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Angeblicher Katholizismus

Zu ›Die geistige Enthauptung Mitteleuropas – Zu »Zwischen Himmel und Erde: Die Finanzkrise« von Jose Martinez‹ von Stephan Eisenhut in die Drei 12/2017

Zu diesem Heft

Mehrere Themenstränge durchziehen dieses Heft. Wie eine Klammer steht das Thema des bedingungslosen Grundeinkommens an Anfang und Ende: einmal in Gestalt der Fortsetzung von Johannes Mosmanns Artikelserie, zum anderen in... [mehr]

Mehrere Themenstränge durchziehen dieses Heft. Wie eine Klammer steht das Thema des bedingungslosen Grundeinkommens an Anfang und Ende: einmal in Gestalt der Fortsetzung von Johannes Mosmanns Artikelserie, zum anderen in Gestalt des Leserforums, in dem wir zwei kritische Repliken auf deren ersten Teil im vorigen Heft wiedergeben. (Daneben gab es auch viel Zuspruch!) Zum Nahen Osten und der in ihm vorherrschenden Religion des Islam finden sich wiederum Beiträge im Feuilleton von Astrid Lütje und Stephan Stockmar, sowie Buchbesprechungen von Marcus Andries und Johannes Roth. Ruth Renée Reifs Interview mit dem französischen Historiker und Archäologen François-Xavier Fauvelle über das mittelalterliche Afrika schlägt von hier aus sozusagen die Brücke zu Maja Rehbeins Essay über Johann Joachim Winckelmann, der Archäologie und Kunstgeschichte wichtige Impulse gab.

Das Grundeinkommen kommt mit seinen Fragen

Das Grundeinkommen: Pathologie und Wirkung einer sozialen Bewegung II

Im 1. Teil dieser Serie (vgl. die Drei 1-2/2018) wurde begründet, warum ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht auf die Annahme gestützt werden kann, Maschinen würden Menschen von der Arbeit freistellen. Der Zwang zur... [mehr]

Im 1. Teil dieser Serie (vgl. die Drei 1-2/2018) wurde begründet, warum ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht auf die Annahme gestützt werden kann, Maschinen würden Menschen von der Arbeit freistellen. Der Zwang zur Arbeit ist in der Natur der arbeitsteiligen Weltwirtschaft begründet und kann daher nicht abgeschüttelt werden. Daneben gibt es Abhängigkeiten von Rechtsformen, die bewirken, dass der »Mehrwert« der voranschreitenden Arbeitsteilung zunehmend einer kleinen Personengruppe zufließt. Die Grundeinkommensbewegung möchte eigentlich diese Einkommen umverteilen, verliert dabei aber die Bedeutung der materiellen Arbeit aus dem Blick. Der II. Teil zeigt auf, wie falsch gestellte Fragen in eine Ökonomisierung des Geisteslebens hineinführen, anstatt die Klärung des Verhältnisses von Geistesleben und Wirtschaftsleben als Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklung zu begreifen.

»Die Geschichtsschreibung über Afrika wird immer fragmentarisch bleiben«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit François-Xavier Fauvelle

»Goldene Jahrhunderte« nennt der französische Historiker und Archäologe François-Xavier Fauvelle die mittelalterliche Ära Afrikas. In seinem Buch ›Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter‹ (aus dem Französischen... [mehr]

»Goldene Jahrhunderte« nennt der französische Historiker und Archäologe François-Xavier Fauvelle die mittelalterliche Ära Afrikas. In seinem Buch ›Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter‹ (aus dem Französischen von Thomas Schultz, C.H. Beck, München 2017) durchmisst er auf einer Art Entdeckungsreise acht Jahrhunderte afrikanischer Geschichte. »Wir werden uns damit abfinden müssen, nicht immer zu verstehen, was wir sehen«, warnt er seine Leser vor. Geografische Ungenauigkeiten, Widersprüche, verwaiste Spuren und verlorene Fundgegenstände kennzeichnen das historische Bild des Zeitraums zwischen Antike und Neuzeit, bevor der afrikanische Kontinent »mit Gewalt an das Schicksal der europäischen Mächte gekoppelt« wurde. Dennoch gelingt es Fauvelle, anhand vielfältiger Dokumente wie Briefe, Reiseberichte, Handelsverträge, Landkarten sowie archäologische Funde einen Kontinent als Zentrum strahlender Kulturen zum Leben zu erwecken.

Friedrich Schlegel und Novalis

im Spiegel ihres Briefwechsels

Betrachtet man das Zusammenwirken von Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg, so kann man nur darüber staunen, wie vollständig sich diese beiden Geister ergänzten. Es war die denkbar größte Wertschätzung, die... [mehr]

Betrachtet man das Zusammenwirken von Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg, so kann man nur darüber staunen, wie vollständig sich diese beiden Geister ergänzten. Es war die denkbar größte Wertschätzung, die sie einander entgegenbrachten, das höchste Freiheitsempfinden für den anderen, dem man hier staunend begegnen kann. Gerade in den späteren Jahren dieser Freundschaft drängt sich zuweilen der Eindruck auf, als stünden einander nicht zwei getrennte Persönlichkeiten gegenüber, sondern als hätte man es mit einer einheitlichen Wesenheit zu tun – so vollständig war die gegenseitige Durchdringung, so tief das Verständnis füreinander. Um sich zu solchen Höhen erheben zu können, musste diese Freundschaftsbeziehung allerdings mehrere Stufen durchlaufen.

Poesie – die Sprache des magischen Idealismus

Laut Novalis hängt die poetische Kraft von dem Erkenntnisbewusstsein ab, von dem sie getragen wird: »Je größer der Dichter, desto weniger Freyheit erlaubt er sich, desto philosophischer ist er.« Die poetische Konstruktion... [mehr]

Laut Novalis hängt die poetische Kraft von dem Erkenntnisbewusstsein ab, von dem sie getragen wird: »Je größer der Dichter, desto weniger Freyheit erlaubt er sich, desto philosophischer ist er.« Die poetische Konstruktion soll zwar nicht Erkenntnisse begrifflich darstellen, eine abstrakte Gedankenbewegung nach sich ziehen, jedoch in dem poetischen Werk ein Instrument erzeugen, das wie die Werke echter Wissenschaft das seelische Leben stärkt, konkretisiert. Dem Poeten (für Novalis ist der Poet der sprachlich Schöpferische, der Dichter schlechthin) wird dies insofern gelingen, als er Erfahrungen des seelischen Lebens angesammelt hat und in der Erkenntnis seiner selbst vorgedrungen ist. Das Erkennen bildet den untergründig das poetische Schaffen belebenden Gegenstrom. Es ist geistiges Einatmen der Zusammenhänge, die – verwandelt durch individuelles Erleben – im Kunstschaffen ausgeatmet werden. Der Poet wählt und entwickelt seinen Stoff, die sprachlich gebundene Vorstellung, so, dass dieser sein Erkennen aufzunehmen vermag.

Die Brücke über das Nichts

Die Ohnmacht des gewöhnlichen Erkennens als Ausgangspunkt der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners

Vor hundert Jahren hielt Rudolf Steiner eine Reihe von öffentlichen Vorträgen, in denen er sich über ein Erlebnis äußerte, das damals etwa 35 Jahre zurücklag: seine Begegnung mit Friedrich Theodor Vischer, in deren... [mehr]

Vor hundert Jahren hielt Rudolf Steiner eine Reihe von öffentlichen Vorträgen, in denen er sich über ein Erlebnis äußerte, das damals etwa 35 Jahre zurücklag: seine Begegnung mit Friedrich Theodor Vischer, in deren Folge er die ersten Bausteine der Anthroposophie legen konnte. lm Folgenden wird der Charakter dieses Ereignisses entfaltet und der Frage nachgegangen, wie mit dessen Hilfe – in einer sehr grundsätzlichen Art und Weise – die Brücke zwischen Alltagsbewusstsein und dem in Rudolf Steiner verkörperten höheren Bewusstsein gebildet werden kann.

Überstürzte Individualisierung

Eine Betrachtung des Bildes ›Ixion, von Juno getäuscht‹ von Peter Paul Rubens

Denken, Fühlen und Wollen sind die drei Dimensionen des menschlichen Seelenorganismus, die sich im Physisch-Ätherischen auf das Nerven-Sinnes-System, das rhythmische System und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System stützen. Dass... [mehr]

Denken, Fühlen und Wollen sind die drei Dimensionen des menschlichen Seelenorganismus, die sich im Physisch-Ätherischen auf das Nerven-Sinnes-System, das rhythmische System und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System stützen. Dass diese Funktionen in der Entwicklung der Menschheit in einem langen, leidvollen Prozess harmonisiert wurden, schildert die griechische Mythologie in vielen Facetten. Drei ihrer berühmten Protagonisten – Sisyphos, Ixion und Tantalos – können die gewaltigen seelischen Kräfte nicht integrieren und werden deshalb grässlich bestrafte tragische Helden, welche die Gemüter bis in die Neuzeit beschäftigen. Es wurde bereits gezeigt, wie bei Sisyphos das Denken alles beherrschte und Wunsch und Wagemut den Tantalos verführten. Dass Ixion von den Kräften der Individualisierung überwältigt und vereinsamt wurde, weil es ihm nicht gelang, sein Gefühlsleben zu gestalten, wird im vorliegenden Beitrag mit Hilfe des Bildes ›Ixion und Nephele‹ von Peter Paul Rubens entwickelt.

Gnostiker oder Rosenkreuzer?

Ein Blick auf Zwier Willem Leene

Es mag fraglich erscheinen, wozu in einer anthroposophisch ausgerichteten Zeitschrift wie die Drei ein Buch besprochen wird, das den Pionier einer Gruppierung vorstellt, die viele Jahrzehnte hindurch jede Berührung mit der... [mehr]

Es mag fraglich erscheinen, wozu in einer anthroposophisch ausgerichteten Zeitschrift wie die Drei ein Buch besprochen wird, das den Pionier einer Gruppierung vorstellt, die viele Jahrzehnte hindurch jede Berührung mit der anthroposophischen Bewegung mied: des ›Lectorium Rosicrucianum‹. – Der Rezensent sieht die Erfordernis dazu in Entwicklungen der letzten Jahre begründet, die als Versuch einer energischen Annäherung von dieser Seite an die anthroposophische Bewegung zu verstehen sind. Das Instrument, um diese Annäherung voranzubringen, ist die vielerorts agierende ›Stiftung Rosenkreuz‹, eine Vorhoforganisation des ›Lectorium‹, durch die Begegnungen mit Vertretern der Anthroposophie gesucht werden. Und so enthält denn auch das hier zu besprechende Buch zahlreiche Verweise auf Rudolf Steiner und die Anthroposophie.

Die violetten Fenster

Dritte Betrachtung zu den Fenstermotiven im Großen Saal des Goetheanums

Von den blauen Weiten des Raumes – mit dem Thema der Bildung der leiblichen Grundlage als Gefährt der Seele – wandern wir weiter nach Norden und dem violetten Fenster zu. Es führt uns zu den Rätseln von Tod und Wiedergeburt.... [mehr]

Von den blauen Weiten des Raumes – mit dem Thema der Bildung der leiblichen Grundlage als Gefährt der Seele – wandern wir weiter nach Norden und dem violetten Fenster zu. Es führt uns zu den Rätseln von Tod und Wiedergeburt. Mit dem Blau entstand das Erlebnis der Überwindung des Egoistischen, um gleichsam makrokosmisch zu werden. Beim Violett nun steigert sich die Farbe zum Religiösen hin und man bereitet sich, um bewusstseinsmäßig über die Todesschwelle zu schreiten. Wenn die Finsternis erleuchtet wird, so entsteht das Blau, und es »steigert sich das Blau in das schönste Violett, wenn wir eine erleuchtete Trübe vor der Finsternis verdünnen oder vermindern.« Dem entspricht auch die innere Steigerung von den blauen zu den violetten Fenstern, wenn man die Finsternis als ein Geistiges, das noch nicht erleuchtet wurde, versteht.

Das gebrochene Bild

Johann Joachim Winkelmann (9. Dezember 1717 – 18. Juni 1768)

Zum ersten Mal begegnete mir Winckelmann in einem Buch der Weimarer Schriftstellerin Jutta Hecker (1904-2002). Ihre Biografie beginnt mit einer Beschreibung der Hafenstadt Triest vor 250 Jahren, und des Friedhofs, auf dem... [mehr]

Zum ersten Mal begegnete mir Winckelmann in einem Buch der Weimarer Schriftstellerin Jutta Hecker (1904-2002). Ihre Biografie beginnt mit einer Beschreibung der Hafenstadt Triest vor 250 Jahren, und des Friedhofs, auf dem später für Winckelmann ein Kenotaph errichtet wurde: »Winckelmann – das Wissen von heute rühmt ihn im Grunde nur noch als Begründer der Archäologie –, war er mehr? Und wie kam er hierher nach Triest? Nachdenklich schaust du umher: Rings um dich Stille und Stein und Schatten wie über diesem Namen Stille und Starre und Schatten. Und doch, wenige Schritte nur zurück, und da ist wieder heißes, sengendes Licht, Gelärm, Getriebe, Geschrei.«