Artikel von Sivan Karnieli

Das Wort von Herz zu Herz

Eine weihnachtliche Bildbetrachtung

In einer mittelalterlichen Miniatur gibt es ein Bild der Begegnung von Maria und Elisabeth, die beide ihr Kind unter dem Herzen tragen. Der Maler hat das Herz der Frauen jedoch geöffnet, so dass die Kinder selbst sichtbar... [mehr]

In einer mittelalterlichen Miniatur gibt es ein Bild der Begegnung von Maria und Elisabeth, die beide ihr Kind unter dem Herzen tragen. Der Maler hat das Herz der Frauen jedoch geöffnet, so dass die Kinder selbst sichtbar werden. Was er gemalt hat, ist nicht nur die Geschichte von Maria und Elisabeth, die sich begegnen und deren Kinder sich – in Wirklichkeit – im Bauch bewegen, sondern er hat ein eigentliches Herzbild gemalt. Er zeigt uns die Kraft und Fähigkeit des Herzens, und er führt uns mit diesem Bild in jenen Bereich, der einst in der Begegnung der beiden Frauen und ihrer Kinder sich öffnete und der (in der Zeit vor Weihnachten) immer wieder neu aufgesucht werden kann.

»Und das Licht scheint in der Finsternis«

Der Prolog des Johannes-Evangeliums in den ersten eurythmischen Lautangaben I-A-O

Die Eurythmie wird immer wieder neu aus der Aufrichtekraft des Menschen geboren. Aufrichten heißt: Ich richte mich auf an etwas, was als Höheres hineinstrahlt. Es heißt aber zugleich auch: Ich richte mich danach, ich richte... [mehr]

Die Eurythmie wird immer wieder neu aus der Aufrichtekraft des Menschen geboren. Aufrichten heißt: Ich richte mich auf an etwas, was als Höheres hineinstrahlt. Es heißt aber zugleich auch: Ich richte mich danach, ich richte mich daran (aus) – »richten« im Sinne von eine Richtung geben oder auch im Sinne von Gericht. Rudolf Steiner sprach von der Eurythmie gegen die Lügenhaftigkeit; einer Eurythmie, die das Gewissen mitbildet. In dieser Aufrichtigkeit kann das Höhere, an dem ich mich aufrichte, beginnen, sich durch mich auszusprechen ...