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In der Gralsburg

Gedanken zur Wandlung des Geldes

Man könnte es als die Amfortas-Wunde des anthroposophischen Lebens empfinden: Bis heute ist es nicht gelungen, aus den Angaben Rudolf Steiners zwei wirksame Heilmittel zu schöpfen, zum einen, was die individuelle Krebserkrankungbetrifft... [mehr]

Man könnte es als die Amfortas-Wunde des anthroposophischen Lebens empfinden: Bis heute ist es nicht gelungen, aus den Angaben Rudolf Steiners zwei wirksame Heilmittel zu schöpfen, zum einen, was die individuelle Krebserkrankung
betrifft und zum anderen für die soziale Erkrankung des gesellschaftlichen Organismus – beides hängt vielleicht innig zusammen.

Frauenland ist Menschenland

Die Vordenkerin Charlotte Perkins Gilman

Gibt es einen weiblichen Beitrag zur Dreigliederung des sozialen Organismus? Bis vor 100 Jahren haben Frauen Politik und Gesellschaft nicht bestimmt, sie waren nur in Ausnahmefällen als Gattin oder Verwandte eines Mannes... [mehr]

Gibt es einen weiblichen Beitrag zur Dreigliederung des sozialen Organismus? Bis vor 100 Jahren haben Frauen Politik und Gesellschaft nicht bestimmt, sie waren nur in Ausnahmefällen als Gattin oder Verwandte eines Mannes beteiligt. Insofern existieren kaum Gesellschaftsentwürfe von ihnen – außer Utopien. In ihnen können wir ihre Wünsche und Zukunftsträume kennenlernen.

»Imagine Peace«

Zur Ausstellung ›Yoko Ono. PEACE is POWER‹ im Museum der bildenden Künste in Leipzig

Der herrliche Blütenduft von 100 Zitrusbäumen in sargförmigen Holzkisten empfängt uns in der Ausstellung ›PEACE is POWER‹, die der japanisch- amerikanischen Künstlerin Yoko Ono (*1933) gewidmet ist. Ihr Lebensmotto... [mehr]

Der herrliche Blütenduft von 100 Zitrusbäumen in sargförmigen Holzkisten empfängt uns in der Ausstellung ›PEACE is POWER‹, die der japanisch- amerikanischen Künstlerin Yoko Ono (*1933) gewidmet ist. Ihr Lebensmotto steht im jüngst erschienenen Bildband ›Imagine‹: »Wenn eine Milliarde Menschen auf der Welt Frieden denkt, werden wir Frieden bekommen. [...] Stellt euch den Dominoeffekt vor und fangt einfach an, FRIEDEN zu denken.« Zu seinem bekannten Song ›Imagine‹ wurde John Lennon, mit dem die Künstlerin elf Jahre lang zusammenlebte, durch Onos ›Grapefruit‹ angeregt, eine Zettelsammlung mit »Instructions« zur Imagination von Musikstücken, Bildern, Räumen und Aktionen. Beide Künstler verband eine tiefe, nicht konfessionelle Religiosität.

Leben mit Widersprüchen

Zur Ausstellung ›Emil Nolde – Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus‹ im Berliner Museum für Gegenwart (Hamburger Bahnhof)

Ungewöhnlich und doch zeitlos schön wirken die meisten Bilder Emil Noldes (1867–1956): leuchtende Farben, spannungsvolle Kompositionen, träumerische Stimmungen und märchenhafte Motive. Wüsste man nicht, dass sichdie... [mehr]

Ungewöhnlich und doch zeitlos schön wirken die meisten Bilder Emil Noldes (1867–1956): leuchtende Farben, spannungsvolle Kompositionen, träumerische Stimmungen und märchenhafte Motive. Wüsste man nicht, dass sich
die Ausstellung ›Emil Nolde – Eine deutsche Legende‹ um dessen nationalsozialistische Vergangenheit dreht – man würde angesichts der Gemälde nicht darauf kommen.

Die Mitte – »Frucht und Keim zugleich«

Oder: Nur aus der Ohnmacht kommt Neues in die Welt

»Ich heiße Greta Thunberg, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Schweden. Und ich möchte, dass Sie in Panik geraten. Ich möchte, dass Sie sich so verhalten, als würde Ihr Haus brennen.« Mit diesen Worten stellte sich... [mehr]

»Ich heiße Greta Thunberg, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Schweden. Und ich möchte, dass Sie in Panik geraten. Ich möchte, dass Sie sich so verhalten, als würde Ihr Haus brennen.« Mit diesen Worten stellte sich die jugendliche Klimaaktivistin am 16. April 2019, dem Tag nach dem Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris, vor das Europäische Parlament in Straßburg. Dabei geht es ihr nicht darum, kopflos zu werden, sondern zu begreifen, in welcher Situation wir uns befinden. Sie hat sich kundig gemacht über das Ausmaß des Klimawandels wie sonst wohl kaum ein Laie. Und dieses Wissen macht ihr und ihren jugendlichen Mitstreitern Angst – Angst um ihre zukünftigen Lebensbedingungen, die sie auf die Handlungsträger unserer Zeit übertragen möchte: »Viele von uns werden von der Krise betroffen sein. Aber jemand wie ich darf nicht wählen. Und wir sind auch nicht in der Lage, Entscheidungen der Wirtschaft, der Politiker, der Ingenieure, der Medien, des Bildungswesens und der Wissenschaft zu beeinflussen. Bis wir so weit sind, uns ausgebildet haben – ja, wir haben die Zeit bis dahin nicht mehr. Und deshalb sind nun Millionen von Kindern auf die Straße gegangen zu streiken für das Klima, und versuchen die Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zu lenken. Sie müssen uns zuhören!«

Andenken und neue Blicke

Kulturtag auf dem Galgenberg am 31. März 2019

Der 105. Todestag Christian Morgensterns war Anlass für die ›Christian-Morgenstern-Gesellschaft e.V.‹, nach ihrer Jahreshauptversammlung in Werder (Havel) ein vielstimmiges kulturelles Programm zu gestalten. Dr. Andreas... [mehr]

Der 105. Todestag Christian Morgensterns war Anlass für die ›Christian-Morgenstern-Gesellschaft e.V.‹, nach ihrer Jahreshauptversammlung in Werder (Havel) ein vielstimmiges kulturelles Programm zu gestalten. Dr. Andreas Hüneke eröffnete die dem Buch ›Palmström als Flieger‹ gewidmete Ausstellung. Diese 1917 von dem Jagdflieger Hellmuth Emil v. Zastrow unter dem Pseudonym »Zarathustra« verfasste Adaption Morgensternscher Gedichte »aus den Säuglings- und Kindertagen der Fliegerei« erfuhr eine nicht unproblematische Neuausgabe durch Paul G. Ehrhardt, der das Buch – um einige Gedichte ergänzt und mit köstlichen Illustrationen von Wolfgang Götze versehen – »im Kriegsjahr 1942« wieder veröffentlichte. Eine Ausstellung, die zum Nachdenken aufruft.

Fundstück XXXVI: Zwei Briefe an Millicent Mackenzie

In der Sakristei der Christengemeinschaft in Bristol (Großbritannien) hingen jahrelang zwei Briefe Rudolf Steiners, die dem Archiv bisher unbekannt waren. Ein umzugsbedingter Ortswechsel hat sie nun wieder in das Bewusstsein... [mehr]

In der Sakristei der Christengemeinschaft in Bristol (Großbritannien) hingen jahrelang zwei Briefe Rudolf Steiners, die dem Archiv bisher unbekannt waren. Ein umzugsbedingter Ortswechsel hat sie nun wieder in das Bewusstsein ihrer Besitzer gebracht. Der Geistesgegenwart und dem Engagement eines Besuchers der neuen Räumlichkeiten, dem emeritierten Priester der Christengemeinschaft John Baum, verdankt nun das Archiv den Neuzugang dieser Briefe. Gerichtet sind sie an Millicent Mackenzie, eine der wichtigsten Initiatorinnen der Steinerschen Pädagogik im Vereinigten Königreich.

Vom Heil des Menschen

Zu Andree Mitzner: ›Karlfried Graf Dürckheim‹

Mystik heute? – Ja, im Westen wie im Osten! Am Ausgangspunkt dieses Buches über Karlfried Graf Dürckheim (1896-1988) steht die Frage: War er ein Mystiker? Die schon 1993 vorgelegte religionswissenschaftliche Dissertation... [mehr]

Mystik heute? – Ja, im Westen wie im Osten! Am Ausgangspunkt dieses Buches über Karlfried Graf Dürckheim (1896-1988) steht die Frage: War er ein Mystiker? Die schon 1993 vorgelegte religionswissenschaftliche Dissertation des Psychotherapeuten Andree Mitzner wurde zu Dürckheims 30. Todestag wieder aufgelegt. Obwohl Dürckheim mehr als 20 Bücher über Mystik schrieb, ist er in der Religionswissenschaft kaum bekannt, eher im populärwissenschaftlichen Umfeld. Oft wird er in einem Atemzug mit den C.G. Jung-Schülern Viktor E. Frankl und Erich Neumann genannt. Mitzners Buch betrachtet Dürckheims Leben, Lehre und Impulse in ihrer gegenseitigen Bedingtheit.

Animal Symbolicum

Zu Horst Bredekamp: ›Aby Warburg, der Indianer‹

Von 2015 bis 2018 gehörte der renommierte Kunsthistoriker Horst Bredekamp, gemeinsam mit Hermann Parzinger und Neil Mac Gregor, zur Gründungsintendanz des Berliner Humboldtforums, in dem ab Dezember 2019 zahlreiche außereuropäische... [mehr]

Von 2015 bis 2018 gehörte der renommierte Kunsthistoriker Horst Bredekamp, gemeinsam mit Hermann Parzinger und Neil Mac Gregor, zur Gründungsintendanz des Berliner Humboldtforums, in dem ab Dezember 2019 zahlreiche außereuropäische Weltkulturen vorgestellt werden sollen. Bredekamp, der seine Disziplin immer als Bildwissenschaft verstanden hat, kam wohl in diesem Triumvirat die Rolle des ausgewiesenen Symbolforschers zu. So lag es für ihn nahe, mit Aby Warburg einen berühmten Vorgänger zu porträtieren und in Verbindung mit den ethnologischen Beständen zu bringen, die im Humboldtforum gezeigt werden sollen.  So lag es für ihn nahe, mit Aby Warburg einen berühmten Vorgänger zu porträtieren und in Verbindung mit den ethnologischen Beständen zu bringen, die im Humboldtforum gezeigt werden sollen. Denn die Reisen, die Warburg 1895/1896 zu den Puebloindianern in New Mexiko unternahm, dienten nicht kunsthistorischen Untersuchungen, sondern waren Recherchen zum kultischen Ursprung des bildhaften Denkens, das lebenslang den Forschungsschwerpunkt dieses eigenwilligen Gelehrten bildete.

Leidenschaftliches Problemlösen

Der Künstler und Sozialgestalter Michael Wilhelmi

Als ich Michael Wilhelmi zum ersten Mal wahrnahm, das war irgendwann nach der Jahrtausendwende im Berliner Johanneszweig, wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, er könne etwas mit Kunst zu tun haben. Auf mich wirkte er... [mehr]

Als ich Michael Wilhelmi zum ersten Mal wahrnahm, das war irgendwann nach der Jahrtausendwende im Berliner Johanneszweig, wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, er könne etwas mit Kunst zu tun haben. Auf mich wirkte er ausgesprochen kopflastig und eher trocken als sinnlich. Ein langer, hagerer Mensch von umfangreichen anthroposophischen Kenntnissen, sehr engagiert auf verschiedenen Ebenen, der zu einem angesprochenen Problem schon Antworten suchte, noch bevor es sich ganz dargestellt hatte. Ein Praktiker und immer hilfsbereit. Erst viel später sah ich einen hellen, bearbeiteten und sorgsam polierten Granitblock von organischer Form im langen Flur der Kreuzberger Erzieherfachschule stehen, die er mitbegründet hatte und in die der Johanneszweig inzwischen umgezogen war. Da stutzte ich. Etwas später tauchte eine schöne kleine Bronze im Foyer des Rudolf Steiner Hauses in Berlin auf. »Die ist von Herrn Wilhelmi«, sagte mir jemand. Da hatte ich schon begonnen, mich für seine Arbeiten zu interessieren.

Rittertum – Fernost

Zur Ausstellung ›Samurai – Pracht des japanischen Rittertums‹ in der Kunsthalle München

In der Kunsthalle München bietet sich die seltene Gelegenheit, Einblick zu nehmen in eine weit entlegene Kultur. ›Samurai – Pracht des japanischen Rittertums‹ ist wirklich eine Augenweide, ein Schauspiel, in dem der... [mehr]

In der Kunsthalle München bietet sich die seltene Gelegenheit, Einblick zu nehmen in eine weit entlegene Kultur. ›Samurai – Pracht des japanischen Rittertums‹ ist wirklich eine Augenweide, ein Schauspiel, in dem der Betrachter sich ganz seiner sinnlichen Erfahrung anvertrauen kann. Das ermöglichen die rund hundert Exponate der Sammlung Ann und Gabriel Barbier-Mueller, die erstmals in Deutschland gezeigt werden. Die Objekte stammen aus dem 7. bis 19. Jahrhundert und wurden größtenteils in Europa erworben. Doch handelt es sich nicht um Raubkunst. Nach der Auflösung des Shogunats wurden die Rüstungen und Waffen der Samurai zu Repräsentationsobjekten, die als Ehrengeschenke für ausländische Gäste verwendet wurden. Das ist das erste, woran die Augen sich gewöhnen müssen: Gerätschaften des Krieges als Kunstwerke zu sehen.

Trennung oder Einheit?

Über ein verdecktes Motiv in der Ausstellung ›Now is the Time – 25 Jahre Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg‹

Unter dem Slogan ›Now is the Time‹ gibt das Kunstmuseum Wolfsburg zum 25-jährigen Bestehen einen repräsentativen Einblick in seine Sammlungsbestände, die internationale künstlerische Positionen der letzten 40 Jahre... [mehr]

Unter dem Slogan ›Now is the Time‹ gibt das Kunstmuseum Wolfsburg zum 25-jährigen Bestehen einen repräsentativen Einblick in seine Sammlungsbestände, die internationale künstlerische Positionen der letzten 40 Jahre bergen und zuletzt 1999 umfänglich ausgestellt wurden. Mit einem kleinen Leitfaden in der Hand und wenigen Wandtexten mit Hintergrundinformationen, aber ohne einer offensichtlichen Museumsdidaktik verpflichtet zu sein, suchen Besucher und Besucherinnen ihre Wege durch diese Ausstellung, welche das ganze Haus bespielt. Um es vorweg zu sagen: Nichts Spektakuläres, eher Dokumentarisches aus der Sammlungsgeschichte des Museums ist zu erwarten. Dennoch lassen die Anordnungen der Kunstwerke und Ensembles vielfältige, teils neue Sinnzusammenhänge vermuten, zumal einige Werke bisher meist in Themen- oder Künstlerausstellungen integriert zu sehen waren. Darin liegt denn auch der Reiz: das einer bestimmten zeitgenössischen Kunstströmung Verpflichtete erneut zu entdecken und hinsichtlich Ästhetik und Erkenntnisgewinn zu befragen.