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Katerina Poladjan und Henning Fritsch:Hinter Sibirien. Eine Reise nach Russisch-Fernost

Fern gelegener Umbruch

Hans Christian Zehnter:Lichtmess – Essay zum Wesen des Lichtes

Anspruchsvolle Auseinandersetzung

Andreas Pfäfflin:Ich – Leib – Person. Integrale Wirklichkeit von Ich und Leib vor Zeit und Raum – in Zeit und Raum – über Zeit und Raum hinaus

Der Quantensprung des Ich

Kurz notiert

Begehbares Gedankengebäude

Zur Jakob-Böhme-Ausstellung in Dresden

›ALLES IN ALLEM. Die Gedankenwelt des mys­tischen Philosophen Jacob Böhme‹ lautet der Titel der Ausstellung, welche die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der... [mehr]
›ALLES IN ALLEM. Die Gedankenwelt des mys­tischen Philosophen Jacob Böhme‹ lautet der Titel der Ausstellung, welche die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der wiederauf­gebauten Schlosskapelle des Residenzschlosses zeigen, die damit erstmals museal genutzt wird. Die Ausstellung ist auch ein Beitrag zum Lutherjahr 2017, denn der aus der Oberlausitz stammende Jakob Böhme (1575–1624) war ein – wenn auch kritisch denkender – Luthe­raner. Wie viele seiner Zeitgenossen sah er die Notwendigkeit, die Idee der Reformation zu er­neuern. Der sich entwickelnde Materialismus brachte einschneidende naturwissenschaftliche Erkenntnisse hervor. Gegen den harten Wider­stand der katholischen Kirche löste das helio­zentrische das geozentrische Weltbild ab und im Jahre 1600 wurde Giordano Bruno auf dem
Scheiterhaufen verbrannt. Böhme sah jedoch keinen Widerspruch zwischen Naturwissen­schaft und Religion, da er Naturerforschung mit Gotteserkenntnis zu verbinden suchte. 

Brentanos Studio im Goetheanum

Øya – 77 Bilder von Hannes Weigert

77 Bilder in vier dreireihigen Blöcken, direkt unter dem Gipfel des Westtreppenhauses im Goetheanum, unterhalb des roten Fensters, im Dämmerlicht. 77 Bilder in (fast)... [mehr]
77 Bilder in vier dreireihigen Blöcken, direkt unter dem Gipfel des Westtreppenhauses im Goetheanum, unterhalb des roten Fensters, im Dämmerlicht. 77 Bilder in (fast) gleichem Format. 77 Farbflächen, mal mehr, mal weniger differenziert. Verhaltene Grau-, Grün- und Rottöne dominieren. Manchmal kommt Weiß hinzu. Im Dämmerlicht des Treppenhauses wirken sie stumpf und transparent zugleich. Mal öffnen sie sich, mal verschließen sie sich – je nach den momentanen Lichtverhältnissen, aber auch je nachdem, wie ich gerade schaue. Mal mehr, mal weniger deutlich erkennt man einen Kopf. Oder das Fragment eines Kopfes, dessen ganzer Umriss nur zu erahnen ist – wie der ganze Mond angesichts der schmalen Sichel. Was man sieht (oder zu sehen meint), ist ein Hinterkopf, von schräg hinten »aufgenommen«, so dass sich ein meist nach rechts gerichtetes Profil gerade noch andeutet. Mal sitzt es fast mittig im Bild, mal mehr links, gelegentlich aber auch auch ganz nahe am rechten Bildrand. An weiteren Details sind höchstens
Ohren, manchmal noch Haare auszumachen. In die Augen kann man (fast) nie schauen. Die vier letzten Bilder scheinen den Kopf en face zu zeigen, doch das Antlitz bleibt leer.

Die Elfe und der Zyklon

Ich bin auf der Suche nach einer Elfe – der Bienenelfe. Woran erkennt man eine Elfe? Wie sieht sie aus? Ich habe mich vorab informiert • im Grimmschen Wörterbuch: das... [mehr]
Ich bin auf der Suche nach einer Elfe – der Bienenelfe. Woran erkennt man eine Elfe? Wie sieht sie aus? Ich habe mich vorab informiert • im Grimmschen Wörterbuch: das Wort »meint bezaubert, zauberhaft angeblickt«; • bei Rudolf Steiner: »In dem geistig tönend bewegten Luftelemente finden sie ihre Heimat und nehmen dabei dasjenige auf, was die Kraft des Lichtes in diese Luftschwingungen hinein schickt«; • weiter zur Frage von Luft und Licht bei Jochen Bockemühl: »Die Eigenart der Luft besteht also darin, [...] dem Anderen Platz zum Erscheinen zu lassen. [...] Diese schafft die innere Bereitschaft, dass das in der Welt Erscheinende sich in uns als ein Bild offenbaren kann, welches durch das Erleben von einem Wesen kündet«; • und vorsichtshalber habe ich mir auch noch einmal die zauberhaft schönen Elfenkinderbücher von Daniela Drescher angeschaut, wo die Elfen zierlich, schlank und zart erscheinen und natürlich mit eigenen Flügeln fliegen.

Welch glückliche Fügung

Ich und Europa VIII

Welch glückliche Fügung, dass ich hier geboren bin. In München. In Europa. Welch zauberhaftes Schicksal, bisher keinen Krieg erlebt zu haben. In meinem Leben. Am eigenen Leib. Welch... [mehr]
Welch glückliche Fügung, dass ich hier geboren bin. In München. In Europa. Welch zauberhaftes Schicksal, bisher keinen Krieg erlebt zu haben. In meinem Leben. Am eigenen Leib. Welch rührende Verwöhnung des Wohlstands.
In meiner Geschichte. In meinem Portemonaie. Ich kann nicht klagen. Ich kann nur dankbar sein. Für all dies. Eigentlich. Eigentlich gibt es auch kein großes Aber. Mit Nietzsche würde ich gerne nur noch ein Ja-Sagender sein. Jedoch: Ich bin noch ein Aber-Sagender, und, was vielleicht noch schlimmer ist, ein Aber-Denkender. Ein Aberdenkender im Abendland. Wo führt das hin? Ins Aber-Land? Klingt nicht so gut und schön und wahr. Ich bin zwar viel unterwegs, aber kein großer Reisender, kein Abenteurer, kein Eroberer. In die große weite Welt schau ich meist nur durch den Fern-Seher oder im WeWeWe. Einmal war ich in Südamerika, in Buenos Aires und Montevideo. Und
viermal in Nordamerika, in Alaska, New York und jüngst in Kalifornien. C’est tout. Ziemlich europäisch unterwegs, würde ich sagen. Das Gefühl, »am Ende der Welt« zu sein in Alaska, war freilich faszinierend. Und so ereignen sich
also die unterschiedlichsten Blicke über den Tellerrand, heraus aus dem eigenen Aufwuchs-Tal, so werden die vielfältigsten Horizonte entdeckt und erkundet und so formt sich ein Bild von der Welt und mir als Mensch darin. Ich
verorte mich örtlich, sozial und geistig. 

Diesel, Eier und Katar

Eine Zwergenimagination

Es war einmal, liebe Kinder, da lebte im wilden Westen Europas ein sagenhaftes Wesen, das nannte sich Willensfreiheit. Es war beheimatet im menschlichen Bewusstsein. Alle Bewohner des Westens,... [mehr]
Es war einmal, liebe Kinder, da lebte im wilden Westen Europas ein sagenhaftes Wesen, das nannte sich Willensfreiheit. Es war beheimatet im menschlichen Bewusstsein. Alle Bewohner des Westens, selbst die bravsten Bürger, trugen es in sich oder zumindest mit sich durch die Welt. »Wir können denken was wir wollen«, sagten sich die Leute, und so wollten sie auch, was sie denken konnten – Frieden zum Beispiel oder Gerechtigkeit, ein gutes Leben für alle auf Erden ... Da kam eines Tages ein stiefmütterlicher Erdkonzern auf die Idee, eine alte Ölplattform, die niemand mehr brauchte, im Meer zu versenken. »Dies wollen wir nicht«, sagten sich die Bewohner des Westens. »Denkt nicht an die Umwelt, denkt mal an die Kosten«, verkündeten die bösen Konzernlenker: »Was ihr dann zahlen müsst, wenn wir das nicht ins Meer werfen ...« Dazu winkten sie mit dem Geldbeutel, um die Leute das Fürchten zu lehren. »Das wollen wir doch mal sehen!« antworteten die willensfreien Menschen. Und was taten sie dann? Riefen sie etwa zum bewaffneten Widerstand auf und fackelten die Ölplattform gleich selber ab? Nein, sie gingen alle miteinander nur
ein einziges Wochenende woanders tanken, darauf besann sich der böse Konzern – und die Ölplattform wurde nicht ins Meer geworfen. So war das damals hinter den sieben Bergen, bei den Millionen Zwergen des freien Willens. Mit ihren kleinen Gedankenhämmerchen bewegten sie alle Dinge der Welt. Ja, ganz ohne Internet, liebe Kinder, stellt euch das vor!

Identitäre Anthroposophie

Was in der Anthroposophischen Bewegung leider vorgeht

Innerhalb der anthroposophischen Presse­landschaft nimmt das von der Initiative ›Entwicklungsrichtung Anthroposophie‹ herausge­gebene ›Ein Nachrichtenblatt‹ eine eigentüm­liche... [mehr]
Innerhalb der anthroposophischen Presse­landschaft nimmt das von der Initiative ›Entwicklungsrichtung Anthroposophie‹ herausge­gebene ›Ein Nachrichtenblatt‹ eine eigentüm­liche Stellung ein. Die als elektronische Datei verschickte Zeitschrift wurde 2011 ins Leben ge­rufen, nachdem die Herausgeber der Wochenschrift ›Das Goetheanum‹ verkündet hatten, dass die Nachrichten für Mitglieder – bekannt als: ›Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht‹ – nicht mehr als wöchentliche Beilage erscheinen, sondern in den öffentlichen Teil integriert werden sollten. Damit war nach Auffassung der Initiatoren eine spezifische Korrespondenz für Mitglieder, wie sie von Rudolf Steiner angeregt worden war, nicht mehr gegeben. Dass die Wochenschrift überwiegend von Mitgliedern gelesen wird und umgekehrt ›Ein Nachrichtenblatt‹ auch von Nichtmitgliedern bezogen werden kann, hielt die Initiatoren nicht davon ab, zu erklären: »Wir setzen mit der damit gekennzeichneten Veröffentlichungsform ›spezifisch für Mitglieder‹ [...] an einer Arbeitsrichtung an, welche durch eine offizielle Mitgliederbeilage – gemeint ist die wöchentliche, nun in die Wochenschrift hineinfusionierte – nicht mehr betreut wird. Es ist nicht möglich, etwas zu konkurrenzieren, was nicht existiert.« Führt man sich überdies vor Augen, dass alle deutschsprachigen Landesgesellschaften eigene Mitteilungsblätter herausgeben und regelmäßig ›Anthroposophie weltweit‹ als internationales Nachrichtenblatt für Mitglieder der Wochenschrift beiliegt, drängt sich der Eindruck auf, hier werde weniger eine Lücke gefüllt als Haar­spalterei betrieben.

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Templerimpulse und Templerindividualitäten

Offene Karmafragen in Vergangenheit und Gegenwart

Von 1307 bis 1314 währten die Prozesse gegen den Templerorden. Veranlasst durch den damaligen König von Frankreich, Philipp den Schönen, wurden die Templer... [mehr]
Von 1307 bis 1314 währten die Prozesse gegen den Templerorden. Veranlasst durch den damaligen König von Frankreich, Philipp den Schönen, wurden die Templer grausam gefoltert und hingerichtet. Am 18. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Ordens, Jacques de Molay, zusammen mit Geoffroy de Charney in Paris öffentlich verbrannt. Der Orden war schon 1312 auf dem Konzil von Vienne aufgehoben worden. Viele Rätsel ranken sich bis heute um die Impulse und die Ziele der Templer sowie ihre brutale Vernichtung. In den letzten Jahren erschienen verschiedene Werke und Aufsätze von anthroposophischen Autoren zu dieser Thematik, insbesondere auch karmische Betrachtungen zur Individualität Jacques de Molays. Bis heute bestehen jedoch eklatante Widersprüche in diesen Darstellungen, die bisher nicht weiter aufgeklärt und bearbeitet wurden. Man kann den Eindruck haben, dass 700 Jahre nach der Vernichtung des Templerordens die geistige Welt uns die Aufgabe gestellt hat, Licht in das Dunkel zu bringen, bis hin zu konkreten karmischen Erkenntnissen. Die Frage ist aber, ob da nicht zunächst eine Chance vertan wurde, da die sich widersprechenden Darstellungen bis heute weitgehend unvermittelt nebeneinander stehen, ja die beteiligten Autoren sich zum Teil nicht einmal aufeinander beziehen, sodass vielleicht mehr Verwirrung entstanden ist als wirkliche Klärung, und auch die geistige Welt ihre Tore zunächst wieder verschlossen hat.