Artikel von Anne Weise

Fundstück XXXI: Rudolf Steiners Maturitätszeugnis

In schöner und sorgfältiger Handschrift wurde das Maturitätszeugnis für Rudolf Steiner anlässlich seiner Hochschulreife ausgestellt. Er hatte die Matura (Abitur) an der Oberrealschule in Wien-Neustadt am 5. Juli 1879... [mehr]

In schöner und sorgfältiger Handschrift wurde das Maturitätszeugnis für Rudolf Steiner anlässlich seiner Hochschulreife ausgestellt. Er hatte die Matura (Abitur) an der Oberrealschule in Wien-Neustadt am 5. Juli 1879 mit Auszeichnung abgeschlossen. Auf der Titelseite steht geschrieben: »Steiner Rudolf aus Kraljevec in Ungarn, hat die Realstudien im Schuljahre 1872/3 an der Landes-Oberrealschule in W-Neustadt begonnen und bis 1878/9 in allen Klassen an derselben beendigt, im sittlichen Betragen die Note musterhaft erlangt und sich der Maturitäts-Prüfung vor der unterzeichneten Prüfungs-Commission mit nachstehend verzeichnetem Erfolge unterzogen.« Am Ende haben die Lehrer jeweils in schöner, charakteristischer Handschrift unterschrieben, so u.a. »Pet. Lambertz für franz. Sprache«, »W. Schmeisser für Englisch«, »L. Jellinek für Math. und Phys.«, »G Kosak für darstellende Geometrie« und »Dr. J. Mayer für Deutsch«.

Fundstück XXXIII: Wie das Bauhaus Rudolf Steiner einladen wollte

Das Bauhaus wurde von Walter Gropius 1919 in Weimar als eine neue Art von Kunstschule gegründet, in der alle Künste unter Führung der Architektur als Gesamtkunstwerk miteinander verbunden werden sollten, und die auch im... [mehr]

Das Bauhaus wurde von Walter Gropius 1919 in Weimar als eine neue Art von Kunstschule gegründet, in der alle Künste unter Führung der Architektur als Gesamtkunstwerk miteinander verbunden werden sollten, und die auch im Sozialen andere Wege ging. In einem Brief vom 24. Juli 1920 wurde Rudolf Steiner für einen Vortrag dorthin eingeladen: »Das Staatliche Bauhaus zu Weimar,« hieß es darin zur Einleitung, »das als erstes Institut dem in unseren Tagen immer klarer hervortretenden Wunsch nach der Echtheit der Kunst und der Vereinigung der verschiedenen Zweige der bildenden Künste und des Handwerks Rechnung getragen hat, sieht seine Aufgabe nicht allein in der Erfüllung dieser Ideen, sondern tritt dafür ein, dass diese Dinge verbunden bleiben mit den Problemen rein menschlicher Natur, m.[it] a.[nderen] W.[orten] es betont vor allem seinen Charakter der Arbeitsgemeinschaft und Lebensgemeinschaft.«