Heft 7, 2016

Wer über ein großes Vermögen verfügt und daraus sinnvolle Schenkungen ermöglichen will, wird schnell bemerken, dass dies ausgesprochen schwierig ist. Denn Schenkungen suchen selbstverständlich viele Menschen und viele Initiativen. Nicht immer sind diese Initiativen zukunftsfähig. Oft maskiert sich Altes in neuen Gewändern und sehr häufig wird Schenkungsgeld entwertet, ohne dass dabei etwas wirklich Wertvolles herauskommt. Zugleich aber wird leicht übersehen, wo sich wirklich etwas Neues entwickelt. Denn da, wo das Geistige erst in einem Keimzustand im Irdischen wirkt, können es nur wenige erkennen. Es bedarf der Ausbildung eines sozialen Herzorgans, damit diese Keime nicht zertrampelt werden, bevor sie überhaupt für eine größere Zahl von Menschen sichtbar geworden sind.

- Stephan Eisenhut -
Inhalt

Editorial:

Zu diesem Heft

Zur Herzorganbildung im sozialen Organismus

Wie Schenkungen fruchtbar werden können

Geld richtig zu verschenken ist eine ungeheuer anspruchsvolle Aufgabe. Der vorliegende Beitrag zum neunten Vortrag des »Nationalökonomischen Kurses«1 untersucht die geistig-seelischen Voraussetzungen, die geschaffen werden... [mehr]

Geld richtig zu verschenken ist eine ungeheuer anspruchsvolle Aufgabe. Der vorliegende Beitrag zum neunten Vortrag des »Nationalökonomischen Kurses«1 untersucht die geistig-seelischen Voraussetzungen, die geschaffen werden müssen, wenn Schenkungen auch tatsächlich zu den »allerproduktivsten Kapitalumlagerungen« im volkswirtschaftlichen Prozess werden sollen. Er zeigt auf, dass Rudolf Steiners Ansatz eine Metamorphose der eudämonistischen Handlungsethik des Aristoteles zugrunde liegt. Ob die Zusammenarbeit innerhalb der Einrichtungen des Geisteslebens glückt, hängt damit zusammen, ob die Menschen so zueinander in Beziehung treten können, dass in diesen Beziehungen ein ›guter Geist‹ leben kann.

Labortische zu Altären?

Neue Möglichkeiten und Fragen zur Gentechnik

Ein neu entwickeltes gentechnisches Verfahren, genannt CRISPR-Cas, erlaubt die einfache und gezielte Veränderung von Genen in beliebigen Organismen – und wird weltweit bereits für die »Optimierung« von Lebewesen eingesetzt.... [mehr]

Ein neu entwickeltes gentechnisches Verfahren, genannt CRISPR-Cas, erlaubt die einfache und gezielte Veränderung von Genen in beliebigen Organismen – und wird weltweit bereits für die »Optimierung« von Lebewesen eingesetzt. Die Gentechnik führt oft zu egoistischem Gewinnstreben und folgt dabei einem Weg, der in komplementärer Weise jenem entgegengesetzt ist, der von Rudolf Steiner als vierstufiger Weg zur Erkenntnis der Wirklichkeit beschrieben wurde. Ließe sich in Anlehnung an diesen Weg auch eine moralisch gerechtfertigte Gentechnik denken? Der Autor diskutiert diese Frage anhand des sogenannten ›Goldenen Reises‹, einer gentechnisch veränderten Reissorte, deren Entwicklung aus uneigennützigen Motiven geschah.

Sonnenmysterien – oder Computer?

Gedanken zur Problematik der elektronischen Medien

»...man redet im Grunde genommen, wenn man dieses auseinandersetzt, gegen die ganze heutige Zivilisation.«
Rudolf Steiner

Die »Harmonie der Seele«

Bemerkungen zu den physiologischen Grundlagen der anthroposophischen Meditation sowie zur Übungsmethodik von ›Wie erlangt man …?‹

Der folgende Beitrag stellt einige ergänzende Gesichtspunkte zu den bisher in dieser Serie erschienenen Aufsätzen dar. Dabei beschränkt sich der Autor im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen zeigt er auf, in welcher... [mehr]

Der folgende Beitrag stellt einige ergänzende Gesichtspunkte zu den bisher in dieser Serie erschienenen Aufsätzen dar. Dabei beschränkt sich der Autor im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen zeigt er auf, in welcher Weise Rudolf Steiner an verschiedenen Stellen in seinen Vorträgen die physiologischen Veränderungen beschreibt, die sich einstellen, wenn Übungen im Sinne von ›Wie erlangt man …?‹ gemacht werden. Zum zweiten ergibt sich durch das Meditieren eine ganz bestimmte Konfiguration im leiblich-seelischen Gefüge, für die Steiner Übungsanweisungen gab, die sich auf die moralische Entwicklung beziehen. Hier sieht der Autor eine Beziehung zu östlichen Meditationsrichtungen.

Eine Schicksalsrune

Helmuth von Moltke, Colmar von der Goltz und das Osmanische Reich – Teil II

Vor hundert Jahren erlag der ehemalige Chef des deutschen Generalstabs Helmuth von Moltke während einer Trauerfeier für den Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz einem Schlaganfall. Goltz war von 1883-95 mit einer Reorganisation... [mehr]

Vor hundert Jahren erlag der ehemalige Chef des deutschen Generalstabs Helmuth von Moltke während einer Trauerfeier für den Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz einem Schlaganfall. Goltz war von 1883-95 mit einer Reorganisation der Osmanischen Armee betraut gewesen und hatte zuletzt osmanische Truppen in Mesopotamien geführt. Im zweiten Teil dieses Artikels werden dessen Verwicklung in den Völkermord an den Armeniern und das weitere Schicksal der Moltke-Individualität beleuchtet.

Interview:

»Ich sehe keinen europäischen Weg für Moldawien«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit der moldawischen Schriftstellerin Liliana Corobca

»Besser ohne so viele Markenkleidungsstücke, dafür mit einer Mutter«, denkt die zwölfjährige Cristina wehmütig. Mit ihren beiden Brüdern ist sie ganz allein. Sie kocht, putzt, füttert die Hühner und Schweine und... [mehr]

»Besser ohne so viele Markenkleidungsstücke, dafür mit einer Mutter«, denkt die zwölfjährige Cristina wehmütig. Mit ihren beiden Brüdern ist sie ganz allein. Sie kocht, putzt, füttert die Hühner und Schweine und versucht, den Brüdern Ersatzmutter und -vater in einem zu sein. Ihre Eltern sind im Ausland, um Geld zu verdienen. Der Vater arbeitet in Sibirien, und die Mutter passt in Italien auf fremde Kinder auf. In ihrem Roman ›Der erste Horizont meines Lebens‹ (aus dem Rumänischen von Ernest Wichner, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2015) gibt die moldawische Schriftstellerin Juliana Corobca den Kindern in Moldawien eine Stimme, die von ihren Eltern zurückgelassen wurden.

Feuilleton:

Die Ernestiner – was bleibt?

Zur Thüringer Landesausstellung in Gotha und Weimar

Magie der Hände

Zur Retrospektive der rumänischen Künstlerin Geta Brǎtescu in der Hamburger Kunsthalle

Bilder zu Gast

Zur Ausstellung ›August Macke zu Gast bei Jawlensky‹ im Museum Wiesbaden

Fundstück XXVII – Rudolf Steiner und Goethes ›Faust‹

Zu den ›Faust‹-Aufführungen in Dornach

Substanzielle Malerei

Heinz Demisch als Maler

Buchbesprechungen:

Peter Selg:Das menschliche Herz. Kardiologie in der anthroposophischen Medizin

Zukunft impulsierend

Mieke Mosmuller:Lebendiges Denken

Seelische Umbildung

Iwer Thor Lorenzen:Elemente, Äther und Ätherleiber im Lichte der von Rudolf Steiner begründeten Geisteswissenschaft

Lebenswerk zur Ätherlehre

Evgenij Vodolazkin:Laurus

Eingesperrt in die Zeit

Erhellende Ergänzungen

Zu ›Faust – Das Musical‹ von Ute Hallaschka in die Drei 5/2016 & ›Von der Schwierigkeit, eine wissenschaftliche Gesprächskultur zu entwickeln‹ von Stephan Eisenhut in die Drei 6/2016

Nögges Nuggets:

Wirklichkeit