauer Lichtstrahl. Unwillkürlich schaue ich mich um, nach einer Radarfalle – aber, Gott im Himmel, ich bin doch zu Fuß unterwegs. Dann suche ich tatsächlich den Himmel ab, ob vielleicht eine Drohne ...? Nach dem Blitz kommt der Donner, prasselnd geht der Hagel nieder, es ist ein Gewitter. Ein erschreckender Jahresbeginn, Anfang 2018. Obwohl ich elektronisch abstinent lebe und dies keineswegs als Verzicht, sondern als Wohltat empfinde, nehme ich offensichtlich teil am Wahnsinn der Zeit. Wie könnte es sonst sein, dass ich eine überraschende Lichterscheinungn automatisch als technisch verorte? Das blaue Licht spottet meiner Geistesgegenwart.

Zu diesem Heft

Als ich vor einiger Zeit Karl-Martin Dietz fragte, wann er denn endlich wieder etwas für uns schreiben werde, erwiderte er scherzhaft: »Wenn die Drei endlich mein letztes Buch bespricht!« Diese Schuld tragen wir nunmehr... [mehr]

Als ich vor einiger Zeit Karl-Martin Dietz fragte, wann er denn endlich wieder etwas für uns schreiben werde, erwiderte er scherzhaft: »Wenn die Drei endlich mein letztes Buch bespricht!« Diese Schuld tragen wir nunmehr ab, und zwar in einem Heft, für das der Titel dieses Buchs als alternatives Motto dienen könnte: ›Wie Menschen frei werden‹. So fragt Klaus Herbig, wie man als Psychotherapeut zu einer Wirksamkeit findet, die nicht von der Umsetzung überkommener Lehrmeinungen und bewährter Methoden, sondern von unverstellter Wahrnehmung des Klienten und den eigenen, schöpferischen Intuitionen geprägt ist. Martina Maria Sam zeigt in einem grundsätzlichen Beitrag, wie die innere Befreiung im Rahmen des anthroposophischen Schulungsweges erreicht werden kann: nämlich durch das selbstlose Einleben in ganz fremde, ja gegensätzliche Standpunkte, wie sie beispielhaft im Kreis der zwölf Weltanschauungen gegeben sind. Und Gunhild von Kries schildert anschließend, wie eine solche selbstlose Offenheit dazu befähigen kann, den umgekehrten Zeitstrom zu erleben und Zukunftskräfte in sich aufzunehmen.

Erkennen statt Beruhigen

Zu ›Abschied von der Meister-Autorität‹ von Christoph Hueck in die Drei 3/2017

Josef Gelmi:Cusanus – Leben und Wirken des Universalgenies Nikolaus von Kues

Cusanus in Kürze

Beat Frei:Das Volksmärchen und die Entwicklung des Herzdenkens

Vielfältige Anregungen

Walter Weber:Der Druide von Aiona – Eine hybernische Einweihung

Erinnerungen an ein früheres Leben

Steffen Hartmann:Die Michael-Prophetie Rudolf Steiners und die Jahre 2012 bis 2033

Reales Schicksalsnetz

Kurz notiert

Wachsamkeit

Ich und Europa X

Wachsamkeit west als Gegenwart des Ich. In dieser Gegenwart knospet das Ich in jedem Augenblick als Freiheit von sich selbst und von anderem, jenseits von innen und außen: generative Leere eines bewussten Wollens, das in... [mehr]

Wachsamkeit west als Gegenwart des Ich. In dieser Gegenwart knospet das Ich in jedem Augenblick als Freiheit von sich selbst und von anderem, jenseits von innen und außen: generative Leere eines bewussten Wollens, das in der empfindsamen Begegnung mit jedem Augenblick, Ereignis oder Wesen zu einer konkreten Form der Freiheit blühen kann; empfindsame, wache und freie Begegnung, die – durch ein denkendes Tätigsein entstehend – den uneingeschränkt dialogischen Charakter der authentischen Natur des Denkens offenbart. Die Bildung und Pflege dieses wachsamen, warmen Wollens, dieses dialogischen, lichtvollen Denkens, d.h. eine Kultur der denkenden Wachsamkeit im Ich, will ich als eigenen Klang von Europas Schicksal wahrnehmen.

Netzwerk einer verkannten Stadt

Zur Ausstellung ›revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912-1933‹ im Sprengel Museum Hannover

Nach meiner ersten Besichtigung der Ausstellung habe ich mich gefragt: Welche Art der Darstellung war für dich am eindrücklichsten, welches Werk wirst du als Besonderheit in Erinnerung behalten? Das dunkle Ölgemälde mit... [mehr]

Nach meiner ersten Besichtigung der Ausstellung habe ich mich gefragt: Welche Art der Darstellung war für dich am eindrücklichsten, welches Werk wirst du als Besonderheit in Erinnerung behalten? Das dunkle Ölgemälde mit den ausdrucksstarken Gesichtern oder die archetypisch wirkende Maske? Die in Öl auf Sperrholz gemalte alte Frau im Bett oder der Frauenkopf aus rotem Stein? Die völlig abstrakte Komposition mit Holzrahmenfragment und Holzkugelsegment oder das Foto von einem dürren Bäumchen in karger Winterlandschaft? Das realitätsnahe Bild einer Menschenschlange vor dem Arbeitsamt oder das stark vereinfachte, von Farbflächen geprägte Plakat? Was muss das für eine gärende Zeit in Hannover gewesen sein, in der all diese unterschiedlichen Werke geschaffen oder ausgestellt wurden!

Das Färberlein als erster Filmregisseur

Zur Ausstellung ›Tintoretto – A Star Was Born‹ im Wallraf-Richartz-Museum Köln

Venedig war eine der bevölkerungsreichsten Großstädte Europas, als Jacopo Robusti 1518 oder 1519 geboren wurde – als Sohn eines Färbers, daher sein Künstlername »Tintoretto« (»Färberlein«). Bereits 1538, also... [mehr]

Venedig war eine der bevölkerungsreichsten Großstädte Europas, als Jacopo Robusti 1518 oder 1519 geboren wurde – als Sohn eines Färbers, daher sein Künstlername »Tintoretto« (»Färberlein«). Bereits 1538, also mit etwa 20 Jahren, war er ein ausgewiesener Meister mit eigener Werkstatt. Das war auch nötig, um sich gegen die allgegenwärtige Konkurrenz durchzusetzen, denn Venedig war ebenso eine der europäischen Hauptstädte der Kunst.