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Auf dem Weg zu einem neuen Arbeitsbegriff

Zu ›Soziale Zukunft: Das Bedingungslose Grundeinkommen‹

»Wie wollen wir künftig miteinander leben und arbeiten?« – so regt ein neuer Sammelband aus dem Verlag Freies Geistesleben auf seinem Buchrücken den Leser zu einer vertieften Betrachtung der Thematik des Bedingungslosen... [mehr]

»Wie wollen wir künftig miteinander leben und arbeiten?« – so regt ein neuer Sammelband aus dem Verlag Freies Geistesleben auf seinem Buchrücken den Leser zu einer vertieften Betrachtung der Thematik des Bedingungslosen Grundeinkommens an. Der Herausgeber Philip Kovce spricht in seinem kurzen Vorwort davon, dass die Debatte Åtüberraschende Übereinstimmungen ebenso bereithält wie ärgerliche Missverständnisse«. Ersteres kann jeder Leser nachvollziehen, doch worin die »ärgerlichen Missverständnisse« bestehen bleibt leider ungewiss, zumal auch die Befürworter in vieler Hinsicht verschiedene Modelle und Positionen vertreten. In alphabetischer Reihenfolge sind 30 Plädoyers von Autorinnen und Autoren veröffentlicht, 21 von Befürwortern und 9 von Kritikern des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).

Wenn Gedanken handgreiflich werden

Fünf Anmerkungen zum ›Manifest zum Grundeinkommen‹

Wenn ich etwas unbedingt will, wirkt es gewollt. Wenn ich nicht so genau weiß, was ich will, nicht einmal, ob ich leben will, dann tauge ich nicht für das Grundeinkommen. In der Ehe wirkt die Liebe gewollt – wenn ich... [mehr]

Wenn ich etwas unbedingt will, wirkt es gewollt. Wenn ich nicht so genau weiß, was ich will, nicht einmal, ob ich leben will, dann tauge ich nicht für das Grundeinkommen. In der Ehe wirkt die Liebe gewollt – wenn ich nicht weiß, ob ich meinen momentanen Partner ein Leben lang an meiner Seite haben will, tauge ich nicht für die Ehe. Obwohl es beim Grundeinkommen und in Ehen natürlich weniger um die Tauglichkeit eines Menschen geht als um die Tauglichkeit eines gemeinsamen Entschlusses. Oder eigne ich mich, wenn ich nicht weiß, was ich will, für das Grundeinkommen gerade besonders gut? Denn seine Quelle wie sein Ziel ist die Freiheit, und die ist auch die Freiheit des Anderswollenden oder gar des nichts Wollenden. Freiheit ist auch die Freiheit, unbedingt das tun zu wollen, was ich nicht will. Es ist die Freiheit, sowohl das Leben eines Taugenichts zu führen als auch das Leben eines Workaholics. »Der Wille des Menschen ist unantastbar.« (Häni & Kovce, 70. These: ›Grundgesetz‹.)