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Elisabeth Vreede

und die Sophia in den Sternen – Teil I

Während der Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, die im März 2018 am Goetheanum in Dornach stattfand, wurden mit großer Mehrheit Dr. Ita Wegman und Dr. Elisabeth Vreede, die 1935 aus dem... [mehr]

Während der Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, die im März 2018 am Goetheanum in Dornach stattfand, wurden mit großer Mehrheit Dr. Ita Wegman und Dr. Elisabeth Vreede, die 1935 aus dem Vorstand dieser Gesellschaft ausgeschlossen worden waren, rehabilitiert. Am 22. März 2018 wurde der Versammlung vorgeschlagen, den »Beschluss der Generalversammlung vom 14. April 1935« aufzuheben, »welcher zur Abberufung Wegmans und Vreedes aus dem Vorstand führte«. Und am 24. März 2018 wurde der betreffende Antrag »mit überwältigendem Mehr« angenommen. Justus Wittich erinnerte für den derzeitigen Vorstand allerdings auch daran, dass dies nur ein Schritt auf dem Wege der Rehabilitierung Wegmans und Vreedes sein könne. Indes, die Aufhebung des Beschlusses von 1935 sei »ab sofort« gültig.

Zivilisationsgestaltung durch Mysterienkultur

Ohne Michaelsfeste keine soziale Dreigliederung

Interessante Anregungen für den Aufbau einer neuen Mysterienkultur gab Rudolf Steiner 1923 in zwei Vortrags-Zyklen, die unter dem bescheidenen Titel ›Der Jahreskreislauf‹2 erschienen sind – »bescheiden«, weil es... [mehr]

Interessante Anregungen für den Aufbau einer neuen Mysterienkultur gab Rudolf Steiner 1923 in zwei Vortrags-Zyklen, die unter dem bescheidenen Titel ›Der Jahreskreislauf‹2 erschienen sind – »bescheiden«, weil es hier um wesentlich mehr geht, nämlich um die Rettung der Erdenzivilisation. Dafür wollte Steiner eine neue Mysterienkultur inaugurieren, inspiriert und durchkraftet von geistigen Mächten wie dem Sonnen-Erzengel Michael. Schon in vorchristlichen Mysterienkulturen wurde der Sonnengott unter Namen wie Helios oder Apollon verehrt und der Kontakt mit ihm in kultischen Feiern gepflegt. Steiner regte eine zeitgemäße Wiedergeburt solcher und ähnlicher Mysterien-Feste an: »Aber wenn mit demselben Enthusiasmus, mit dem einmal in der Welt Feste eingeführt worden sind, als man die Kraft hatte, Feste zu gestalten, wiederum so etwas geschieht, dann wird es inspirierend wirken. Dann wird es aber auch inspirierend wirken für unser ganzes geistiges und für unser ganzes soziales Leben.«

Michaels Schwellenamt

Erkenntnis und soziale Ordnung

Die Christenheit hat im Laufe der Geschichte an zwei bedeutsamen Jahresschwellen des Erzengels Michael gedacht. So wird berichtet, dass auf dem Monte Gargano in Süditalien drei Erscheinungen des Erzengels stattgefunden haben:... [mehr]

Die Christenheit hat im Laufe der Geschichte an zwei bedeutsamen Jahresschwellen des Erzengels Michael gedacht. So wird berichtet, dass auf dem Monte Gargano in Süditalien drei Erscheinungen des Erzengels stattgefunden haben: am 8. Mai 492, am 19. September desselben Jahres und am 29. September 493. Also im Frühling und im Herbst. Man erlebte, dass er in dieser Zeit der Menschheit besonders nahe ist. Auch am 8. Mai 590, als in Rom die Pest ausgebrochen war und Papst Gregor I. der Große eine Bußprozession angeordnet hatte, die betend und lamentierend durch die Stadt zog. Zum Zeichen, dass die Pest zu Ende gehen würde, erschien Michael dem Papst in einer Vision, auf dem Mausoleum des Kaisers Hadrian stehend, sein blutiges Schwert in die Scheide zurückschiebend. Seitdem heißt diese Stätte die »Engelsburg«: Castel Sant’Angelo.

Die Meisterfrage bei Sergej O. Prokofieff

Zu Sergej O. Prokofieff: ›Rudolf Steiner und die Meister des esoterischen Christentums‹

Einundzwanzig Jahre vergingen von den ersten Anfängen des hier zu besprechenden Buches bis zu seiner Veröffentlichung zu Weihnachten 2018. In der Zwischenzeit verstarben 2005 die sehr mit Sergej O. Prokofieffs Werk verbundene... [mehr]

Einundzwanzig Jahre vergingen von den ersten Anfängen des hier zu besprechenden Buches bis zu seiner Veröffentlichung zu Weihnachten 2018. In der Zwischenzeit verstarben 2005 die sehr mit Sergej O. Prokofieffs Werk verbundene Übersetzerin Ursula Preuß und 2014 auch der Autor selbst. Es kam immer wieder zum Stillstand und zu Verzögerungen in der Arbeit an dem Buch, bis Ute E. Fischer sich Ende 2017 an die Übersetzung der von Preuß noch nicht übertragenen Teile machte. Dass Prokofieff selbst das Ganze der deutschen Fassung nicht mehr einer Endredaktion unterziehen konnte, möge der Leser bei der Lektüre berücksichtigen.

»Dass da Seele durch den Weltenraum dringt auf den Schwingen des Lichtes ...«

Über den »Lichtseelenatem« als Pendelschlag zwischen Wahrnehmen und Denken und eine Tagung in Stuttgart

Was ist Meditation? Herbert Witzenmann arbeitete in einer gleichnamigen Schrift die zwei »Grundformen« aller modernen, auf die menschliche Freiheit und Entwicklung der Individualität gegründeten Meditation (im Vergleich... [mehr]

Was ist Meditation? Herbert Witzenmann arbeitete in einer gleichnamigen Schrift die zwei »Grundformen« aller modernen, auf die menschliche Freiheit und Entwicklung der Individualität gegründeten Meditation (im Vergleich zu den östlichen Meditationsformen) heraus und kennzeichnete diese wie folgt: »Denn Meditation kann einerseits nichts anderes sein als das Erlangen der Einsicht, wie sich die geistige Welt mit der Sinnenwelt verbindet, – andererseits das Erlangen der Einsicht, wie wir uns selbst mit der geistigen Welt, wie wir diese mit uns verbinden.« Diese zeitgemäße Form der Meditation könne prinzipiell an jedem Gegenstand, in der Natur, aber auch ausgehend von geeigneten Kunstwerken oder Sinnbildern durchgeführt werden. Eine Hauptmethode der Meditation sei dabei – so Witzenmann mit Referenz auf Rudolf Steiners ›Philosophie der Freiheit‹ – »die Beobachtung der Wirklichkeitsentstehung durch unsere geistige Aktivität«

Hinaus in die Öffentlichkeit!

Zu Rudolf Steiner: ›Das Wesen der Anthroposophie‹ (GA 80a)

Als Rudolf Steiner 1921 das Angebot der renommierten Konzertagentur Wolff & Sachs erhielt, Vortragsreihen in den größten und repräsentativsten Sälen verschiedener deutscher Städte zu halten – nutzte er das als Gelegenheit,... [mehr]

Als Rudolf Steiner 1921 das Angebot der renommierten Konzertagentur Wolff & Sachs erhielt, Vortragsreihen in den größten und repräsentativsten Sälen verschiedener deutscher Städte zu halten – nutzte er das als Gelegenheit, die Anthroposophie populär zu machen? Ja und nein. Er sprach zwar vor großem Publikum, doch haben sich führende Anthroposophen gewundert, wie nüchtern und gedanklich er die Erkenntnisse und den Schulungsweg darlegte, so dass mancher verblüfft oder gar bestürzt war. Diese Vorträge – soweit sie stenografisch festgehalten wurden – sind nun als GA 80a der Gesamtausgabe beigefügt. Es ist ziemlich atemberaubend, dass in München und Wuppertal die Angriffe dermaßen rabiat waren, dass Steiner mit dem Veranstalter übereinkam, solche Tourneen künftig nicht mehr zu riskieren. Welch merkwürdiger Gegensatz: der abgeklärte Vortragsduktus und die emotionale Reaktion!

Sukzessive Ausbildung der Anthroposophie

Zu Rudolf Steiner: ›Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis Band I und II‹ (GA 90a/b)

Die noch bestehenden Lücken im Editionscorpus der Rudolf Steiner Gesamtausgabe werden inzwischen sukzessive geschlossen. Im Zuge dessen publizierte der Rudolf Steiner Verlag im vergangenen Jahr einen kapitalen Doppelband... [mehr]

Die noch bestehenden Lücken im Editionscorpus der Rudolf Steiner Gesamtausgabe werden inzwischen sukzessive geschlossen. Im Zuge dessen publizierte der Rudolf Steiner Verlag im vergangenen Jahr einen kapitalen Doppelband zu Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis (GA 90a/b). Er umfasst Berliner Vorträge, gehalten zwischen Ende September 1903 und Ende Dezember 1905, dann in Band II außer Berliner Vorträgen weitere des Jahres 1905, die in Köln, Düsseldorf und Hamburg gehalten wurden, sowie einen Einzelvortrag in Lugano vom Januar 1906. Es handelt sich um insgesamt 119 Vorträge vor Mitgliedern der ›Theosophischen Gesellschaft‹, oft in sehr knappen Zusammenfassungen, teilweise aber auch nach ausführlicheren Mitschriften wiedergegeben.

Gelungene Schließung einer Lücke

Benjamin Schmidts Wilhelm Rath-Biografie

Die Literatur über Pioniere der Anthroposophie ist kaum übersehbar: Biografien und Memoiren füllen diverse, auch virtuelle Regalmeter – aber es gibt noch Lücken, d.h. Lebensläufe, über die man außer in verstreuten... [mehr]

Die Literatur über Pioniere der Anthroposophie ist kaum übersehbar: Biografien und Memoiren füllen diverse, auch virtuelle Regalmeter – aber es gibt noch Lücken, d.h. Lebensläufe, über die man außer in verstreuten Nachrufen in alten Zeitschriftenjahrgängen oder Erwähnungen in den Memoiren anderer wenig oder fast nichts findet. Eine dieser Lücken betrifft Wilhelm Rath (1897–1973), dessen Name heute nicht mehr vielen Anthroposophen geläufig sein dürfte. Aufgrund der jahrelangen gründlichen Recherchen Benjamin Schmidts, der viele Nachlässe sichtete und unveröffentlichtes Quellenmaterial aufspürte, kann diese Lücke mit dem vorliegenden Buch als geschlossen gelten.

Die offene Gesellschaft und ihre Anthroposophen

Von Verschwörungstheorien, dem »Kampf gegen Rechts« und anderen Unschärfen

Im Juli/August 2018 veröffentlichte das Magazin ›Info3‹ eine von acht prominenten Repräsentanten der Anthroposophie in Deutschland unterzeichnete und wenig später von den Zeitschriften ›Anthroposophie‹ und ›Anthroposophie... [mehr]

Im Juli/August 2018 veröffentlichte das Magazin ›Info3‹ eine von acht prominenten Repräsentanten der Anthroposophie in Deutschland unterzeichnete und wenig später von den Zeitschriften ›Anthroposophie‹ und ›Anthroposophie weltweit‹ nachgedruckte Erklärung, wonach Verschwörungstheorien mit liberalem respektive anthroposophischem Denken unvereinbar seien. Im Umfeld der Anthroposophie, so die Initiatoren, begegne man immer häufiger »Vertretern der krudesten Ideologien«: angefangen bei der »Holocaustleugnung« über »Theorien der Verschwörung durch Juden, Jesuiten, Bilderberger oder Freimaurer, spirituell verbrämte Deutschtümelei und Bekämpfung des längst überholten Vorwurfs der deutschen Alleinschuld für den Ersten Weltkrieg« bis hin zu »Mutmaßungen über von Geheimdiensten inszenierte Terroranschläge und Annahmen über die Manipulation des politischen Lebens sowie der Medien durch geheime Zirkel«. Der »gemeinsame Nenner« dieser auf den ersten Blick so unterschiedlichen Verschwörungsfabulate sei »die Fixierung auf ›das Böse‹ und sein Wirken in der Welt sowie die Auffassung des Weltgeschehens als einem von einer kleinen Gruppe manipulierten Marionettentheater.« Der Rekurs »auf das Wirken unheilvoller Mächte« und vermeintlicher Konspirationen, so die Erklärung weiter, bewirke eine »passive Zuschauerhaltung, die dem Entwicklungsimpuls der Anthroposophie« zuwiderlaufe.

Gebäude ohne Fundament

Zwei Neuerscheinungen zur Hochschulfrage

Will man Aufschluss über die Frage gewinnen, welche Bedeutung und Wirksamkeit eine Hochschule für Geisteswissenschaft (Anthroposophie) in Zukunft entfalten könnte, dann liegt es nahe, neben den historischen Hinweisen Rudolf... [mehr]

Will man Aufschluss über die Frage gewinnen, welche Bedeutung und Wirksamkeit eine Hochschule für Geisteswissenschaft (Anthroposophie) in Zukunft entfalten könnte, dann liegt es nahe, neben den historischen Hinweisen Rudolf Steiners im Rahmen der Neubegründung der Anthroposophischen Gesellschaft 1923/24 auch aktuelle Publikationen heranzuziehen, deren Verfasser diese Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln. Auf das Erscheinen zweier Selbstdarstellungen des Goetheanums in den Jahren 20081 und 20172, von denen sich die neuere vor allem der Geschichte seiner elf Forschungssektionen widmet, folgten im vergangenen Jahr auch zwei »inoffizielle« Veröfentlichungen zu diesem Themenbereich. Letztere gehören in meinen Augen zu den interessanteren Gesprächsbeiträgen, da deren Autoren das Aufgabenfeld einer Freien Hochschule für Geisteswissenschaft sondieren, ohne hierbei mit (selbst-)kritischen Einlassungen zu sparen. Im Folgenden seien einige der von ihnen benannten Problemfelder herausgegriffen und näher beleuchtet, weil diese meinem Eindruck nach Wesentliches der Hochschulfrage berühren, von dessen Bewältigung die Zukunft dieser Einrichtung abhängt.

Vom Zusammenwachsen mit dem Schicksal

Martina Maria Sams Studie zur Kindheit und Jugend Rudolf Steiners

Der doppelte Zeitenstrom erschließt sich nicht zuletzt durch das Rückblicken auf das eigene Leben – in der Erkenntnis, wie das, was mir geschehen ist, nicht einfach eine Summe ausmacht, die mich geprägt hat, sondern... [mehr]

Der doppelte Zeitenstrom erschließt sich nicht zuletzt durch das Rückblicken auf das eigene Leben – in der Erkenntnis, wie das, was mir geschehen ist, nicht einfach eine Summe ausmacht, die mich geprägt hat, sondern seine Erfüllung erst im Hier und Jetzt findet. Mir kommt in den Schicksalsereignissen stets meine eigene Zukunft entgegen. Martina Maria Sam schreibt in ihrer Monografie über die Kindheit und Jugend Rudolf Steiners in Bezug auf die Fichte-Studien des achtzehnjährigen Jünglings, auf welche dieser mit dem vorangestellten Zitat 1907 zurückblickt: »Es war ihm aufgefallen, dass das Ich ›jener Brennpunkt‹ sei, ›welchen zu ergreifen unmöglich ist, da er immer nach rückwärts entschlüpft, wenn wir ihn ins Auge fassen wollen‹. Dieses ›rückwärts entschlüpfende‹ Ich nennt er das ›reine Ich‹ im Gegensatz zum Alltags-Ich. – Im Zusammenhang mit Überlegungen über die Natur des ›reinen Ich‹ kam er also erstmals auf die Idee eines rückwärts verlaufenden Stroms.« (zitiert S. 232)

Wie kann Wesenhaftes geistig erfasst werden?

Zu Rudolf Steiner: ›Schriften zur Anthropogenese und Kosmogonie‹, Schriften, Kritische Ausgabe (SKA) Band 8,1-2, hrsg. von Christian Clement

Mit den vorliegenden beiden Bänden 8,1-2 der SKA hat Christian Clement neben der Aufsatzreihe ›Aus der Akasha-Chronik‹ Steiners zentrales Hauptwerk ›Die Geheimwissenschaft im Umriß‹ in der nunmehr bewährten Art... [mehr]

Mit den vorliegenden beiden Bänden 8,1-2 der SKA hat Christian Clement neben der Aufsatzreihe ›Aus der Akasha-Chronik‹ Steiners zentrales Hauptwerk ›Die Geheimwissenschaft im Umriß‹ in der nunmehr bewährten Art kritisch bearbeitet und kommentiert herausgegeben. Zur Bearbeitung der Texte gehört – wie auch in den bereits erschienenen Bänden, den ›Philosophischen Schriften‹ (SKA 2), den ›Schriften über Mystik, Mysterienwesen und Religionsgeschichte‹ (SKA 5), den ›Schriften zur Anthropologie‹ (SKA 6) und den ›Schriften zur Erkenntnisschulung‹ (SKA 7) – vor allem die Sichtbarmachung der Textgenese durch alle zu Lebzeiten Steiners erschienenen Auflagen der betreffenden Schriften hindurch. Die Kommentierung versucht vor allem den historischen Kontext von Steiners Werk aufzuzeigen und außerdem durch Stellenkommentare auf einzelne werkimmanente Aspekte hinzuweisen.