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Abdel-Hakim Ourghi:Reform des Islam 40 Thesen

Der Martin Luther des Islam?

Kurz notiert

Heimatlose Friedensstifter

Ein Märchen aus brutalen Zeiten

Kann man über einen heutigen Krieg Märchen erzählen, ohne etwas zu verharmlosen und ohne die Zwischendimensionen zu verlieren, die wirklichen Märchen eigen sind? Man kann es – und muss es vielleicht sogar, will man... [mehr]

Kann man über einen heutigen Krieg Märchen erzählen, ohne etwas zu verharmlosen und ohne die Zwischendimensionen zu verlieren, die wirklichen Märchen eigen sind? Man kann es – und muss es vielleicht sogar, will man nicht die seelische Wirklichkeit der Menschen aus dem Auge verlieren. Der irakische Kurde Bachtyar Ali lebt seit über zwanzig Jahren – nachdem er als Student mit der Diktatur Saddam Husseins in Konflikt gekommen war – in Deutschland, schreibt aber weiterhin auf kurdisch und ist in Kurdistan ein gefeierter Autor. Nach dem Erfolg eines ersten ins Deutsche übersetzen Romans, ›Der letzte Granatapfel‹ (2016), hat nun der Züricher Unionsverlag einen weiteren Roman von ihm herausgebracht: ›Die Stadt der weißen Musiker‹, im Original bereits 2005 erschienen. Auch dieser spielt inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak: den zwei Golfkriegen (1980-88 und 1990/91), Saddams Krieg gegen die Schiiten im Süden, seinen Vernichtungsfeldzügen gegen die Kurden im Norden, und dazu den blutigen innerkurdischen Fehden.

Eine moderne Identität

Zur Aktualität von Edward Saids ›Orientalismus‹

Vor 40 Jahren erschien in New York die erste Ausgabe von Edward Saids Hauptwerk ›Orientalismus‹. Das Buch wurde in 36 Sprachen übersetzt und liegt seit 2009 in einer zweiten, gut lesbaren deutschen Fassung vor. Im Gegensatz... [mehr]

Vor 40 Jahren erschien in New York die erste Ausgabe von Edward Saids Hauptwerk ›Orientalismus‹. Das Buch wurde in 36 Sprachen übersetzt und liegt seit 2009 in einer zweiten, gut lesbaren deutschen Fassung vor. Im Gegensatz zu Frankreich, Großbritannien und den USA ist Edward Said im deutschsprachigen Raum wenig bekannt; dementsprechend ist sein Hauptwerk hierzulande selbst von Orientalisten kaum rezipiert worden. Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen, die durch die vielschichtigen Umwälzungen in den Ländern des Orients auch für Mitteleuropa entstehen, erscheint eine Auseinandersetzung mit Saids Gedanken zukunftsweisend.

Lächelnd durch die Nacht des Todes

Zur Ausstellung ›Die Etrusker‹ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Sie nannten sich selbst »Rasenna« oder »Rasna« und siedelten in Mittelitalien zwischen dem Arno im Norden, dem Tiber im Süden und dem Tyrrhenischen Meer im Westen. Von jeher haftete den Etruskern die Aura des Geheimnisvollen... [mehr]

Sie nannten sich selbst »Rasenna« oder »Rasna« und siedelten in Mittelitalien zwischen dem Arno im Norden, dem Tiber im Süden und dem Tyrrhenischen Meer im Westen. Von jeher haftete den Etruskern die Aura des Geheimnisvollen an. Wer sie waren und woher sie kamen ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Durch römische Autoren weiß man, dass es sich um eine Schrift verwendende Hochkultur handelte, ihre Eigenzeugnisse sind jedoch größtenteils verlorengegangen. Daher kommt der archäologischen Forschung eine Hauptrolle zu.

Das gebrochene Bild

Johann Joachim Winkelmann (9. Dezember 1717 – 18. Juni 1768)

Zum ersten Mal begegnete mir Winckelmann in einem Buch der Weimarer Schriftstellerin Jutta Hecker (1904-2002). Ihre Biografie beginnt mit einer Beschreibung der Hafenstadt Triest vor 250 Jahren, und des Friedhofs, auf dem... [mehr]

Zum ersten Mal begegnete mir Winckelmann in einem Buch der Weimarer Schriftstellerin Jutta Hecker (1904-2002). Ihre Biografie beginnt mit einer Beschreibung der Hafenstadt Triest vor 250 Jahren, und des Friedhofs, auf dem später für Winckelmann ein Kenotaph errichtet wurde: »Winckelmann – das Wissen von heute rühmt ihn im Grunde nur noch als Begründer der Archäologie –, war er mehr? Und wie kam er hierher nach Triest? Nachdenklich schaust du umher: Rings um dich Stille und Stein und Schatten wie über diesem Namen Stille und Starre und Schatten. Und doch, wenige Schritte nur zurück, und da ist wieder heißes, sengendes Licht, Gelärm, Getriebe, Geschrei.«

Die violetten Fenster

Dritte Betrachtung zu den Fenstermotiven im Großen Saal des Goetheanums

Von den blauen Weiten des Raumes – mit dem Thema der Bildung der leiblichen Grundlage als Gefährt der Seele – wandern wir weiter nach Norden und dem violetten Fenster zu. Es führt uns zu den Rätseln von Tod und Wiedergeburt.... [mehr]

Von den blauen Weiten des Raumes – mit dem Thema der Bildung der leiblichen Grundlage als Gefährt der Seele – wandern wir weiter nach Norden und dem violetten Fenster zu. Es führt uns zu den Rätseln von Tod und Wiedergeburt. Mit dem Blau entstand das Erlebnis der Überwindung des Egoistischen, um gleichsam makrokosmisch zu werden. Beim Violett nun steigert sich die Farbe zum Religiösen hin und man bereitet sich, um bewusstseinsmäßig über die Todesschwelle zu schreiten. Wenn die Finsternis erleuchtet wird, so entsteht das Blau, und es »steigert sich das Blau in das schönste Violett, wenn wir eine erleuchtete Trübe vor der Finsternis verdünnen oder vermindern.« Dem entspricht auch die innere Steigerung von den blauen zu den violetten Fenstern, wenn man die Finsternis als ein Geistiges, das noch nicht erleuchtet wurde, versteht.

Gnostiker oder Rosenkreuzer?

Ein Blick auf Zwier Willem Leene

Es mag fraglich erscheinen, wozu in einer anthroposophisch ausgerichteten Zeitschrift wie die Drei ein Buch besprochen wird, das den Pionier einer Gruppierung vorstellt, die viele Jahrzehnte hindurch jede Berührung mit der... [mehr]

Es mag fraglich erscheinen, wozu in einer anthroposophisch ausgerichteten Zeitschrift wie die Drei ein Buch besprochen wird, das den Pionier einer Gruppierung vorstellt, die viele Jahrzehnte hindurch jede Berührung mit der anthroposophischen Bewegung mied: des ›Lectorium Rosicrucianum‹. – Der Rezensent sieht die Erfordernis dazu in Entwicklungen der letzten Jahre begründet, die als Versuch einer energischen Annäherung von dieser Seite an die anthroposophische Bewegung zu verstehen sind. Das Instrument, um diese Annäherung voranzubringen, ist die vielerorts agierende ›Stiftung Rosenkreuz‹, eine Vorhoforganisation des ›Lectorium‹, durch die Begegnungen mit Vertretern der Anthroposophie gesucht werden. Und so enthält denn auch das hier zu besprechende Buch zahlreiche Verweise auf Rudolf Steiner und die Anthroposophie.

Überstürzte Individualisierung

Eine Betrachtung des Bildes ›Ixion, von Juno getäuscht‹ von Peter Paul Rubens

Denken, Fühlen und Wollen sind die drei Dimensionen des menschlichen Seelenorganismus, die sich im Physisch-Ätherischen auf das Nerven-Sinnes-System, das rhythmische System und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System stützen. Dass... [mehr]

Denken, Fühlen und Wollen sind die drei Dimensionen des menschlichen Seelenorganismus, die sich im Physisch-Ätherischen auf das Nerven-Sinnes-System, das rhythmische System und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System stützen. Dass diese Funktionen in der Entwicklung der Menschheit in einem langen, leidvollen Prozess harmonisiert wurden, schildert die griechische Mythologie in vielen Facetten. Drei ihrer berühmten Protagonisten – Sisyphos, Ixion und Tantalos – können die gewaltigen seelischen Kräfte nicht integrieren und werden deshalb grässlich bestrafte tragische Helden, welche die Gemüter bis in die Neuzeit beschäftigen. Es wurde bereits gezeigt, wie bei Sisyphos das Denken alles beherrschte und Wunsch und Wagemut den Tantalos verführten. Dass Ixion von den Kräften der Individualisierung überwältigt und vereinsamt wurde, weil es ihm nicht gelang, sein Gefühlsleben zu gestalten, wird im vorliegenden Beitrag mit Hilfe des Bildes ›Ixion und Nephele‹ von Peter Paul Rubens entwickelt.

Die Brücke über das Nichts

Die Ohnmacht des gewöhnlichen Erkennens als Ausgangspunkt der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners

Vor hundert Jahren hielt Rudolf Steiner eine Reihe von öffentlichen Vorträgen, in denen er sich über ein Erlebnis äußerte, das damals etwa 35 Jahre zurücklag: seine Begegnung mit Friedrich Theodor Vischer, in deren... [mehr]

Vor hundert Jahren hielt Rudolf Steiner eine Reihe von öffentlichen Vorträgen, in denen er sich über ein Erlebnis äußerte, das damals etwa 35 Jahre zurücklag: seine Begegnung mit Friedrich Theodor Vischer, in deren Folge er die ersten Bausteine der Anthroposophie legen konnte. lm Folgenden wird der Charakter dieses Ereignisses entfaltet und der Frage nachgegangen, wie mit dessen Hilfe – in einer sehr grundsätzlichen Art und Weise – die Brücke zwischen Alltagsbewusstsein und dem in Rudolf Steiner verkörperten höheren Bewusstsein gebildet werden kann.

Poesie – die Sprache des magischen Idealismus

Laut Novalis hängt die poetische Kraft von dem Erkenntnisbewusstsein ab, von dem sie getragen wird: »Je größer der Dichter, desto weniger Freyheit erlaubt er sich, desto philosophischer ist er.« Die poetische Konstruktion... [mehr]

Laut Novalis hängt die poetische Kraft von dem Erkenntnisbewusstsein ab, von dem sie getragen wird: »Je größer der Dichter, desto weniger Freyheit erlaubt er sich, desto philosophischer ist er.« Die poetische Konstruktion soll zwar nicht Erkenntnisse begrifflich darstellen, eine abstrakte Gedankenbewegung nach sich ziehen, jedoch in dem poetischen Werk ein Instrument erzeugen, das wie die Werke echter Wissenschaft das seelische Leben stärkt, konkretisiert. Dem Poeten (für Novalis ist der Poet der sprachlich Schöpferische, der Dichter schlechthin) wird dies insofern gelingen, als er Erfahrungen des seelischen Lebens angesammelt hat und in der Erkenntnis seiner selbst vorgedrungen ist. Das Erkennen bildet den untergründig das poetische Schaffen belebenden Gegenstrom. Es ist geistiges Einatmen der Zusammenhänge, die – verwandelt durch individuelles Erleben – im Kunstschaffen ausgeatmet werden. Der Poet wählt und entwickelt seinen Stoff, die sprachlich gebundene Vorstellung, so, dass dieser sein Erkennen aufzunehmen vermag.

Friedrich Schlegel und Novalis

im Spiegel ihres Briefwechsels

Betrachtet man das Zusammenwirken von Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg, so kann man nur darüber staunen, wie vollständig sich diese beiden Geister ergänzten. Es war die denkbar größte Wertschätzung, die... [mehr]

Betrachtet man das Zusammenwirken von Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg, so kann man nur darüber staunen, wie vollständig sich diese beiden Geister ergänzten. Es war die denkbar größte Wertschätzung, die sie einander entgegenbrachten, das höchste Freiheitsempfinden für den anderen, dem man hier staunend begegnen kann. Gerade in den späteren Jahren dieser Freundschaft drängt sich zuweilen der Eindruck auf, als stünden einander nicht zwei getrennte Persönlichkeiten gegenüber, sondern als hätte man es mit einer einheitlichen Wesenheit zu tun – so vollständig war die gegenseitige Durchdringung, so tief das Verständnis füreinander. Um sich zu solchen Höhen erheben zu können, musste diese Freundschaftsbeziehung allerdings mehrere Stufen durchlaufen.