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Volker Leppin:Die fremde Reformation. Luthers mystische Wurzeln

Martin Luther als Ketzer und Mystiker

Volker Reinhardt:Luther der Ketzer. Rom und die Reformation

Martin Luther als Ketzer und Mystiker

Kurz notiert

Geld und der Wille der Zukunft

Zur bildungsART 2017

Reden über Geld und bewusst damit umzugehen, ist eine Fähigkeit, die gelernt sein will, denn es gibt kaum ein anderes Medium, das gleichzeitig so viel ermöglichen und so viel zerstören kann. Reden über Macht ist wesentlich,... [mehr]

Reden über Geld und bewusst damit umzugehen, ist eine Fähigkeit, die gelernt sein will, denn es gibt kaum ein anderes Medium, das gleichzeitig so viel ermöglichen und so viel zerstören kann. Reden über Macht ist wesentlich, um sich der Verantwortung bewusst zu werden, die wir tragen, sowohl wenn wir Macht ausüben als auch, wenn wir sie zusprechen. Reden über Freiheit und der Versuch, jeden Augenblick unabhängig zu sein, setzt voraus, dass wir zutiefst ehrlich mit uns selber werden.

Die Dinosaurier des Inneren

Eine Tagung zu ›Meditation und Selbsterkenntnis‹ in Stuttgart

Wer immer sich bemüht, einen inneren Weg zugehen, sich dem Höheren zu öffnen, sich mehr auf die Welt einzulassen oder überhaupt in irgendeiner Weise an sich zu arbeiten, merkt schnell, dass gute Vorsätze allein nicht... [mehr]

Wer immer sich bemüht, einen inneren Weg zugehen, sich dem Höheren zu öffnen, sich mehr auf die Welt einzulassen oder überhaupt in irgendeiner Weise an sich zu arbeiten, merkt schnell, dass gute Vorsätze allein nicht ausreichen. Wenn man sich bemüht, sich zu ändern, tauchen die Dinosaurier des Inneren auf: Muster, Gewohnheiten und Reaktionsweisen, von denen man manchmal meint, man durchschaue sie schon seit ewigen Zeiten. Aber da sind sie wieder – und überwunden hat man sie trotz aller Reflexionsfähigkeit noch immer nicht!

Im Dienste der Mit-Teilung

Zur Bedeutung von Bibliotheken für das Geistesleben

Kurz vor 19 Uhr kam noch Herr B., ein Lehrer aus der benachbarten Waldorfschule, durch die Bibliothekstür und brachte »fällige« Bücher zurück. Dann fragte er, ob ich einen knappen, handlichen Text wüsste, der erläutert,... [mehr]

Kurz vor 19 Uhr kam noch Herr B., ein Lehrer aus der benachbarten Waldorfschule, durch die Bibliothekstür und brachte »fällige« Bücher zurück. Dann fragte er, ob ich einen knappen, handlichen Text wüsste, der erläutert, was es mit dem »Gang der Menschheit« über die Schwelle auf sich habe. Warum vollzieht sich der unbewusst, und was heisst das eigentlich? Natürlich wusste er das – genauso wie ich – »irgendwie«. Augustin sagt über die »Zeit«, dass er wisse was Zeit ist, solange man ihn nicht danach frage, aber sobald er gefragt werde, wisse er es nicht mehr. Ähnlich ging es mir und vielleicht auch Herrn B. jetzt mit dem menschheitlichen Überschreiten der Schwelle. Das Thema »Schwelle« führt unmittelbar ins Herz der Anthroposophie und gehört doch sonst ganz und gar nicht zur Allgemeinbildung. Und deshalb ist es dann auch eine besondere Aufgabe, es einem andern zu erläutern, der nicht so tief in der Anthroposophie drinnen steckt. Da reicht es nicht, Inhalte des Informationsgedächtnisses auf dem Tisch auszubreiten wie: die Schwelle als die Grenze zwischen geistiger Welt und irdischer Welt, Trennung von Denken, Fühlen und Wollen, unbewusste Überschreiten im Unterschied zum bewussten Überschreiten etc. Es gilt das Thema zu greifen, es darzustellen. Die Wiederholung von Aussagen Steiners, herausgelöst aus deren besonderem Zusammenhang ist unbefriedigend. Gleichwohl aber bleiben diese Aussagen wichtige Bezugspunkte und Quellen. Im Bibliothekskatalog fand ich unter Eingabe der Sachwortkombination »Schwelle: unbewusst« schnell den Hinweis auf ein vielversprechendes Buch, aber Herr B. wollte etwas Kurzes. Mit dem zweiten Versuch, der Kombination »Schwelle: Menschheit« stellten sich dann auch mehrere Ergebnisse in Form von Zeitschriften-Aufsätzen ein, darunter ein Beitrag von Walter Johannes Stein mit dem Titel ›Die Menschheit geht über die Schwelle‹ aus dem ›Österreichischen Boten‹ von 1922. Aber auch Steiners Vortrag vom 11. April 1919 aus ›Vergangenheits- und Zukunftsimpulse im sozialen Geschehen‹ (GA 190) und weitere Bücher wurden von der Suchmaschine angeboten. Herr B. notierte sich den Vortrag, kopierte sich den Zeitschriften-Artikel von W. J. Stein und ging damit hinaus. Ich blieb etwas unbefriedigt zurück, da ich erwartet hatte, mehr zu finden, und wiederholte die Suche am nächsten Tag nochmal, aber nun mit etwas mehr  Ruhe in der Titel-Stichwort Zeile des Katalogs.

Arbeit am Mythos

Ich und Europa V

Ich bin im akademischen Jahr 2013/14 einer von 29 Kollegiaten des ›Studienkollegs zu Berlin‹ gewesen. Das Kolleg existierte von 2002 bis 2014, brachte zwölf Jahrgänge mit 407 Kollegiaten hervor – und endete mit meinem... [mehr]

Ich bin im akademischen Jahr 2013/14 einer von 29 Kollegiaten des ›Studienkollegs zu Berlin‹ gewesen. Das Kolleg existierte von 2002 bis 2014, brachte zwölf Jahrgänge mit 407 Kollegiaten hervor – und endete mit meinem Jahrgang. Es wurde als Initiative der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt. Wer die Website des Studienkollegs besucht, der findet dort – inzwischen in Vergangenheitsform – formuliert, was dessen Absicht gewesen ist: »Ziel des Studienkollegs zu Berlin war es, dem europäischen Führungsnachwuchs für seine künftigen Aufgaben in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Verwaltung wichtige Kenntnisse über Ziele und Werte Europas mitzugeben. Es ermöglichte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Europas Vielfalt im Kleinen zu erleben, und bot einen einzigartigen Raum, den eigenen Fragen an Europa nachzugehen – jenseits aller Fächer- und Ländergrenzen und Zwänge des universitären Betriebs.« Was wurde mir als »europäischem Führungsnachwuchs« über »Ziele und Werte Europas« mitgegeben? Und welchen »eigenen Fragen an Europa« bin ich nachgegangen?

Wie wir sind

Alle sind wir ein bisschen schräg drauf. Der eine kommt immer zu spät, der andere lacht so laut, dass die Nachbarn zusammenzucken. Einer gebraucht mit Genuss drastische Schimpfworte, ein anderer spricht immer so leise,... [mehr]

Alle sind wir ein bisschen schräg drauf. Der eine kommt immer zu spät, der andere lacht so laut, dass die Nachbarn zusammenzucken. Einer gebraucht mit Genuss drastische Schimpfworte, ein anderer spricht immer so leise, dass ihn drei Meter weiter keiner mehr versteht, und behält das auch nach der dritten Nachfrage unbeirrt bei. Der eine liebt förmliche Begrüssungen und gibt jedem die Hand, wenn er den Raum betritt, der andere schleicht zu seinem Stuhl, ohne die Augen vom Boden zu erheben, und noch ein anderer setzt sich so geräuschvoll hin, dass die Nachbarin, die in Meditation versunken zu sein scheint, irritiert die Augen öffnet.

Fundstück XXXII: Dann ist die Sonne wirklich da

»Vom Osterfeste an ist die Sonne wirklich da, in voller Kraft. Alles, was im Sommer geschieht, ist eine Epoche, die zusammenhängt mit der früheren Periode, in der es [die] Vereinigung [von Sonne und Erde] gab. Und der... [mehr]

»Vom Osterfeste an ist die Sonne wirklich da, in voller Kraft. Alles, was im Sommer geschieht, ist eine Epoche, die zusammenhängt mit der früheren Periode, in der es [die] Vereinigung [von Sonne und Erde] gab. Und der Winter ist das Reich des Dunkels, was jetzt der Erde zukommt, sodass der Mensch zur Weihnachtszeit sich sagen kann: Hier geschieht jedes Jahr etwas, wie damals, als die Sonne wegging. Daher wird jedes Jahr die der Erde zukommende Ätherkraft weggezogen. Das Weihnachtsfest hat nicht bloß eine symbolische, sondern auch eine natürliche Bedeutung. Da zieht sich vom Menschen eine Kraft zurück, die ihm sonst zukommt.  Eine natürliche Folge ist, dass der Mensch diesem veränderten Leben der Erde sein Leben anpasst. Wenn der Schüler soweit ist, muss er darauf achten. Der Mensch muss von innen heraus die Kräfte entfalten, die ihm sonst von außen zuströmen. Er muss den Quell in sich entfalten. Dieser Quell muss in der Winterzeit gepflegt werden. Zum Ende des Winters muss er sich reif gemacht haben, das äußere Leben wieder zu empfangen. Dies ist in den Festen ausgedrückt. Christus ist das Aufleben der inneren Ätherkräfte und wird in die Zeit versetzt, in der die Erde am wenigsten Kräfte ausgibt. Zu der Zeit um Ostern muss der Mensch Leben dem Leben entgegenbringen. In diesem festlichen Jahr merkt der Mensch eines: Hier geht in ihm eine Kraft auf, welche auch von außen auf ihn einströmt. Da erinnert sich der Mensch an die Zeit, als er noch eins war mit der Sonne. Der Mensch war im Schoße der Götter; dann hatte er sich abgespalten zugleich mit der Erde, und muss jetzt von innen heraus anfangen zu leuchten.« – So lauten in der Mitschrift von Olga von Sivers mündliche Ausführungen, die Rudolf Steiner während eines Privatvortrages für die beiden Sivers-Schwestern am 23. Juni 1905 in Berlin gegeben hat.

Auf offenen Wegen zu verborgenen Orten

Unterwegs mit Edgar Harwardt, dem Gärtner von Stuttgart

Ich kam aus München, wo ich den mir schon ein wenig vertrauten Weg vom Hauptbahnhof zum Lenbachhaus gegangen bin – für mich das Museum von München. Mit Marc, Münter, Kandinsky und bayerischer Volkskunst im... [mehr]

Ich kam aus München, wo ich den mir schon ein wenig vertrauten Weg vom Hauptbahnhof zum Lenbachhaus gegangen bin – für mich das Museum von München. Mit Marc, Münter, Kandinsky und bayerischer Volkskunst im Hintergrund bin ich wieder mit der Beuys-Installation ›zeige deine Wunde‹ ins Gespräch gegangen, die einst aus dem Münchener Untergrund unter heftiger Anteilnahme nicht nur der Bajuwaren hierher aufgestiegen ist: Reinigung durch Tod und Auferstehung. Und ich stand dort auch vor der zum bundesrepublikanischen Mythos gewordenen Badewanne von Beuys, diesem Reinigungsinstrument, dessen Wunden er behandelt hat. – Der nächste Tag fand im Museum Brandhorst sein Zentrum, das in fantastischen Räumen Cy Twomblys Bilder zur Seeschlacht von Lepanto beherbergt, auf denen die leuchtenden Farben auf weißem oder türkisblauem Grund unaufhaltsam zerrinnen. Und seine auf riesigen Leinwänden geballten ›Gewitter der Rosen‹, die – darauf machte mich meine Begleiterin aufmerksam – mit den Farben der zwischen ihnen wandelnden Menschen wunderbar korrespondieren: »Auf einer fremden Erde / Zwischen Rosen und Schatten« (Ingeborg Bachmann). Dort saß ich auch lange im Museumsbistro, in ein bohrendes Gespräch vertieft – über Sinn und Möglichkeit, sich selbst zum Projekt zu machen, ohne seine Verantwortung für die Welt zu vernachlässigen.

»Das Atelier ist zwischen den Menschen«

Ein Versuch, was Sozialkunst heute sein könnte

»Über die soziale Kunst lässt sich heute kaum schon Konkretes sagen, weil sie, sieht man von Ausnahmen wie Joseph Beuys ab, noch nicht einmal in Ansätzen realisiert wird.« Zu dieser Einschätzung kommt Diether Rudloff... [mehr]

»Über die soziale Kunst lässt sich heute kaum schon Konkretes sagen, weil sie, sieht man von Ausnahmen wie Joseph Beuys ab, noch nicht einmal in Ansätzen realisiert wird.« Zu dieser Einschätzung kommt Diether Rudloff in seinem kenntnisreichen Werk ›Die Parabel der sieben Künste‹. Darin verweist er sie auf den Platz der größten aber auch fernsten Kunst in der von Rudolf Steiner gemeinten Menschheits- und Kulturentwicklung. Über diese soll der sich allerdings – ganz im Gegensatz zu den vielfältigen Äußerungen über Kunst – nur andeutungsweise geäußert haben. Generell gilt demnach, dass die Kunst der Zukunft als Mittler zwischen Wissenschaft und Natur ein ganz neues Reich schaffen wird: »das Reich des Sinnlichen im Gewande des Göttlichen«.

Auf dem Weg zu einem neuen Arbeitsbegriff

Zu ›Soziale Zukunft: Das Bedingungslose Grundeinkommen‹

»Wie wollen wir künftig miteinander leben und arbeiten?« – so regt ein neuer Sammelband aus dem Verlag Freies Geistesleben auf seinem Buchrücken den Leser zu einer vertieften Betrachtung der Thematik des Bedingungslosen... [mehr]

»Wie wollen wir künftig miteinander leben und arbeiten?« – so regt ein neuer Sammelband aus dem Verlag Freies Geistesleben auf seinem Buchrücken den Leser zu einer vertieften Betrachtung der Thematik des Bedingungslosen Grundeinkommens an. Der Herausgeber Philip Kovce spricht in seinem kurzen Vorwort davon, dass die Debatte Åtüberraschende Übereinstimmungen ebenso bereithält wie ärgerliche Missverständnisse«. Ersteres kann jeder Leser nachvollziehen, doch worin die »ärgerlichen Missverständnisse« bestehen bleibt leider ungewiss, zumal auch die Befürworter in vieler Hinsicht verschiedene Modelle und Positionen vertreten. In alphabetischer Reihenfolge sind 30 Plädoyers von Autorinnen und Autoren veröffentlicht, 21 von Befürwortern und 9 von Kritikern des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).