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Wie Gemeinschaft entsteht

Dialogische Kultur als Weg in die soziale Zukunft

Im Jahre 1985 berichtete Albert Fink von einem Industriebetrieb, der nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit durch die Belegschaft übernommen wurde. Dadurch wurden alle bisherigen Mitarbeiter zugleich zu Mitunternehmern.... [mehr]

Im Jahre 1985 berichtete Albert Fink von einem Industriebetrieb, der nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit durch die Belegschaft übernommen wurde. Dadurch wurden alle bisherigen Mitarbeiter zugleich zu Mitunternehmern. In dieses Modell hat man damals große Hoffnungen gesetzt. Doch gelang es auf Dauer nicht, der neuen Situation entsprechend zu handeln. In wirtschaftlichen Krisensituationen »wurden viele Kollegen oder besser gesagt mitarbeitende Mitunternehmer entlassen«. Das geschah im Laufe der Jahre mehrmals. »Bei einer der letzten Belegschaftsversammlungen vertrat der Gewerkschaftsvertreter unter dem Beifall der Versammelten die Auffassung, der Betrieb müsse aufgegeben werden, wenn er die durch Haustarifvertrag und Besitzstand gesicherten Löhne und Gehälter und die jährlichen, tariflichen Lohnerhöhungen nicht mehr erwirtschaften könne.« Und dies, obgleich damals viele Wettbewerber aus den gleichen Gründen Konkurs anmelden mussten, und obgleich bekannt war, »dass nach Schließung des Betriebes die Mitarbeiter kaum eine Chance haben, neue bezahlte Arbeitsplätze zu finden«. Dabei hätten die Betroffenen als Miteigentümer des Unternehmens die Möglichkeit gehabt, ihre Arbeitszeiten und -entgelte selbst zu gestalten. »So wich bei einigen Teilnehmern der Belegschaftsversammlung der Zuspruch zur Selbstamputation anderntags einer allgemeinen Ratlosigkeit, ja Betroffenheit.« Von gewerkschaftlicher Seite wurde darauf bestanden, »dass weitere Mitarbeiter entlassen werden und die bestehenden Lohnstrukturen leistungsbezogener gestaltet werden müssten. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die arbeitgeberähnliche Haltung der gewerkschaftlich veranlassten Therapievorschläge«. Die vielfältigen Versuche von anderer Seite, den Mitarbeitern ihre Chancen bewusst zu machen, die sie in einem arbeitgeberlosen Betrieb haben, wurden nicht aufgegriffen, obwohl aufgezeigt werden konnte, durch welche Maßnahmen Entlassungen von Arbeitskollegen verhindert und das allgemeine Wohlergehen gefördert werden könnten.

Das Beispiel SEKEM

Vor gut 60 Jahren verließ mein Vater Ibrahim Abouleish Ägypten, um in Europa zu studieren. Er verließ ein Land, in dem 18 Millionen Menschen lebten, gute Bildung genossen und in dem es ein florierendes kulturelles Leben... [mehr]

Vor gut 60 Jahren verließ mein Vater Ibrahim Abouleish Ägypten, um in Europa zu studieren. Er verließ ein Land, in dem 18 Millionen Menschen lebten, gute Bildung genossen und in dem es ein florierendes kulturelles Leben gab. Als er Ende der 1970er Jahre zurückkehrte, war in Ägypten von all dem kaum noch etwas zu spüren. Die Bevölkerung hatte sich beinahe verdoppelt. Die Wirtschaft und das soziale System kamen nicht mehr hinterher. Heutzutage sieht es noch schwieriger aus. Die gegenwärtige Situation Ägyptens erscheint auf den ersten Blick deprimierend und wenig hoffnungsvoll. Angefangen bei der stark bedrohten Umwelt, über die wirtschaftliche Abhängigkeit und politische Instabilität bis hin zum mangelhaften Bildungssystem und dem kaum zu findenden Raum für Geistesleben – Ägypten scheint in allen Bereichen ausgetrocknet wie die Wüste selber.

Ängste und Hoffnungen

Zukunftsbilder junger Ägypter

»Träume mit mir von einem Morgen, das kommen wird, und wenn es nicht kommt, werden wir es uns selbst holen. Wir versuchen die ersten Schritte auf unserem Weg, viele Schritte führen uns schließlich zu unserem Traum. Wie... [mehr]

»Träume mit mir von einem Morgen, das kommen wird, und wenn es nicht kommt, werden wir es uns selbst holen. Wir versuchen die ersten Schritte auf unserem Weg, viele Schritte führen uns schließlich zu unserem Traum. Wie oft wir auch fallen, wir werden wieder aufstehen können.« Dieser schlichte, naiv anmutende Liedtext wurde nach seiner ersten Veröffentlichung 2008 rasch zum Inbegriff der Zukunftssehnsüchte der jungen, gebildeten Generation in Ägypten. Während der Revolutionswochen 2011 gehörte das Lied mit der sanft schwingenden Melodie auf dem Tahrirplatz in Kairo zu einem der am meisten gespielten Musikstücke und machte seinen Schöpfer Hamza Namira zur Stimme der Protestbewegung. Seit einigen Jahren in den staatlichen Medien verboten, kann man es heute nur noch gelegentlich im öffentlichen Raum hören, nostalgische Erinnerungen auslösend. »Träume mit mir von einem Morgen …« – was bedeutet das im Jahr 2017?

Falsche Schenkungen

Zur Bedeutung des Exportüberschusses der deutschen Wirtschaft

Kein Land in der Welt hat in 2016 mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als Deutschland. Das wäre unproblematisch, wären in gleicher Höhe auch Waren und Dienstleistungen importiert worden. Deutschland... [mehr]

Kein Land in der Welt hat in 2016 mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als Deutschland. Das wäre unproblematisch, wären in gleicher Höhe auch Waren und Dienstleistungen importiert worden. Deutschland ist aber nicht nur seit Jahren Export-Weltmeister, sondern auch Exportüberschuss-Weltmeister. Solche Überschüsse sind nur möglich, wenn das Ausland sich entsprechend verschuldet bzw. Inländer immer mehr Kapital im Ausland anlegen. Ein Blick in die Zahlungsbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank zeigt, dass die Nettoauslandsvermögen zwischen 2004 und 2016 sich etwa versiebzehnfacht haben. Die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde hat sich in den letzten 25 Jahren kontinuierlich erhöht. Die Reallöhne hingegen sind, wie die beigefügte Grafik zeigt, bis 2010 gefallen. Seit 2014 steigen sie wieder stärker. Dennoch zeigt dieses deutlich, dass die Erwerbstätigen in Deutschland nicht an der gestiegenen Produktivität partizipieren konnten.

Erinnerungen an Dietrich Rapp

Am 30. März 2017 verstarb kurz vor Vollendung seines 76. Lebensjahres Dietrich Rapp, der von 1985 bis 1996 Chefredakteur unserer Zeitschrift gewesen war. Zu Ehren seines Andenkens haben wir Erinnerungen einiger Weggefährten... [mehr]

Am 30. März 2017 verstarb kurz vor Vollendung seines 76. Lebensjahres Dietrich Rapp, der von 1985 bis 1996 Chefredakteur unserer Zeitschrift gewesen war. Zu Ehren seines Andenkens haben wir Erinnerungen einiger Weggefährten zusammengestellt.

Zu diesem Heft

Das Editorial an ungewohnter Stelle, verbunden mit dem fast doppelten Umfang, zeigt deutlich, dass dies kein gewöhnliches Heft ist. Denn wie Michael Schmock in seinem vorangestellten Geleitwort erklärt, ist ›Soziale Zukunft‹... [mehr]

Das Editorial an ungewohnter Stelle, verbunden mit dem fast doppelten Umfang, zeigt deutlich, dass dies kein gewöhnliches Heft ist. Denn wie Michael Schmock in seinem vorangestellten Geleitwort erklärt, ist ›Soziale Zukunft‹ nicht allein unser Thema, sondern auch das des gleichnamigen Kongresses, der vom 15. - 18. Juni 2017 in Bochum stattfinden wird. Ursprünglich hatten wir geplant, eine repräsentative Auswahl der behandelten Themen sowie der beitragenden Persönlichkeiten des Kongresses anzubieten. Doch das erwies sich bald als undurchführbar, sodass wir uns dazu entschlossen, dieses Heft so zusammenstellen, wie wir es sonst auch tun: zum Teil aus angefragten Beiträgen und zum Teil aus solchen, die uns vorgeschlagen wurden. Auch eine Zeitschrift ist ja ein soziales Gebilde, wo die Redaktion als Mittelpunkt und die Autoren als Umkreis in einer dialogischen Beziehung stehen.

›Soziale Zukunft‹

Ein Geleitwort zum Kongress der Anthroposophischen Bewegung 15.-18. Juni 2017, RuhrCongress, Bochum

Erstmalig haben sich in diesem Jahr die 15 großen Verbände der anthroposophischen Bewegung zusammengeschlossen, um ein Zeichen zu setzen. Es geht um 100 Jahre Sozialimpuls Rudolf Steiners. Im Jahr 1917 trat Steiner mit... [mehr]

Erstmalig haben sich in diesem Jahr die 15 großen Verbände der anthroposophischen Bewegung zusammengeschlossen, um ein Zeichen zu setzen. Es geht um 100 Jahre Sozialimpuls Rudolf Steiners. Im Jahr 1917 trat Steiner mit seinem Gesellschaftsimpuls zur Sozialen Dreigliederung an die Öffentlichkeit – damals noch als Antwort auf die Verwüstungen des Ersten Weltkrieges, die Mitteleuropa bis ins Mark getroffen hatten. Seitdem sind hunderte, ja tausende Initiativen und Einrichtungen entstanden, die ihren Ausgangspunkt in diesem Impuls haben. Damals sind die grossen Gesellschaftsentwürfe zwar gescheitert. Sie sind aber in das Experimentierfeld vieler Gruppierungen übergegangen, die in diesem Impuls einen wirklichen Fortschritt sehen.

Eudämonistische Hindernisse

Zum Heft ›Konfliktzonen‹, die Drei 4/2017

Udo Wieczorek und Manfred Bomm:Seelenvermächtnis – Udo W.: Mein zweites Leben

Wegweisende Träume

Dorian Schmidt:Arbeitsmaterialien Bildekräfteforschung V – Themenheft Meditation und Berichte aus der aktuellen Arbeit // Das Schafgarben-Präparat

Bildekräftearbeit als Untersuchungsmethode

Peter Heusser:Anthroposophie und Wissenschaft. Eine Einführung // Anthroposophy and Science. An Introduction

Ein Standardwerk