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»Afrika könnte Europa viel mehr als nur Bittsteller bringen«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit Yannick Haenel

Die Lage der afrikanischen Immigranten in den Pariser Banlieues ist katastrophal. Proteste werden nicht selten mit Übergriffen der Polizei beantwortet. Am 27. Oktober 2005 wurden die beiden schwarzen Jugendlichen Ziad Benna... [mehr]

Die Lage der afrikanischen Immigranten in den Pariser Banlieues ist katastrophal. Proteste werden nicht selten mit Übergriffen der Polizei beantwortet. Am 27. Oktober 2005 wurden die beiden schwarzen Jugendlichen Ziad Benna und Bouna Traoré auf der Flucht vor der Polizei in einem Transformatorenhäuschen von Stromschlägen tödlich getroffen. In seinem Roman Die bleichen Füchse (übersetzt von Claudia Steinitz, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2014) gibt der französische Schriftsteller Yannick Haenel den Papierlosen und ihren Sympathisanten endlich eine Stimme. Inspiriert von afrikanischen Mythen, entwirft er eine revolutionäre Gruppe, die Paris zum Schauplatz einer wilden Revolte macht und die »Utopie einer von der Identität befreiten Welt« beschwört.

»Das Essenzielle geht verloren«

Corinna Gleide im Gespräch mit Ulrike Wendt und Markus Buchmann

Nachdem wir mit dem diesjährigen Märzheft anlässlich der Meditationstagung in Stuttgart zur Thematik des Lichtseelenprozesses schon in das Thema Licht eingetaucht waren, war es für uns als Redaktion selbst überraschend,... [mehr]

Nachdem wir mit dem diesjährigen Märzheft anlässlich der Meditationstagung in Stuttgart zur Thematik des Lichtseelenprozesses schon in das Thema Licht eingetaucht waren, war es für uns als Redaktion selbst überraschend, nach so kurzer Zeit erneut auf das Thema Licht zu stoßen. Aber es ergab sich so, denn für die Bildekräfteforscher Ulrike Wendt und Markus Buchmann, die wir gern zu ihrer Arbeit interviewen wollten, steht das Licht seit längerem im Zentrum ihrer Arbeit.

Das Leben begrüßen

Ein Gespräch über Positivität und Unbefangenheit

Ich kann übers Wasser gehen, ich kann das Unmögliche, ich bewege mich auf dem Nicht-Festen. Dabei wird in mir etwas aktiv, was mich in diesem Lebensfluss gegenwärtig sein lässt. Damit ist aber eine ganz andere Lebensentfaltung... [mehr]

Ich kann übers Wasser gehen, ich kann das Unmögliche, ich bewege mich auf dem Nicht-Festen. Dabei wird in mir etwas aktiv, was mich in diesem Lebensfluss gegenwärtig sein lässt. Damit ist aber eine ganz andere Lebensentfaltung da, nämlich nicht-kausal und nicht-final, sondern initial. – Ilse K. Müller

 

Das Potential der Psychoanalyse ist noch längst nicht ausgeschöpft. Gespräch mit dem Psychoanalytiker Hans-Jürgen Wirth

»Das verkrampfte Verhältnis zur Spiritualität in der Hochschulbildung überwinden«

Claudius Weise im Gespräch mit Marcelo da Veiga

Für die Frage der Vereinbarkeit von Anthroposophie und akademischer Wissenschaft ist die Alanus Hochschule gegenwärtig ein wichtiges Beispiel. 1973 als freie anthroposophische Kunststudienstätte gegründet, strebte die... [mehr]

Für die Frage der Vereinbarkeit von Anthroposophie und akademischer Wissenschaft ist die Alanus Hochschule gegenwärtig ein wichtiges Beispiel. 1973 als freie anthroposophische Kunststudienstätte gegründet, strebte die Alanus-Hochschule seit den späten 90er Jahren die staatliche Anerkennung an, die 2002 von Marcelo da Veiga verhandelt und erreicht wurde. Von diesem Jahr an prägte da Veiga den weiteren Entwicklungsprozess, der 2010 mit der Erstakkreditierung als Hochschule durch den Wissenschaftsrat und die Verleihung eines beschränkten Promotionsrechts einen Meilenstein verzeichnete. Nach 15 Jahren legte er im April 2017 sein Amt als Rektor nieder. Im Gespräch mit ›die Drei‹ zieht er Bilanz und blickt nach vorne.

»Dass man geistesgegenwärtig im Tun drinnen steht«

Ingolf Lindel im Gespräch mit Benedikt Zweifel und Severin Fraser

Zur neuen Spielzeit des Stuttgarter Else-Klink Ensembles ist die Leitung der Eurythmeum-Bühne von Benedikt Zweifel auf Severin Fraser übergegangen. Ingolf Lindel traf beide zu einem Gespräch über die Vergangenheit, gegenwärtige... [mehr]

Zur neuen Spielzeit des Stuttgarter Else-Klink Ensembles ist die Leitung der Eurythmeum-Bühne von Benedikt Zweifel auf Severin Fraser übergegangen. Ingolf Lindel traf beide zu einem Gespräch über die Vergangenheit, gegenwärtige Aufgaben und künftige Herausforderungen.

Denker am existenziellen Abgrund.

Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard. Ein Gespräch

»Der Kapitalismus braucht nicht jeden auf der Welt«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit dem britisch-indischen Schriftsteller Rana Dasgupta

Ein rasantes wirtschaftliches Wachstum katapultierte Indien in die Ränge der zehn größten Wirtschaftsmächte der Welt. Seit Manmohan Singh als Finanzminister 1991 die wirtschaftliche Öffnung einleitete, erlebt das Land... [mehr]

Ein rasantes wirtschaftliches Wachstum katapultierte Indien in die Ränge der zehn größten Wirtschaftsmächte der Welt. Seit Manmohan Singh als Finanzminister 1991 die wirtschaftliche Öffnung einleitete, erlebt das Land einen gewaltigen Wandlungsprozess. Der Schriftsteller Rana Dasgupta kam im Jahr 2001 nach Delhi und erfuhr »ein überwältigendes Eintauchen«. Er sprach mit Milliardären und Slumbewohnern, Drogenhändlern und Gurus, Unternehmern und Künstlern und entwarf ein Porträt der Metropole im Spannungsfeld unüberbrückbarer Gegensätze. Delhi. Im Rausch des Geldes (aus dem Englischen von Barbara Heller und Rudolf Hermstein, Suhrkamp Verlag, Berlin 2014) ist ein Buch über ungezügelte menschliche Energien sowie bestürzendes Elend und vermittelt eine Ahnung von der Zukunft der Welt im 21. Jahrhundert. 

»Der Sieg des Erzählens«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit dem irakischen Schriftsteller Najem Wali

»Wieso aber tötet der Mensch?«, fragt ein zwölfjähriger Junge im neuen Roman des irakischenSchriftstellers Najem Wali. Und es ist die Frage, die einen während der gesamten Lektüre von BagdadMarlboro (übersetzt... [mehr]

»Wieso aber tötet der Mensch?«, fragt ein zwölfjähriger Junge im neuen Roman des irakischen
Schriftstellers Najem Wali. Und es ist die Frage, die einen während der gesamten Lektüre von Bagdad
Marlboro (übersetzt von Hartmut Fähndrich, Carl Hanser Verlag, München 2014) bedrängt. Najem Wali
schildert die Traumatisierung der Soldaten und die Hilflosigkeit ihrer Umgebung. Weder Mütter noch
Ehefrauen oder Geliebte vermögen die aus dem Krieg heimgekehrten Männer von ihrer Verzweiflung
und ihren Schuldgefühlen zu befreien. Freundschaft, Verrat und Schuld sind die Themen dieses bewegenden
Antikriegsromans, den Najem Wali jenem Soldaten gewidmet hat, der über die Internet-Plattform
Wikileaks bekannt gemacht hat, dass Amerikaner im Irak absichtlich Zivilisten erschossen haben.

»Der Traum von Ferne und Exotik«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit dem französischen Schriftsteller Mathias Enard

Beethoven besaß einen Kompass. Und dieser Kompass zeigt nach Osten. Er zeigt in den Orient. Es ist der Kompass der Erleuchtung, das Artefakt Suhrawardis, des großen persischen Philosophen und ersten Orientalisten. In seinem... [mehr]

Beethoven besaß einen Kompass. Und dieser Kompass zeigt nach Osten. Er zeigt in den Orient. Es ist der Kompass der Erleuchtung, das Artefakt Suhrawardis, des großen persischen Philosophen und ersten Orientalisten. In seinem mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Roman ›Kompass‹ (aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller, Hanser Berlin 2016) erschließt Mathias Enard einen faszinierenden Raum der Begegnung von Orient und Okzident. Anknüpfend an die Liebesgeschichten der Weltliteratur und getragen von einer immensen Recherche, lässt er den Wiener Musikwissenschaftler Franz Ritter in einer schlaflosen Nacht mystische Orte, historische Stätten und Vergangenheiten durchwandern. Der Leser wird hineingezogen in einen überwältigenden Strom des Zusammenwirkens abendländischer und orientalischer Einflüsse in der Musik, Literatur, Kunst und Philosophie.

»Die Afrikaner werden ihren eigenen Weg finden«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit Alex Perry

Afrika befindet sich im Aufbruch. Der britische Afrika-Experte Alex Perry bereiste zehn Jahre lang den Kontinent, sprach mit Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft und erlebte ein Afrika, das nicht nur von Hunger,... [mehr]

Afrika befindet sich im Aufbruch. Der britische Afrika-Experte Alex Perry bereiste zehn Jahre lang den Kontinent, sprach mit Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft und erlebte ein Afrika, das nicht nur von Hunger, Katastrophen und Kriegen bestimmt wird, sondern selbstbewusst seinen Weg sucht. Den Menschen südlich der Sahara prognostiziert Perry ein Entkommen aus der Armut und eine Befreiung von westlicher Einmischung und Bevormundung. Aus eigener Kraft werden die Menschen den wirtschaftlichen Aufschwung schaffen. Damit werde auch dem Rassismus der Boden entzogen. In seinem Buch ›In Afrika. Reise in die Zukunft‹ (S. Fischer, Frankfurt a. M. 2016) zeigt Perry, dass der Prozess der Veränderung längst begonnen hat. Was hinterherhinkt, ist unsere Sicht auf Afrika.

»Die Geschichtsschreibung über Afrika wird immer fragmentarisch bleiben«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit François-Xavier Fauvelle

»Goldene Jahrhunderte« nennt der französische Historiker und Archäologe François-Xavier Fauvelle die mittelalterliche Ära Afrikas. In seinem Buch ›Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter‹ (aus dem Französischen... [mehr]

»Goldene Jahrhunderte« nennt der französische Historiker und Archäologe François-Xavier Fauvelle die mittelalterliche Ära Afrikas. In seinem Buch ›Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter‹ (aus dem Französischen von Thomas Schultz, C.H. Beck, München 2017) durchmisst er auf einer Art Entdeckungsreise acht Jahrhunderte afrikanischer Geschichte. »Wir werden uns damit abfinden müssen, nicht immer zu verstehen, was wir sehen«, warnt er seine Leser vor. Geografische Ungenauigkeiten, Widersprüche, verwaiste Spuren und verlorene Fundgegenstände kennzeichnen das historische Bild des Zeitraums zwischen Antike und Neuzeit, bevor der afrikanische Kontinent »mit Gewalt an das Schicksal der europäischen Mächte gekoppelt« wurde. Dennoch gelingt es Fauvelle, anhand vielfältiger Dokumente wie Briefe, Reiseberichte, Handelsverträge, Landkarten sowie archäologische Funde einen Kontinent als Zentrum strahlender Kulturen zum Leben zu erwecken.