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Fundstück XXXII: Dann ist die Sonne wirklich da

»Vom Osterfeste an ist die Sonne wirklich da, in voller Kraft. Alles, was im Sommer geschieht, ist eine Epoche, die zusammenhängt mit der früheren Periode, in der es [die] Vereinigung [von Sonne und Erde] gab. Und der... [mehr]

»Vom Osterfeste an ist die Sonne wirklich da, in voller Kraft. Alles, was im Sommer geschieht, ist eine Epoche, die zusammenhängt mit der früheren Periode, in der es [die] Vereinigung [von Sonne und Erde] gab. Und der Winter ist das Reich des Dunkels, was jetzt der Erde zukommt, sodass der Mensch zur Weihnachtszeit sich sagen kann: Hier geschieht jedes Jahr etwas, wie damals, als die Sonne wegging. Daher wird jedes Jahr die der Erde zukommende Ätherkraft weggezogen. Das Weihnachtsfest hat nicht bloß eine symbolische, sondern auch eine natürliche Bedeutung. Da zieht sich vom Menschen eine Kraft zurück, die ihm sonst zukommt.  Eine natürliche Folge ist, dass der Mensch diesem veränderten Leben der Erde sein Leben anpasst. Wenn der Schüler soweit ist, muss er darauf achten. Der Mensch muss von innen heraus die Kräfte entfalten, die ihm sonst von außen zuströmen. Er muss den Quell in sich entfalten. Dieser Quell muss in der Winterzeit gepflegt werden. Zum Ende des Winters muss er sich reif gemacht haben, das äußere Leben wieder zu empfangen. Dies ist in den Festen ausgedrückt. Christus ist das Aufleben der inneren Ätherkräfte und wird in die Zeit versetzt, in der die Erde am wenigsten Kräfte ausgibt. Zu der Zeit um Ostern muss der Mensch Leben dem Leben entgegenbringen. In diesem festlichen Jahr merkt der Mensch eines: Hier geht in ihm eine Kraft auf, welche auch von außen auf ihn einströmt. Da erinnert sich der Mensch an die Zeit, als er noch eins war mit der Sonne. Der Mensch war im Schoße der Götter; dann hatte er sich abgespalten zugleich mit der Erde, und muss jetzt von innen heraus anfangen zu leuchten.« – So lauten in der Mitschrift von Olga von Sivers mündliche Ausführungen, die Rudolf Steiner während eines Privatvortrages für die beiden Sivers-Schwestern am 23. Juni 1905 in Berlin gegeben hat.

Auf offenen Wegen zu verborgenen Orten

Unterwegs mit Edgar Harwardt, dem Gärtner von Stuttgart

Ich kam aus München, wo ich den mir schon ein wenig vertrauten Weg vom Hauptbahnhof zum Lenbachhaus gegangen bin – für mich das Museum von München. Mit Marc, Münter, Kandinsky und bayerischer Volkskunst im... [mehr]

Ich kam aus München, wo ich den mir schon ein wenig vertrauten Weg vom Hauptbahnhof zum Lenbachhaus gegangen bin – für mich das Museum von München. Mit Marc, Münter, Kandinsky und bayerischer Volkskunst im Hintergrund bin ich wieder mit der Beuys-Installation ›zeige deine Wunde‹ ins Gespräch gegangen, die einst aus dem Münchener Untergrund unter heftiger Anteilnahme nicht nur der Bajuwaren hierher aufgestiegen ist: Reinigung durch Tod und Auferstehung. Und ich stand dort auch vor der zum bundesrepublikanischen Mythos gewordenen Badewanne von Beuys, diesem Reinigungsinstrument, dessen Wunden er behandelt hat. – Der nächste Tag fand im Museum Brandhorst sein Zentrum, das in fantastischen Räumen Cy Twomblys Bilder zur Seeschlacht von Lepanto beherbergt, auf denen die leuchtenden Farben auf weißem oder türkisblauem Grund unaufhaltsam zerrinnen. Und seine auf riesigen Leinwänden geballten ›Gewitter der Rosen‹, die – darauf machte mich meine Begleiterin aufmerksam – mit den Farben der zwischen ihnen wandelnden Menschen wunderbar korrespondieren: »Auf einer fremden Erde / Zwischen Rosen und Schatten« (Ingeborg Bachmann). Dort saß ich auch lange im Museumsbistro, in ein bohrendes Gespräch vertieft – über Sinn und Möglichkeit, sich selbst zum Projekt zu machen, ohne seine Verantwortung für die Welt zu vernachlässigen.

»Das Atelier ist zwischen den Menschen«

Ein Versuch, was Sozialkunst heute sein könnte

»Über die soziale Kunst lässt sich heute kaum schon Konkretes sagen, weil sie, sieht man von Ausnahmen wie Joseph Beuys ab, noch nicht einmal in Ansätzen realisiert wird.« Zu dieser Einschätzung kommt Diether Rudloff... [mehr]

»Über die soziale Kunst lässt sich heute kaum schon Konkretes sagen, weil sie, sieht man von Ausnahmen wie Joseph Beuys ab, noch nicht einmal in Ansätzen realisiert wird.« Zu dieser Einschätzung kommt Diether Rudloff in seinem kenntnisreichen Werk ›Die Parabel der sieben Künste‹. Darin verweist er sie auf den Platz der größten aber auch fernsten Kunst in der von Rudolf Steiner gemeinten Menschheits- und Kulturentwicklung. Über diese soll der sich allerdings – ganz im Gegensatz zu den vielfältigen Äußerungen über Kunst – nur andeutungsweise geäußert haben. Generell gilt demnach, dass die Kunst der Zukunft als Mittler zwischen Wissenschaft und Natur ein ganz neues Reich schaffen wird: »das Reich des Sinnlichen im Gewande des Göttlichen«.

Auf dem Weg zu einem neuen Arbeitsbegriff

Zu ›Soziale Zukunft: Das Bedingungslose Grundeinkommen‹

»Wie wollen wir künftig miteinander leben und arbeiten?« – so regt ein neuer Sammelband aus dem Verlag Freies Geistesleben auf seinem Buchrücken den Leser zu einer vertieften Betrachtung der Thematik des Bedingungslosen... [mehr]

»Wie wollen wir künftig miteinander leben und arbeiten?« – so regt ein neuer Sammelband aus dem Verlag Freies Geistesleben auf seinem Buchrücken den Leser zu einer vertieften Betrachtung der Thematik des Bedingungslosen Grundeinkommens an. Der Herausgeber Philip Kovce spricht in seinem kurzen Vorwort davon, dass die Debatte Åtüberraschende Übereinstimmungen ebenso bereithält wie ärgerliche Missverständnisse«. Ersteres kann jeder Leser nachvollziehen, doch worin die »ärgerlichen Missverständnisse« bestehen bleibt leider ungewiss, zumal auch die Befürworter in vieler Hinsicht verschiedene Modelle und Positionen vertreten. In alphabetischer Reihenfolge sind 30 Plädoyers von Autorinnen und Autoren veröffentlicht, 21 von Befürwortern und 9 von Kritikern des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).

Wenn Gedanken handgreiflich werden

Fünf Anmerkungen zum ›Manifest zum Grundeinkommen‹

Wenn ich etwas unbedingt will, wirkt es gewollt. Wenn ich nicht so genau weiß, was ich will, nicht einmal, ob ich leben will, dann tauge ich nicht für das Grundeinkommen. In der Ehe wirkt die Liebe gewollt – wenn ich... [mehr]

Wenn ich etwas unbedingt will, wirkt es gewollt. Wenn ich nicht so genau weiß, was ich will, nicht einmal, ob ich leben will, dann tauge ich nicht für das Grundeinkommen. In der Ehe wirkt die Liebe gewollt – wenn ich nicht weiß, ob ich meinen momentanen Partner ein Leben lang an meiner Seite haben will, tauge ich nicht für die Ehe. Obwohl es beim Grundeinkommen und in Ehen natürlich weniger um die Tauglichkeit eines Menschen geht als um die Tauglichkeit eines gemeinsamen Entschlusses. Oder eigne ich mich, wenn ich nicht weiß, was ich will, für das Grundeinkommen gerade besonders gut? Denn seine Quelle wie sein Ziel ist die Freiheit, und die ist auch die Freiheit des Anderswollenden oder gar des nichts Wollenden. Freiheit ist auch die Freiheit, unbedingt das tun zu wollen, was ich nicht will. Es ist die Freiheit, sowohl das Leben eines Taugenichts zu führen als auch das Leben eines Workaholics. »Der Wille des Menschen ist unantastbar.« (Häni & Kovce, 70. These: ›Grundgesetz‹.)

Erhellende Exegese

Christoph Huecks Monografie ›Intuition - das Auge der Seele‹

»Ein richtig verfasstes anthroposophisches Buch«, so Rudolf Steiner 1924 in seiner Autobiografie ›Mein Lebensgang‹, »soll ein Aufwecker des Geistlebens im Leser sein, nicht eine Summe von Mitteilungen.« Diese Anforderung... [mehr]

»Ein richtig verfasstes anthroposophisches Buch«, so Rudolf Steiner 1924 in seiner Autobiografie ›Mein Lebensgang‹, »soll ein Aufwecker des Geistlebens im Leser sein, nicht eine Summe von Mitteilungen.« Diese Anforderung erfüllt in vollem Umfang Christoph Huecks Monografie über die ›Darstellung des intuitiven Erkennens im schriftlichen Werk Rudolf Steiners‹ – ein Buch, von dem man sich wünscht, es wäre fünfzig Jahre früher erschienen.

Umkehr als esoterische und soziale Denkform

Als Rudolf Steiner am 10. Januar 1925 die Vorrede zur Neuauflage seiner ›Geheimwissenschaft im Umriss‹ schrieb, war ihm das Anlass für einen Rückblick auf seine innere Situation fünfzehn Jahre zuvor beim Verfassen... [mehr]

Als Rudolf Steiner am 10. Januar 1925 die Vorrede zur Neuauflage seiner ›Geheimwissenschaft im Umriss‹ schrieb, war ihm das Anlass für einen Rückblick auf seine innere Situation fünfzehn Jahre zuvor beim Verfassen dieses Buches. Insbesondere war er damals darum bemüht, ja besorgt gewesen, den Gehalt seiner esoterischen Aussagen für seine Zeitgenossen so verständlich wie möglich zu formulieren. So kreisen seine knappen Ausführungen in dieser Vorrede denn auch um das Thema der »Verständlichkeit«. Und sie erhalten im Hinblick auf seinen nahe bevorstehenden Tod einen vermächtnishaften, vorausblickenden, zukünftigen Charakter. Denn Rudolf Steiner würde nun selber seinem Buch nicht mehr mit neuen Erläuterungen, Verbesserungen oder der Anpassung an veränderte Lesegewohnheiten beistehen können. Ein letztes Mal noch brachte er alle Sorgfalt auf, die Bedingungen für ein angemessenes Verstehen seiner Aussagen klar mitzuteilen.

Der Alltag als Schulungsweg

Die Erneuerung des sozialen Lebens durch die Verwandlung der Seelenkräfte

Das soziale Beziehungsgefüge wird maßgeblich von der Form der Begegnung geprägt, die den Menschen aufgrund der Beschaffenheit ihres Seelenlebens möglich ist. In der Vergangenheit fand dieses Seelenleben Halt in äußeren... [mehr]

Das soziale Beziehungsgefüge wird maßgeblich von der Form der Begegnung geprägt, die den Menschen aufgrund der Beschaffenheit ihres Seelenlebens möglich ist. In der Vergangenheit fand dieses Seelenleben Halt in äußeren Formen des sozialen Lebens. Diese tragen immer weniger. Das Seelenleben der Menschen steht dadurch schutzlos den äußeren und inneren Einflüssen gegenüber. Neue, tragfähige Formen können nicht einfach von außen eingeführt werden. Sie müssen sich in sozialen Prozessen herausbilden. Der Artikel beschreibt, welche Hindernisse dabei im Alltag zu überwinden sind und welche Entwicklungshilfen aus der Geisteswissenschaft in Anspruch genommen werden können. Im Arbeitsalltag kann der Umgang mit den 12 Monatstugenden eine besondere Hilfe für die Selbsterziehung werden.

Das ›Soziale Hauptgesetz‹

und die Finanzierung der freien geistigen Arbeit

Die Leistungen, die ein freies Geistesleben der Gesellschaft erbringen kann, werden systematisch unterschätzt. Ein Kernanliegen Rudolf Steiners war, für ein Verständnis dieser freien Geistestätigkeit so zu werben, dass... [mehr]

Die Leistungen, die ein freies Geistesleben der Gesellschaft erbringen kann, werden systematisch unterschätzt. Ein Kernanliegen Rudolf Steiners war, für ein Verständnis dieser freien Geistestätigkeit so zu werben, dass auch eine sachgemäße Finanzierung derselben möglich wird. Der vorliegende Beitrag skizziert, wie Rudolf Steiner seine Gedanken zur Sozialen Frage zwischen 1904 und 1922 fortentwickelte. Der 13. Vortrag des Nationalökonomischen Kurses verdeutlicht, dass dem Geistesleben die Arbeit an der Natur erspart werden muss, wenn es fruchtbar sein soll. Das rein dem irdischen Leben zugewandte Geistesleben erzwingt diese Ersparnis in einer Form, die zu Not und Elend führt.

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Eigenverantwortung und Solidarität

Zur Praxis der Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen

Unser durchkommerzialisiertes Gesundheitssystem untergräbt sowohl das eigenverantwortliche Handeln der Betroffenen als auch die Ausbildung eines konkreten solidarischen Bewusstseins. Doch es gibt Alternativen: die Solidargemeinschaften.... [mehr]

Unser durchkommerzialisiertes Gesundheitssystem untergräbt sowohl das eigenverantwortliche Handeln der Betroffenen als auch die Ausbildung eines konkreten solidarischen Bewusstseins. Doch es gibt Alternativen: die Solidargemeinschaften. Die Redaktion hat die Samarita gebeten, ihr Anliegen zu skizzieren aber auch die Schwierigkeiten im Rahmen der gegenwärtigen gesetzlichen Situation darzulegen. Im Kampf um die rechtliche Klarstellung der Solidargemeinschaften haben sich Mitstreiter gefunden, bei denen vielleicht mancher eher ein klar geregeltes staatliches Versorgungssystem erwartet hätte.

Wider die Entmündigung des Menschen im Gesundheitswesen

Wir leben in einer paradoxen Situation. Die Europäische Integrationsbewegung, der Verfassungsstaat, unsere repräsentative Demokratie, unser Gesundheits- und Sozialsystem und nicht zuletzt die moderne wissenschaftliche Medizin... [mehr]

Wir leben in einer paradoxen Situation. Die Europäische Integrationsbewegung, der Verfassungsstaat, unsere repräsentative Demokratie, unser Gesundheits- und Sozialsystem und nicht zuletzt die moderne wissenschaftliche Medizin ermöglichen Formen der Selbstbestimmung, wie sie die Menschheit nie zuvor gekannt hat. Auf der anderen Seite sind es eben diese Bedingungen und Instrumente, durch die wir uns um das zu bringen drohen, was sie uns ermöglichen sollen: ein Zusammenleben in und eine menschliche Entwicklung aus Freiheit. Das, was eigentlich erst den Entfaltungsraum für die Entwicklung der menschlichen Freiheit herstellen sollte, wendet sich mit Macht gegen den Menschen selber. Undurchschaubare Verflechtungen zwischen Staat, Wirtschaft und Kulturbereich, mächtige Institutionen, Sicherheitsmaßnahmen, flächendeckende Präventionsprogramme und politisch wie ökonomisch gesetzte Handlungsanreize stehen (um nur einige Beispiele zu nennen) für einen diffus um sich greifenden und subtilen Entzug von Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Personalentwicklung in Unternehmen und anthroposophischer Schulungsweg

Versuch einer Gegenüberstellung

Innerhalb der Anthroposophie bildet der sogenannte »Schulungsweg« ein zentrales und identitätsstiftendes Element der persönlichen Weiterentwicklung. In den anthroposophischen Grundschriften ›Theosophie‹, ›Wie erlangt... [mehr]

Innerhalb der Anthroposophie bildet der sogenannte »Schulungsweg« ein zentrales und identitätsstiftendes Element der persönlichen Weiterentwicklung. In den anthroposophischen Grundschriften ›Theosophie‹, ›Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten‹ oder auch der ›Geheimwissenschaft im Umriss‹ werden wichtige und grundlegende Aspekte des »Pfads der Erkenntnis« bzw. der »Geheimschulung« dargestellt. In zahlreichen weiterführenden Schriften und Vortraägen hat Rudolf Steiner – und haben in seiner Nachfolge eine Vielzahl von Autoren aus dem Umfeld der Anthroposophie – diese Aspekte weiter ausgeführt und vertieft. – Bei dem in der heutigen Gesellschaftsstruktur dominierenden Wirtschaftsleben wird wiederum große Bedeutung auf die Gewinnung und Weiterentwicklung geeigneten Personals gelegt. Assessment Centers zur Identifikation geeigneter Mitarbeiter, »Head Hunting« auf dem Personalmarkt, um im »War for Talents« die besten Kandidaten für die eigene Firma zu gewinnen und viele interne Programme zur Entwicklung und Förderung von Mitarbeitern und Führungskräften stehen im Hintergrund jeder Biografie innerhalb großer Industrieunternehmen.