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Es riecht nach Aufklärung

Zum Heft ›Abrahams Kinder‹, die Drei 8-9/2016

Ihrem Heft ›Abrahams Kinder‹ mangelt leider ein Sinn für Religion, ein geisteswissenschaftlicher Blick auf Religion.

Susanne Schröter:»Gott näher als der eigenen Halsschlagader« – Fromme Muslime in Deutschland

Nuancierte Einblicke

Andreas Meyer:Zwei Orientreisende auf der Suche nach dem wahren Selbst. Théophile Gautier und Gérard Nerval

Vordenker und Vorbereiter

Philip Kovce:Von Bologna nach Berlin und wieder zurück. Über die Verfassung der Universität. Eine Bildungsreise

Reise in Humboldts Gegenwart

Hartmut Rosa:Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung

Sehnsucht nach Weltanverwandlung

Zutritt verboten

Erfahrungen mit (deutscher?) Unkultur

Ein früher Maienurlaub an der Kieler Föhrde hat mir eine wunderbare Gewohnheit geschenkt: einen Spaziergang in aller Herrgottsfrühe, mitten in die schmetternden Vogelgesänge hinein, ins Buchengrün, in die aufsteigende... [mehr]

Ein früher Maienurlaub an der Kieler Föhrde hat mir eine wunderbare Gewohnheit geschenkt: einen Spaziergang in aller Herrgottsfrühe, mitten in die schmetternden Vogelgesänge hinein, ins Buchengrün, in die aufsteigende Helle. Ich habe diese Gewohnheit beibehalten und durchstreife nun auch mein HavelstaÅNdtchen, entdecke es neu, sehe es mit erwachten Sinnen, und vieles sehe ich eigentlich zum ersten Male.

Fundstück XXVIII – »Alles fließt / doch nicht ohne Nebenabsicht«

Bei einer kursorischen Durchsicht der Notizbücher Rudolf Steiners aus dem Jahr 1897 sind wir im Archiv über eine vermutlich autobiografische Notiz gestolpert. Auf einer sonst unbeschriebenen Seite steht: »Als Nietzsche-Herausgeber... [mehr]

Bei einer kursorischen Durchsicht der Notizbücher Rudolf Steiners aus dem Jahr 1897 sind wir im Archiv über eine vermutlich autobiografische Notiz gestolpert. Auf einer sonst unbeschriebenen Seite steht: »Als Nietzsche-Herausgeber / pecuniäre Vorteile / Alles fließt / doch nicht ohne Nebenabsicht[.]« Als Nietzsche-Spezialist in unserem Archiv habe ich mich daraufhin an die Entschlüsselung dieser zunächst rätselhaften Zeilen gemacht.

Lichtbericht

Zwischen Schein und Sein in Weimar

Die wesentliche Erfahrung von Licht im irdischen Raum ist seine Brechung. Licht muss auf Widerstand treffen, um sich zu zeigen, es entreisst sich seiner eigenen Unsichtbarkeit in der Reflexion. Draußen in seiner kosmischen... [mehr]

Die wesentliche Erfahrung von Licht im irdischen Raum ist seine Brechung. Licht muss auf Widerstand treffen, um sich zu zeigen, es entreisst sich seiner eigenen Unsichtbarkeit in der Reflexion. Draußen in seiner kosmischen Realität, Lichtjahre von der Erde im Weltraum entfernt, da müsste es vor lauter Sternen eigentlich hell sein, wie das Olberssche Paradoxon besagt. Doch bekanntlich ist es dort stockdunkel, noch schwärzer als schwarz. Dies spricht für die Einbildungskraft des Lichtes als höheres Gesetz seiner Natur, für sein Schwingungsvermögen als Begegnungskraft. Wo es auftrifft, erzeugt es sichtbare Form und veraÅNndert energetische Gegebenheit, es kann durchleuchten, umhüllen, schattieren, konturieren, temperieren ...

Im Prozess des Anschauens

Zu William Turners ›Schneesturm im Meer‹

Als William Turner 1803 sein Seestück ›Pier in Calais‹ ausstellte, erntete er reichlich Lob, vor allem wegen der realistischen und detaillierten Ausführung. Und dennoch musste sich Turner auch Kritik gefallen lassen... [mehr]

Als William Turner 1803 sein Seestück ›Pier in Calais‹ ausstellte, erntete er reichlich Lob, vor allem wegen der realistischen und detaillierten Ausführung. Und dennoch musste sich Turner auch Kritik gefallen lassen – Kritik, die nicht völlig von der Hand zu weisen ist: Es wurde behauptet, das Wasser sei wie aus Stein und gleiche den Adern einer Marmorplatte. Hatte Turner also doch nicht exakt genug beobachtet? Oder macht sich hier ein anderes, ein grundsätzliches Problem bemerkbar? Besteht nicht stets ein Widerspruch zwischen einem zeitlich verlaufenden Geschehen und dem faktischen Stillstand des Bildes? Ist eine gemalte Welle nicht immer statisch? Kann eine bildliche Darstellung überhaupt etwas anderes vermitteln als einen angehaltenen, quasi zu Stein erstarrten Augenblick?

Ephemere Kathedralen

Christos und Jeanne-Claudes ›The Floating Piers‹ – Eine Spurensuche

Christo hat einen langen Atem. Mit unerschütterlicher Beharrlichkeit und Begeisterungsfähigkeit läßt er schon lang gehegte Vorhaben schließlich Wirklichkeit werden. ›The Floating Piers‹ ist das erste Großprojekt,... [mehr]

Christo hat einen langen Atem. Mit unerschütterlicher Beharrlichkeit und Begeisterungsfähigkeit läßt er schon lang gehegte Vorhaben schließlich Wirklichkeit werden. ›The Floating Piers‹ ist das erste Großprojekt, das er seit der tödlichen Hirnblutung seiner Frau Jeanne-Claude im Jahre 2009 durchgeführt hat. Eine vergleichbare Idee wollten beide schon vor 49 Jahren in Buenos Aires verwirklichen, doch daraus wurde nichts. Auch ein Anlauf vor zwanzig Jahren in der Bucht vor Tokio scheiterte am behördlichen Widerstand. Erst jetzt, am zwischen Brescia und Bergamo gelegenen

Verstecke

Zur Anwesenheit des Unsichtbaren

Als Kind habe ich mich gerne hoch oben in der Krone einer Pappel versteckt, die im verwilderten Garten einer Kriegsruine stand. Die Bäume waren vom Schlingknöterich überwuchert. Der bildete blickdichte Dächer und ließ... [mehr]

Als Kind habe ich mich gerne hoch oben in der Krone einer Pappel versteckt, die im verwilderten Garten einer Kriegsruine stand. Die Bäume waren vom Schlingknöterich überwuchert. Der bildete blickdichte Dächer und ließ die Bäume wie große grüne Fabeltiere aussehen. Der Garten grenzte an den Rheindamm, auf dem ein vor allem an den Wochenenden stark frequentierter Spazierweg vorbeiführte. Ich saß also oben in der Krone versteckt, beobachtete die vorbeischlendernden Spaziergänger und belauschte die Gespräche derjenigen, die sich auf einer in direkter Nähe meines Verstecks befindlichen Bank niederließen. Interessant war dabei weniger, was ich zu sehen und zu hören bekam, sondern vielmehr das Gefühl des Verborgenseins: Ich war unsichtbar da, und dies vermittelte, einmal ganz abgesehen von der wunderbaren Vogelperspektive, ein Gefühl der Souveränität und Unangreifbarkeit.

Von tätigen Wesen

Gottfried Wilhelm Leibniz verteidigt den individuellen Geist

Nach Thomas von Aquin beschäftigte sich auch Gottfried Wilhelm Leibniz mit der Frage, ob dem einzelnen Menschen ein individueller Geist zukomme, oder ob er nur an einem allgemeinen Geist teilhabe. Der folgende Artikel verfolgt... [mehr]

Nach Thomas von Aquin beschäftigte sich auch Gottfried Wilhelm Leibniz mit der Frage, ob dem einzelnen Menschen ein individueller Geist zukomme, oder ob er nur an einem allgemeinen Geist teilhabe. Der folgende Artikel verfolgt die Argumente, die Leibniz, zum Teil in Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Denkweisen, die dem Menschen den individuellen Geist absprachen, aufbrachte. Und macht deutlich, wie diese Fragestellung auch mit der Denkbarkeit von Reinkarnation zusammenhängt.