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Wolfgang Hübner:Körper und Kosmos. Untersuchungen zur Ikonographie der zodiakalen Melothesie

Feinsinnig und kenntnisreich

Olaf Daecke:Kultur - Kunst – Wirtschaft. Portraits der baden-württembergischen Region Köngen und Wendlingen

In pädagogischer Provinz

Peter F. Tschudin:Megalithische Welten. Eine Spurensuche

Kartenhaus am Tellerrand

Dreigliederung und »Nervenfrage«

Eine Einladung zu einer Tagung in Belgien

1917 wird allgemein als ein geschichtliches Epochenjahr betrachtet. Die Russische Revolution, das Eingreifen Amerikas in den Ersten Weltkrieges, die Eroberung Jerusalems durch Großbritannien und die damit zusammenhängende... [mehr]

1917 wird allgemein als ein geschichtliches Epochenjahr betrachtet. Die Russische Revolution, das Eingreifen Amerikas in den Ersten Weltkrieges, die Eroberung Jerusalems durch Großbritannien und die damit zusammenhängende Balfour-Erklärung, die 32 Jahre später zur Gründung des Staates Israel führte – alles dieses ereignete sich in diesem Jahr. Es ist nicht schwer, in diesen Ereignissen die heutige Weltproblematik wie vorgebildet zu erkennen.

Das verschwundene Jesuskind

Die erzgebirgische Weihnachtspyramide kam mit der Post in einem grossen Paket: ein Familienerbstück, das nun in meinen Haushalt übergehen sollte. Vorsichtig zog ich die Einzelteile aus den überbordenden Mengen an Zeitungspapier... [mehr]

Die erzgebirgische Weihnachtspyramide kam mit der Post in einem grossen Paket: ein Familienerbstück, das nun in meinen Haushalt übergehen sollte. Vorsichtig zog ich die Einzelteile aus den überbordenden Mengen an Zeitungspapier und weichen Papierservietten heraus. Und da sich so große Haufen von altem Verpackungspapier ansammelten, entsorgte ich diese gleich in der Altpapiertonne draussen im winterlichen Dunkel des Voradventssamstagabends.

Fundstück XIX – Ein Freund nachdenklicher Stunden

In einem Regal, weit hinten in den Tiefen des Archivs hängt, zwischen vielen Portraits Rudolf Steiners und anderen Zeugnissen der Malerei, eine große gerahmte Radierung. Denkbar schlicht ist der mittelbraune Holzrahmen... [mehr]

In einem Regal, weit hinten in den Tiefen des Archivs hängt, zwischen vielen Portraits Rudolf Steiners und anderen Zeugnissen der Malerei, eine große gerahmte Radierung. Denkbar schlicht ist der mittelbraune Holzrahmen – an manchen Stellen angeschlagen, jedoch liebevoll ausgebessert. Das wellige, etwas grobe Papier zeigt Spuren, die wohl der Zahn der Zeit hinterlassen hat; sodass sich ein Gefühl der Erleichterung einstellt, es nunmehr hinter Glas gut aufgehoben zu sehen.

Der (Stief-)Vater des Vaterlandes

Zur bayerisch-tschechischen Landesausstellung 2016/17 über Karl IV.

Die große bayerisch-tschechische Landesausstellung, die am 15. Mai pünktlich zum 700. Geburtstag Karls IV. in Prag eröffnet wurde und nun bis zum 5. März 2017 in Nürnberg zu sehen ist, wird mit sparsamen Worten angekündigt:... [mehr]

Die große bayerisch-tschechische Landesausstellung, die am 15. Mai pünktlich zum 700. Geburtstag Karls IV. in Prag eröffnet wurde und nun bis zum 5. März 2017 in Nürnberg zu sehen ist, wird mit sparsamen Worten angekündigt: »1316 | *700 | 2016 | Karl IV. | Prag/Nürnberg«. Wer auf der Autobahn zwischen diesen Städten unterwegs ist, wird immer wieder auf die ›Via Carolina‹ hingewiesen, welche die enge Verbindung beider Orte im Leben und Wirken dieses spätmittelalterlichen Herrschers symbolisiert. Indessen wird gerade im Vergleich dieser Orte ein großer Unterschied deutlich, denn wer durch Prag geht, wird vielfach – und nicht nur an den einschlägigen tourist spots – mit dem bedeutenden Kaiser konfrontiert; doch einer wie geringen Zahl von Menschen bei uns in Deutschland ist Karl IV. geläufig! Am Ende der Ausstellung wird das sogar thematisiert: Ganz unterschiedliche Narrative sind hierzulande und in Tschechien mit seiner Person verbunden. Wäre es nicht – wenn es doch das Ziel sein muss, viele Menschen zu erreichen – sinnvoll gewesen, sich von vornherein etwas mehr Gedanken über eine angemessene, ja volkspädagogische Präsentation zu machen?

»Eine Plastik ist kein Objekt, sie ist eine Fragestellung«

Alberto Giacometti und Bruce Nauman – Zur Produktivität einer Konfrontation in der Frankfurter Schirn

Alberto Giacometti und Bruce Nauman in einer Ausstellung? Das schien mir etwas abwegig und wenig verlockend – bis ich sie gesehen und die kluge Einführung der Kuratorin Esther Schlicht gehört hatte. Sie machte zunächst... [mehr]

Alberto Giacometti und Bruce Nauman in einer Ausstellung? Das schien mir etwas abwegig und wenig verlockend – bis ich sie gesehen und die kluge Einführung der Kuratorin Esther Schlicht gehört hatte. Sie machte zunächst deutlich: Die beiden einzelgängerischen Künstler aus verschiedenen Generationen und Erdteilen – Giacometti lebte von 1901 bis 1966 (am 10. Oktober 2016 war sein 50. Todestag) im schweizerischen Bergell und in Paris, Nauman wurde 1941 in den USA geboren – sind sich nie begegnet und der jüngere hat sich auch nie auf den älteren bezogen.

Schöpferischer Bildprozess

Zu Rembrandts ›Isaak und Rebekka‹

Ein dramatischer Augenblick: Abraham hat gerade den Arm erhoben, um seinen Sohn Isaak mit dem Messer zu töten. Da erscheint ein Engel, ergreift Abrahams Arm und das Messer fällt herab. Ein Messer im freien Fall! Rembrandt... [mehr]

Ein dramatischer Augenblick: Abraham hat gerade den Arm erhoben, um seinen Sohn Isaak mit dem Messer zu töten. Da erscheint ein Engel, ergreift Abrahams Arm und das Messer fällt herab. Ein Messer im freien Fall! Rembrandt hätte den szenischen Moment nicht günstiger wählen können. Es ist, als würde man eine Tür öffnen und plötzlich Zeuge eines Geschehens werden, das man mit einem Blick erfasst. Allerdings währt die Illusion nur kurze Zeit, dann wird klar: Hier bewegt sich nichts, alles bleibt starr und das Messer hängt weiterhin in der Luft. Bei längerem Anschauen mag das grotesk anmuten, doch wozu sollte man das tun? Man hat ja erkannt, um welche Geschichte es geht. Und so wendet man sich dem nächsten Gemälde zu, um sich erneut in einen wohligen Schrecken versetzen zu lassen, denn man weiß ja: Es ist bloß ein Bild! Und als Bild repraÅNsentiert es eine Wirklichkeit, an der man nicht teilhat.

»Duino ist die Wolke meines Wesens«

Zu Rilkes 90. Todestag am 29. Dezember 2016

Von Triest aus fährt ein Linienbus entlang der adriatischen Küste, vorbei an dem wundersamen Schloss Miramare, dann hinauf zur Hochebene, durch DoÅNrfer mit südlichen Bäumen und Blumen. Die Straßennamen sind auf Italienisch... [mehr]

Von Triest aus fährt ein Linienbus entlang der adriatischen Küste, vorbei an dem wundersamen Schloss Miramare, dann hinauf zur Hochebene, durch DoÅNrfer mit südlichen Bäumen und Blumen. Die Straßennamen sind auf Italienisch und Slowenisch angegeben. Weiter geht es durch den Karst mit Gestrüpp und niedrigen Bäumen, wo nichts recht wachsen kann auf dem Kalkgestein. Aber da ist das Meer, das in der Weite ruhig liegt, mit einem riesigen Schwarm von weißen Segeln. Drüben in Triest ist ein Festtag mit einer Regatta. Die vielen Segel leuchten in der Ferne, wie weiße Vögel, die sich auf dem Wasser niedergelassen haben. Vögel des Meeres …

Schönheit als Manifest einer Stadt

Zur Ausstellung ›Venedig – Stadt der Künstler‹ im Bucerius Kunstforum

Stadt der Künstler? Stadt der Touristen? Stadt – nicht zuletzt – ihrer Bewohner? Überrascht war ich schon beim ersten Rundgang, wie viel in dieser Ausstellung auch von Menschen gezeigt wird, obwohl nicht immer aus allen... [mehr]

Stadt der Künstler? Stadt der Touristen? Stadt – nicht zuletzt – ihrer Bewohner? Überrascht war ich schon beim ersten Rundgang, wie viel in dieser Ausstellung auch von Menschen gezeigt wird, obwohl nicht immer aus allen gesellschaftlichen Schichten – ein Spektrum menschlicher Möglichkeiten, gespiegelt in der Stadt. Zwei polar einander gegenüberstehende Bildbeispiele mögen das symbolisieren: einerseits das Porträt des Dogen Leonardo Loredan, um 1501-1505 wohl von Vittore Carpaccio gemalt, und die ›Venezianische Zwiebelverkäuferin‹ von John Singer Sargent, um 1880-1882 entstanden, auf der anderen Seite. Bilder einzelner Menschen sind jedoch selten, meistens werden in der Ausstellung Gruppen dargestellt. Oft sind die so gezeigten Menschen mehr oder weniger Staffage, vor allem in den frühen Vedutenbildern. (Eine Vedute ist ein wirklichkeitsgetreues Abbild einer Stadt oder Landschaft, heute wird der Begriff meist synonym mit »Stadtbild« verwendet.) In manchen anderen Bildern aber ist die jeweilige Gruppe das Thema, wie etwa Spieler, maskierte Menschen im Karneval oder Gaukler vor dem Dogenpalast.

Auferstehung im Tode?

Zum Buch ›Auferstehung denken‹ von Matthias Remenyi

In die Drei 3/2016 findet sich eine ausführliche Besprechung des kurz vorher erschienenen dreibändigen Werkes ›Auferstehung. Die Auferstehung im Werk Rudolf Steiners‹ von Frank Linde. Wenige Monate später kam das Buch... [mehr]

In die Drei 3/2016 findet sich eine ausführliche Besprechung des kurz vorher erschienenen dreibändigen Werkes ›Auferstehung. Die Auferstehung im Werk Rudolf Steiners‹ von Frank Linde. Wenige Monate später kam das Buch ›Auferstehung denken‹ von Mathias Remenyi heraus. Für die Leserschaft dieser Zeitschrift stehen sich damit ein anthroposophisches und ein theologisches Werk zum selben Thema gegenüber, letzteres als Teil einer ausgedehnten Fachliteratur. Beide Bücher sind dem Themenkreis »Eschatologie« zuzurechnen.