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Sinnangliederungen

Elemente der Spracherneuerung bei Rudolf Steiner und Tendenzen im gegenwärtigen Sprachgebrauch

»Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort«, dichtete Rainer Maria Rilke im Jahr 1898 und drückte damit sein Erschrecken über scheinbar eindeutige Weltinterpretationen und sprachliche Vordergündigkeiten aus. Bei Hugo... [mehr]

»Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort«, dichtete Rainer Maria Rilke im Jahr 1898 und drückte damit sein Erschrecken über scheinbar eindeutige Weltinterpretationen und sprachliche Vordergündigkeiten aus. Bei Hugo von Hoffmannsthal äußerte sich zu gleicher Zeit eine tiefe Skepsis gegenüber den eigenen Ausdrucksmitteln, wie er in seinem 1902 entstandenen ›Brief‹ des Lord Chandos an Francis Bacon offenbarte. Sprache, offensichtlich auch die poetische, schien dem menschlichen Ausdrucks- und Verständigungsbedürfnis nicht mehr zu genügen. Hofmannsthals Lord Chandos wünscht sich »eine Sprache, von deren Worten mir auch nicht eines bekannt ist, eine Sprache, in welcher die stummen Dinge zu mir sprechen«, die »unmittelbarer, glühender ist als Worte«. Ein solcher Wunsch lässt alles Herkömmliche hinter sich und greift in den Bereich hinter den Wörtern, ins Übersinnliche hinein. 

Grenze der Sprache – Ende der Welt

Zur Apologie mythischer Rede. In Erinnerung an Ludwig Wittgenstein

In Absatz 6.522 des ›Tractatus‹ – so aktuell wie je – schreibt Ludwig Wittgenstein: »Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies z e i g t sich, es ist das Mystische.« Ist wirklich »Unaussprechliches« gemeint?... [mehr]

In Absatz 6.522 des ›Tractatus‹ – so aktuell wie je – schreibt Ludwig Wittgenstein: »Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies z e i g t sich, es ist das Mystische.« Ist wirklich »Unaussprechliches« gemeint? Also etwas, das nicht ausgesprochen werden darf, das tabu ist wie »die Unaussprechlichen« – nämlich die Beinkleider einer Dame im Viktorianischen England? Oder ist vielmehr »Unaussprechbares« oder »Unsagbares« gemeint, mithin etwas, das nicht ausgesprochen werden k a n n ? (Die Endsilbe »-bar« eines verneinten Adjektivs drückt, auch in dessen Substantivierung, kein Verbot, sondern eine Unmöglichkeit aus, was – nebenbei gesagt – die Väter und Mütter des Grundgesetzes nicht wussten, als sie mangels Beherrschung der deutschen Sprache fälschlicherweise behaupteten, die Würde des Menschen sei »unantastbar«.) Oder aber, dritte Möglichkeit: Meint »Unaussprechliches« die eminente Fülle des so Benannten, die alle Sprachgewalt so sehr übersteigt, dass Sprache sie nicht auszuschöpfen vermag, da sie angesichts ihrer nie an ein Ende gelangt? – Wie differenziert ist Wittgensteins Sprachgebrauch? Aus dem Kontext des ›Tractatus‹ lässt sich erschließen, dass »Unaussprechliches« am ehesten jenes meint, das sich nach Wittgenstein nicht »klar« sagen, also überhaupt nicht sagen lässt und somit unsagbar ist.

Rudolf Steiner als Erzähler I

Perspektiven einer allgemeinen Erzähltheorie

Traditionell verstehen wir unter Erzählungen Geschichten, die in Form von Mythen, Märchen oder Romanen kulturell überliefert sind oder von Schriftstellern verfasst werden. Sie gelten als Produkte der Phantasie. Auch wenn... [mehr]

Traditionell verstehen wir unter Erzählungen Geschichten, die in Form von Mythen, Märchen oder Romanen kulturell überliefert sind oder von Schriftstellern verfasst werden. Sie gelten als Produkte der Phantasie. Auch wenn sie für unsere Lebensorientierung Bedeutung haben und das Fiktive sowie das Imaginäre so etwas wie eine anthropologische Disposition darstellen, sind Erzählungen als eine Art Feierabendprodukte doch von der nüchternen Tagesarbeit und dem klaren Tatsachenwissen geschieden. Ein Roman ist eben, nach traditionellem Verständnis, keine Biografie und eine historische Erzählung kein Roman. Doch die selbstverständliche Unterscheidung zwischen dem Faktischen, die für den wissenschaftlichen, und dem Fiktiven, die für den künstlerischen Text gilt, ist fragwürdig geworden. Erzählen können wir nämlich immer schon beides: erfundene Geschichten und tatsächlich erlebte. Die Erzählung als produktive Schöpfung kann sich so eng wie möglich an die erlebten Tatsachen halten oder vor Erfindungslust übersprudeln, immer ist sie Erzählung, erzählende Tätigkeit.

Umkehr als esoterische und soziale Denkform

Als Rudolf Steiner am 10. Januar 1925 die Vorrede zur Neuauflage seiner ›Geheimwissenschaft im Umriss‹ schrieb, war ihm das Anlass für einen Rückblick auf seine innere Situation fünfzehn Jahre zuvor beim Verfassen... [mehr]

Als Rudolf Steiner am 10. Januar 1925 die Vorrede zur Neuauflage seiner ›Geheimwissenschaft im Umriss‹ schrieb, war ihm das Anlass für einen Rückblick auf seine innere Situation fünfzehn Jahre zuvor beim Verfassen dieses Buches. Insbesondere war er damals darum bemüht, ja besorgt gewesen, den Gehalt seiner esoterischen Aussagen für seine Zeitgenossen so verständlich wie möglich zu formulieren. So kreisen seine knappen Ausführungen in dieser Vorrede denn auch um das Thema der »Verständlichkeit«. Und sie erhalten im Hinblick auf seinen nahe bevorstehenden Tod einen vermächtnishaften, vorausblickenden, zukünftigen Charakter. Denn Rudolf Steiner würde nun selber seinem Buch nicht mehr mit neuen Erläuterungen, Verbesserungen oder der Anpassung an veränderte Lesegewohnheiten beistehen können. Ein letztes Mal noch brachte er alle Sorgfalt auf, die Bedingungen für ein angemessenes Verstehen seiner Aussagen klar mitzuteilen.

Der Alltag als Schulungsweg

Die Erneuerung des sozialen Lebens durch die Verwandlung der Seelenkräfte

Das soziale Beziehungsgefüge wird maßgeblich von der Form der Begegnung geprägt, die den Menschen aufgrund der Beschaffenheit ihres Seelenlebens möglich ist. In der Vergangenheit fand dieses Seelenleben Halt in äußeren... [mehr]

Das soziale Beziehungsgefüge wird maßgeblich von der Form der Begegnung geprägt, die den Menschen aufgrund der Beschaffenheit ihres Seelenlebens möglich ist. In der Vergangenheit fand dieses Seelenleben Halt in äußeren Formen des sozialen Lebens. Diese tragen immer weniger. Das Seelenleben der Menschen steht dadurch schutzlos den äußeren und inneren Einflüssen gegenüber. Neue, tragfähige Formen können nicht einfach von außen eingeführt werden. Sie müssen sich in sozialen Prozessen herausbilden. Der Artikel beschreibt, welche Hindernisse dabei im Alltag zu überwinden sind und welche Entwicklungshilfen aus der Geisteswissenschaft in Anspruch genommen werden können. Im Arbeitsalltag kann der Umgang mit den 12 Monatstugenden eine besondere Hilfe für die Selbsterziehung werden.

Das ›Soziale Hauptgesetz‹

und die Finanzierung der freien geistigen Arbeit

Die Leistungen, die ein freies Geistesleben der Gesellschaft erbringen kann, werden systematisch unterschätzt. Ein Kernanliegen Rudolf Steiners war, für ein Verständnis dieser freien Geistestätigkeit so zu werben, dass... [mehr]

Die Leistungen, die ein freies Geistesleben der Gesellschaft erbringen kann, werden systematisch unterschätzt. Ein Kernanliegen Rudolf Steiners war, für ein Verständnis dieser freien Geistestätigkeit so zu werben, dass auch eine sachgemäße Finanzierung derselben möglich wird. Der vorliegende Beitrag skizziert, wie Rudolf Steiner seine Gedanken zur Sozialen Frage zwischen 1904 und 1922 fortentwickelte. Der 13. Vortrag des Nationalökonomischen Kurses verdeutlicht, dass dem Geistesleben die Arbeit an der Natur erspart werden muss, wenn es fruchtbar sein soll. Das rein dem irdischen Leben zugewandte Geistesleben erzwingt diese Ersparnis in einer Form, die zu Not und Elend führt.

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Eigenverantwortung und Solidarität

Zur Praxis der Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen

Unser durchkommerzialisiertes Gesundheitssystem untergräbt sowohl das eigenverantwortliche Handeln der Betroffenen als auch die Ausbildung eines konkreten solidarischen Bewusstseins. Doch es gibt Alternativen: die Solidargemeinschaften.... [mehr]

Unser durchkommerzialisiertes Gesundheitssystem untergräbt sowohl das eigenverantwortliche Handeln der Betroffenen als auch die Ausbildung eines konkreten solidarischen Bewusstseins. Doch es gibt Alternativen: die Solidargemeinschaften. Die Redaktion hat die Samarita gebeten, ihr Anliegen zu skizzieren aber auch die Schwierigkeiten im Rahmen der gegenwärtigen gesetzlichen Situation darzulegen. Im Kampf um die rechtliche Klarstellung der Solidargemeinschaften haben sich Mitstreiter gefunden, bei denen vielleicht mancher eher ein klar geregeltes staatliches Versorgungssystem erwartet hätte.

Wider die Entmündigung des Menschen im Gesundheitswesen

Wir leben in einer paradoxen Situation. Die Europäische Integrationsbewegung, der Verfassungsstaat, unsere repräsentative Demokratie, unser Gesundheits- und Sozialsystem und nicht zuletzt die moderne wissenschaftliche Medizin... [mehr]

Wir leben in einer paradoxen Situation. Die Europäische Integrationsbewegung, der Verfassungsstaat, unsere repräsentative Demokratie, unser Gesundheits- und Sozialsystem und nicht zuletzt die moderne wissenschaftliche Medizin ermöglichen Formen der Selbstbestimmung, wie sie die Menschheit nie zuvor gekannt hat. Auf der anderen Seite sind es eben diese Bedingungen und Instrumente, durch die wir uns um das zu bringen drohen, was sie uns ermöglichen sollen: ein Zusammenleben in und eine menschliche Entwicklung aus Freiheit. Das, was eigentlich erst den Entfaltungsraum für die Entwicklung der menschlichen Freiheit herstellen sollte, wendet sich mit Macht gegen den Menschen selber. Undurchschaubare Verflechtungen zwischen Staat, Wirtschaft und Kulturbereich, mächtige Institutionen, Sicherheitsmaßnahmen, flächendeckende Präventionsprogramme und politisch wie ökonomisch gesetzte Handlungsanreize stehen (um nur einige Beispiele zu nennen) für einen diffus um sich greifenden und subtilen Entzug von Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Personalentwicklung in Unternehmen und anthroposophischer Schulungsweg

Versuch einer Gegenüberstellung

Innerhalb der Anthroposophie bildet der sogenannte »Schulungsweg« ein zentrales und identitätsstiftendes Element der persönlichen Weiterentwicklung. In den anthroposophischen Grundschriften ›Theosophie‹, ›Wie erlangt... [mehr]

Innerhalb der Anthroposophie bildet der sogenannte »Schulungsweg« ein zentrales und identitätsstiftendes Element der persönlichen Weiterentwicklung. In den anthroposophischen Grundschriften ›Theosophie‹, ›Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten‹ oder auch der ›Geheimwissenschaft im Umriss‹ werden wichtige und grundlegende Aspekte des »Pfads der Erkenntnis« bzw. der »Geheimschulung« dargestellt. In zahlreichen weiterführenden Schriften und Vortraägen hat Rudolf Steiner – und haben in seiner Nachfolge eine Vielzahl von Autoren aus dem Umfeld der Anthroposophie – diese Aspekte weiter ausgeführt und vertieft. – Bei dem in der heutigen Gesellschaftsstruktur dominierenden Wirtschaftsleben wird wiederum große Bedeutung auf die Gewinnung und Weiterentwicklung geeigneten Personals gelegt. Assessment Centers zur Identifikation geeigneter Mitarbeiter, »Head Hunting« auf dem Personalmarkt, um im »War for Talents« die besten Kandidaten für die eigene Firma zu gewinnen und viele interne Programme zur Entwicklung und Förderung von Mitarbeitern und Führungskräften stehen im Hintergrund jeder Biografie innerhalb großer Industrieunternehmen.

Wie Gemeinschaft entsteht

Dialogische Kultur als Weg in die soziale Zukunft

Im Jahre 1985 berichtete Albert Fink von einem Industriebetrieb, der nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit durch die Belegschaft übernommen wurde. Dadurch wurden alle bisherigen Mitarbeiter zugleich zu Mitunternehmern.... [mehr]

Im Jahre 1985 berichtete Albert Fink von einem Industriebetrieb, der nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit durch die Belegschaft übernommen wurde. Dadurch wurden alle bisherigen Mitarbeiter zugleich zu Mitunternehmern. In dieses Modell hat man damals große Hoffnungen gesetzt. Doch gelang es auf Dauer nicht, der neuen Situation entsprechend zu handeln. In wirtschaftlichen Krisensituationen »wurden viele Kollegen oder besser gesagt mitarbeitende Mitunternehmer entlassen«. Das geschah im Laufe der Jahre mehrmals. »Bei einer der letzten Belegschaftsversammlungen vertrat der Gewerkschaftsvertreter unter dem Beifall der Versammelten die Auffassung, der Betrieb müsse aufgegeben werden, wenn er die durch Haustarifvertrag und Besitzstand gesicherten Löhne und Gehälter und die jährlichen, tariflichen Lohnerhöhungen nicht mehr erwirtschaften könne.« Und dies, obgleich damals viele Wettbewerber aus den gleichen Gründen Konkurs anmelden mussten, und obgleich bekannt war, »dass nach Schließung des Betriebes die Mitarbeiter kaum eine Chance haben, neue bezahlte Arbeitsplätze zu finden«. Dabei hätten die Betroffenen als Miteigentümer des Unternehmens die Möglichkeit gehabt, ihre Arbeitszeiten und -entgelte selbst zu gestalten. »So wich bei einigen Teilnehmern der Belegschaftsversammlung der Zuspruch zur Selbstamputation anderntags einer allgemeinen Ratlosigkeit, ja Betroffenheit.« Von gewerkschaftlicher Seite wurde darauf bestanden, »dass weitere Mitarbeiter entlassen werden und die bestehenden Lohnstrukturen leistungsbezogener gestaltet werden müssten. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die arbeitgeberähnliche Haltung der gewerkschaftlich veranlassten Therapievorschläge«. Die vielfältigen Versuche von anderer Seite, den Mitarbeitern ihre Chancen bewusst zu machen, die sie in einem arbeitgeberlosen Betrieb haben, wurden nicht aufgegriffen, obwohl aufgezeigt werden konnte, durch welche Maßnahmen Entlassungen von Arbeitskollegen verhindert und das allgemeine Wohlergehen gefördert werden könnten.

Das Beispiel SEKEM

Vor gut 60 Jahren verließ mein Vater Ibrahim Abouleish Ägypten, um in Europa zu studieren. Er verließ ein Land, in dem 18 Millionen Menschen lebten, gute Bildung genossen und in dem es ein florierendes kulturelles Leben... [mehr]

Vor gut 60 Jahren verließ mein Vater Ibrahim Abouleish Ägypten, um in Europa zu studieren. Er verließ ein Land, in dem 18 Millionen Menschen lebten, gute Bildung genossen und in dem es ein florierendes kulturelles Leben gab. Als er Ende der 1970er Jahre zurückkehrte, war in Ägypten von all dem kaum noch etwas zu spüren. Die Bevölkerung hatte sich beinahe verdoppelt. Die Wirtschaft und das soziale System kamen nicht mehr hinterher. Heutzutage sieht es noch schwieriger aus. Die gegenwärtige Situation Ägyptens erscheint auf den ersten Blick deprimierend und wenig hoffnungsvoll. Angefangen bei der stark bedrohten Umwelt, über die wirtschaftliche Abhängigkeit und politische Instabilität bis hin zum mangelhaften Bildungssystem und dem kaum zu findenden Raum für Geistesleben – Ägypten scheint in allen Bereichen ausgetrocknet wie die Wüste selber.

Eurhythmisch denken

Die Gebärden des Verstehens

Wenn ich denkend ergreife, erfasse, verstehe, dann begegne ich, denkend-wahrnehmend, nicht einer steif vor mir stehenden Realität, einem in sich gefangenen, verschlossenen Gegen-Stand. Die Gegenwart des Verstehens west vielmehr... [mehr]

Wenn ich denkend ergreife, erfasse, verstehe, dann begegne ich, denkend-wahrnehmend, nicht einer steif vor mir stehenden Realität, einem in sich gefangenen, verschlossenen Gegen-Stand. Die Gegenwart des Verstehens west vielmehr in mir als Empfindung eines dynamischen Gleichgewichtes, einer Harmonie zwischen meinem Ich und dem durch das Denken verstandenen Wesen; einer Harmonie, die durch mich in einem Augenblick jenseits von Raum und Zeit knospet. Diese Harmonie wird aber unmittelbar zu einem stimmigen zeitlichen Verhältnis, zu einem stimmigen Rhythmus, der in der verstehenden Begegnung blüht. Und durch das Klingen dieses Rhythmus’ offenbaren sich wiederum mein Ich und das verstandene Wesen räumlich-zeitlich in einer Form, die ohne das Verstehen nicht hätte geboren werden können: Das räumlich-zeitliche Sein wird durch mein Verstehen reicher, und mein Verstehen ist die Schöpfung neuer Formen des Seins. Schule ich mich nun darin, die seinsschaffende Dimension des Begreifens, Verstehens wahrzunehmen, so offenbart sich mir das begreifende, verstehende Denken als Tätigkeit, die in der aktiven Bildung stimmiger, guter, schöner Rhythmen west. Begreifendes, verstehendes Denken ist, anders gesagt, wortwörtlich eurhythmisch – denn »eu-« ist das altgriechische Präfix, das auf »gut, schön, stimmig, harmonisch« hinweist.