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(Magnolien-)Licht in der Finsternis

Eine Fukushima-Gedenktagung am Eurythmeum in Aesch/CH

Einer Initiative von Sara Kazakov, die vom 9.-11. März 2018 gemeinsam mit einer Gruppe von Eurythmisten am Eurythmeum in Aesch zum zweiten Mal eine Gedenktagung für die Opfer der atomaren Katastrophe in Fukushima veranstaltet... [mehr]

Einer Initiative von Sara Kazakov, die vom 9.-11. März 2018 gemeinsam mit einer Gruppe von Eurythmisten am Eurythmeum in Aesch zum zweiten Mal eine Gedenktagung für die Opfer der atomaren Katastrophe in Fukushima veranstaltet hat, ist es zu verdanken, dass zumindest in anthroposophischen Kreisen die bisher größte Katastrophe des 21. Jahrhunderts nicht nach sieben Jahren schon wieder vergessen wird.

Verstand und Mysterium

Zur Ausstellung ›Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses‹ in der Pinakothek der Moderne München

Erstmals widmet die Münchner Pinakothek der Moderne dem Werk Paul Klees eine große Sonderausstellung: ›Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses‹ präsentiert neben dem umfangreichen Eigenbestand rund 130 Leihgaben aus... [mehr]

Erstmals widmet die Münchner Pinakothek der Moderne dem Werk Paul Klees eine große Sonderausstellung: ›Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses‹ präsentiert neben dem umfangreichen Eigenbestand rund 130 Leihgaben aus Europa, den USA und Japan. Das Gelände der Pinakotheken ist ungeheuer weitläufig, und es gibt keine Hinweisschilder. Platz und Gebäude auf der Suche nach dem richtigen Eingang ins Geheimnis zu umrunden, kann schon mal eine halbe Stunde dauern. So erging es jedenfalls mir und ein paar Besuchern aus Boston. Der Trost im Innern: Selbst am Wochenende stören keine Besuchermassen und damit ist Muße gegeben – oder, wie Paul Klee 1920 formulierte, Gelegenheit für »eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis«.

Dialog der stillen Dinge

Zur Ausstellung ›Karl Schmidt-Rottluff: expressiv – magisch – fremd‹ im Bucerius Kunst Forum Hamburg

Das ist schon kühn vom Bucerius Kunst Forum: eine Ausstellung mit einer kleinen Postkarte zu beginnen. 1909 im November hatte sie Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) aus Hamburg an seinen Künstler-Kollegen Erich Heckel... [mehr]

Das ist schon kühn vom Bucerius Kunst Forum: eine Ausstellung mit einer kleinen Postkarte zu beginnen. 1909 im November hatte sie Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) aus Hamburg an seinen Künstler-Kollegen Erich Heckel nach Dangast geschrieben und auf der Vorderseite mit Tusche eine weibliche Figur aus Kamerun skizziert, die er offenbar in Hamburg bei einem Sammler oder Händler von außereuropäischer Kunst gesehen (oder gar erworben?) hat. Die Ausstellungen des Bucerius Kunst Forums, das bekanntlich keinen eigenen Werkbestand besitzt, haben sich immer schon durch einen besonderen Blickwinkel ausgezeichnet, der die Sehgewohnheiten angesichts der Kunst, die man zu kennen glaubt, verändert.

Kandinskys ›Kleine Freuden‹

Zum unverschleierten Klang der »konkreten Malerei«

Wassily Kandinsky (1866–1944) gilt als Pionier der abstrakten Malerei, die er auch kunsttheoretisch zu erhellen wusste. Seine geistige Ausrichtung ist bekannt: über seinen Bezug zum Okkulten, zur Theosophie und zur Anthroposophie... [mehr]

Wassily Kandinsky (1866–1944) gilt als Pionier der abstrakten Malerei, die er auch kunsttheoretisch zu erhellen wusste. Seine geistige Ausrichtung ist bekannt: über seinen Bezug zum Okkulten, zur Theosophie und zur Anthroposophie wurde ausgiebig berichtet. Dass die Menschheit an der Schwelle einer neuen Zeit steht – einer Zeit, die das Spirituelle sucht –, war für ihn eine wesentliche Motivation seines Kunstschaffens. Seine Malerei gründet in der Erfahrung des »Geistigen in der Kunst«. Doch ging es ihm nicht darum, Übersinnliches darzustellen, auszudrücken, zu symbolisieren oder zu verschlüsseln, sondern es ging ihm um die Wirklichkeit des Geistigen selbst – im konkreten Bild mit seiner konkreten Gestaltung.

Heimatlose Friedensstifter

Ein Märchen aus brutalen Zeiten

Kann man über einen heutigen Krieg Märchen erzählen, ohne etwas zu verharmlosen und ohne die Zwischendimensionen zu verlieren, die wirklichen Märchen eigen sind? Man kann es – und muss es vielleicht sogar, will man... [mehr]

Kann man über einen heutigen Krieg Märchen erzählen, ohne etwas zu verharmlosen und ohne die Zwischendimensionen zu verlieren, die wirklichen Märchen eigen sind? Man kann es – und muss es vielleicht sogar, will man nicht die seelische Wirklichkeit der Menschen aus dem Auge verlieren. Der irakische Kurde Bachtyar Ali lebt seit über zwanzig Jahren – nachdem er als Student mit der Diktatur Saddam Husseins in Konflikt gekommen war – in Deutschland, schreibt aber weiterhin auf kurdisch und ist in Kurdistan ein gefeierter Autor. Nach dem Erfolg eines ersten ins Deutsche übersetzen Romans, ›Der letzte Granatapfel‹ (2016), hat nun der Züricher Unionsverlag einen weiteren Roman von ihm herausgebracht: ›Die Stadt der weißen Musiker‹, im Original bereits 2005 erschienen. Auch dieser spielt inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak: den zwei Golfkriegen (1980-88 und 1990/91), Saddams Krieg gegen die Schiiten im Süden, seinen Vernichtungsfeldzügen gegen die Kurden im Norden, und dazu den blutigen innerkurdischen Fehden.

Eine moderne Identität

Zur Aktualität von Edward Saids ›Orientalismus‹

Vor 40 Jahren erschien in New York die erste Ausgabe von Edward Saids Hauptwerk ›Orientalismus‹. Das Buch wurde in 36 Sprachen übersetzt und liegt seit 2009 in einer zweiten, gut lesbaren deutschen Fassung vor. Im Gegensatz... [mehr]

Vor 40 Jahren erschien in New York die erste Ausgabe von Edward Saids Hauptwerk ›Orientalismus‹. Das Buch wurde in 36 Sprachen übersetzt und liegt seit 2009 in einer zweiten, gut lesbaren deutschen Fassung vor. Im Gegensatz zu Frankreich, Großbritannien und den USA ist Edward Said im deutschsprachigen Raum wenig bekannt; dementsprechend ist sein Hauptwerk hierzulande selbst von Orientalisten kaum rezipiert worden. Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen, die durch die vielschichtigen Umwälzungen in den Ländern des Orients auch für Mitteleuropa entstehen, erscheint eine Auseinandersetzung mit Saids Gedanken zukunftsweisend.

Lächelnd durch die Nacht des Todes

Zur Ausstellung ›Die Etrusker‹ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Sie nannten sich selbst »Rasenna« oder »Rasna« und siedelten in Mittelitalien zwischen dem Arno im Norden, dem Tiber im Süden und dem Tyrrhenischen Meer im Westen. Von jeher haftete den Etruskern die Aura des Geheimnisvollen... [mehr]

Sie nannten sich selbst »Rasenna« oder »Rasna« und siedelten in Mittelitalien zwischen dem Arno im Norden, dem Tiber im Süden und dem Tyrrhenischen Meer im Westen. Von jeher haftete den Etruskern die Aura des Geheimnisvollen an. Wer sie waren und woher sie kamen ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Durch römische Autoren weiß man, dass es sich um eine Schrift verwendende Hochkultur handelte, ihre Eigenzeugnisse sind jedoch größtenteils verlorengegangen. Daher kommt der archäologischen Forschung eine Hauptrolle zu.

Das gebrochene Bild

Johann Joachim Winkelmann (9. Dezember 1717 – 18. Juni 1768)

Zum ersten Mal begegnete mir Winckelmann in einem Buch der Weimarer Schriftstellerin Jutta Hecker (1904-2002). Ihre Biografie beginnt mit einer Beschreibung der Hafenstadt Triest vor 250 Jahren, und des Friedhofs, auf dem... [mehr]

Zum ersten Mal begegnete mir Winckelmann in einem Buch der Weimarer Schriftstellerin Jutta Hecker (1904-2002). Ihre Biografie beginnt mit einer Beschreibung der Hafenstadt Triest vor 250 Jahren, und des Friedhofs, auf dem später für Winckelmann ein Kenotaph errichtet wurde: »Winckelmann – das Wissen von heute rühmt ihn im Grunde nur noch als Begründer der Archäologie –, war er mehr? Und wie kam er hierher nach Triest? Nachdenklich schaust du umher: Rings um dich Stille und Stein und Schatten wie über diesem Namen Stille und Starre und Schatten. Und doch, wenige Schritte nur zurück, und da ist wieder heißes, sengendes Licht, Gelärm, Getriebe, Geschrei.«

Die violetten Fenster

Dritte Betrachtung zu den Fenstermotiven im Großen Saal des Goetheanums

Von den blauen Weiten des Raumes – mit dem Thema der Bildung der leiblichen Grundlage als Gefährt der Seele – wandern wir weiter nach Norden und dem violetten Fenster zu. Es führt uns zu den Rätseln von Tod und Wiedergeburt.... [mehr]

Von den blauen Weiten des Raumes – mit dem Thema der Bildung der leiblichen Grundlage als Gefährt der Seele – wandern wir weiter nach Norden und dem violetten Fenster zu. Es führt uns zu den Rätseln von Tod und Wiedergeburt. Mit dem Blau entstand das Erlebnis der Überwindung des Egoistischen, um gleichsam makrokosmisch zu werden. Beim Violett nun steigert sich die Farbe zum Religiösen hin und man bereitet sich, um bewusstseinsmäßig über die Todesschwelle zu schreiten. Wenn die Finsternis erleuchtet wird, so entsteht das Blau, und es »steigert sich das Blau in das schönste Violett, wenn wir eine erleuchtete Trübe vor der Finsternis verdünnen oder vermindern.« Dem entspricht auch die innere Steigerung von den blauen zu den violetten Fenstern, wenn man die Finsternis als ein Geistiges, das noch nicht erleuchtet wurde, versteht.

In der Freiheit stehen

Zur Michaelitagung 2017 des D.N. Dunlop Instituts

›Wege mit dem Zeitgeist Michael‹ war am 6. und 7. Oktober Inhalt der diesjährigen Michaelitagung des D.N. Dunlop Instituts in Mannheim. In ihrem beeindruckenden Eröffnungsvortrag ›Michael verstehen heißt den Weg... [mehr]

›Wege mit dem Zeitgeist Michael‹ war am 6. und 7. Oktober Inhalt der diesjährigen Michaelitagung des D.N. Dunlop Instituts in Mannheim. In ihrem beeindruckenden Eröffnungsvortrag ›Michael verstehen heißt den Weg zu Christus finden‹ verglich Martina Maria Sam das Erscheinen der Anthroposophie als Michaelslehre mit dem Entstehen der Naturwissenschaften im 15. Jahrhundert. Während diese zwar erst bekämpft, dann aber zur beherrschenden Weltanschauung wurden, werde sich jene nicht ohne bewusste Hinwendung des Menschen zum Geistigen weiterentwickeln. Ein Ausbleiben dieser seit dem Ende des 19. Jahrhunderts möglichen Höherentwicklung hätte den Abstieg der Kultur ins Untermenschliche zur Folge. Michael will den Menschen so impulsieren, dass dieser sein Denken bewusst dem Kosmischen öffnen und es verlebendigen kann, wodurch insbesondere auch ein neues Verhältnis zu Christus möglich wird. Die kosmische Intelligenz, die Michael früher verwaltete und die ein Leben in den geistigen Beziehungen der Wesen war, ist ihm entfallen und ganz auf der Erde angelangt. Es liegt in unserer Verantwortung, ob wir sie im Physisch-Materiellen untergehen lassen oder durch unser Denken den Geist wieder als kosmisch Wesenhaftes erleben lernen.

Impulse aus den Elementen

Die Initiative ›Summer School Iona and Isle of Mull‹

Es begann mit einer Intuition, vor Ort, bei einem Besuch der west-schottischen Insel Iona vor einigen Jahren: Hier muss anthroposophisch etwas passieren! Bald entwickelte sich der Gedanke weiter. Was passt zu diesem Ort?... [mehr]

Es begann mit einer Intuition, vor Ort, bei einem Besuch der west-schottischen Insel Iona vor einigen Jahren: Hier muss anthroposophisch etwas passieren! Bald entwickelte sich der Gedanke weiter. Was passt zu diesem Ort? Wie soll gearbeitet werden? Ganz konkret: im Geiste des iro-schottischen Christentums und – im weiteren Sinne – gemäß des westlichen Mysterienstromes, welcher in der Natur den Geist sucht, und diese durch den Menschen vergeistigen möchte. Das wurde zum Programm: Eine Woche Geistesschulung in der Natur aus der Wahrnehmung des Gegebenen. Denn Iona ist ein Welt-Ort dieser Geisteshaltung, nicht nur historisch gesehen, sondern – so erleben es immer wieder Menschen – auch heute noch. Es gesellten sich in der Genese des ›Summer Camps‹ – wie die Tagung gerne genannt wird, denn »Camp« betont noch mehr das Abenteuer und die Naturnähe – weitere Mitstreiter dem Vorhaben hinzu, genauso wie weitere inhaltliche Ideale: Es sollte ganz kosmopolitisch offen sein, ohne Einschränkungen, und als Gruppenprozess stattfinden.

Eine Zeitgenossin

Zur Ausstellung ›Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife‹ im Lenbachhaus

In München erwartet uns eine Überraschung. Die Ausstellung im Lenbachhaus: ›Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife‹ präsentiert eine Künstlerin, deren Werk und Lebenslauf wir geradezu instinktiv dem Beginn des letzten... [mehr]

In München erwartet uns eine Überraschung. Die Ausstellung im Lenbachhaus: ›Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife‹ präsentiert eine Künstlerin, deren Werk und Lebenslauf wir geradezu instinktiv dem Beginn des letzten Jahrhunderts – der Epoche des ›Blauen Reiter‹ – zuschreiben. Doch Gabriele Münter, 1877 geboren, starb erst 1962 und hat bis zum Schluss gearbeitet und ausgestellt. Sie nahm noch an der ersten ›documenta‹ im Jahre 1955 teil. Ihr Werk umfasst, neben tausenden von Zeichnungen und Aquarellen, über 2.200 Gemälde – und dazu werden wir mit der bisher völlig unbekannten Tatsache von ca. 1.200 Fotografien konfrontiert. Der Besucher kann also sogleich an die Arbeit gehen, um sein eigenes Bild der Künstlerin zu aktualisieren.