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25 Jahre Mauerfall: »Die Kraft der Einmischung«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit Daniela Dahn

»Scharfsinnig im Urteil und unabhängig in der Analyse«, schrieb der spanische Schriftsteller Jorge Semprún über Daniela Dahn. Er hob ihre dialektisch angelegten Texte hervor und bezeichnete sie als  Vertreterin... [mehr]

»Scharfsinnig im Urteil und unabhängig in der Analyse«, schrieb der spanische Schriftsteller Jorge Semprún über Daniela Dahn. Er hob ihre dialektisch angelegten Texte hervor und bezeichnete sie als  Vertreterin der deutschen Tradition der »demokratischen Vernunft« und als ausgewiesene Gesinnungs- und  Verantwortungsethikerin. Seit der Wiedervereinigung findet die streitbare Intellektuelle aus dem Osten zunehmend auch im Westen Gehör. Ihre kritischen Anmerkungen zur Wirtschaftspolitik sowie zur Entdemokratisierung lösen immer wieder heftige Kontroversen aus. In ihrem jüngsten Buch Wir sind der Staat! Warum Volk sein nicht genügt (Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2013) fordert sie ihre Leser dazu auf, die Verfassung mit Leben zu erfüllen und den Staat, der immer mehr zu einem Instrument der Wirtschaft zu werden droht, in Besitz zu nehmen. Sie plädiert für einen Staat, dessen Bürger an der politischen Willensbildung teilnehmen. Und sie setzt sich mit der Frage auseinander, wie eine Demokratie zu organisieren wäre, »an der teilzunehmen tatsächlich auch für die vielbeschworene Basis interessant ist – für die klassischen Arbeiter, die kleinen Angestellten und Ladenbesitzer, die Dienstleistenden, Migranten und Arbeitslosen«.

»Wäre der Tag des Attentats von Sarajevo ein wenig anders verlaufen …«

Ruth Renée Reif im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler

Am 28. Juni 1914 wurde in Sarajevo der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand ermordet. Einen Monat später begann der Erste Weltkrieg. 40 Staaten waren an ihm beteiligt und 17 Millionen Menschen fielen ihm... [mehr]

Am 28. Juni 1914 wurde in Sarajevo der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand ermordet. Einen Monat später begann der Erste Weltkrieg. 40 Staaten waren an ihm beteiligt und 17 Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer. Für George F. Kennan war er die »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts«. Herfried Münkler sieht in ihm auch »das Laboratorium, in dem fast alles entwickelt worden ist, was in den Konflikten der folgenden Jahrzehnte eine Rolle spielen sollte«. In seiner umfassenden Darstellung Der große Krieg. Die Welt 1914-1918 (Rowohlt Verlag, Berlin 2013) schildert er eindrucksvoll, wie ein regionaler Konflikt in einer Folge von Zufällen und Fehlentscheidungen zum weltweiten Krieg eskalierte. Er zeigt, wie dieser Krieg Revolutionen auslöste, das Ende der Imperien besiegelte und die Machtverhältnisse der Welt veränderte. Vor allem aber warnt er, dass die Konstellationen, die in diesen Krieg geführt hätten, keineswegs überwunden seien.

Spirituelle Identität zwischen Abgrenzung und Offenheit

Die Redaktion im Gespräch mit Johannes Kiersch und Günter Röschert

»... Es könnte aber nun sein, dass es dialektische Verhältnisse gibt, wo die Synthese nicht möglich ist oder wo ein Verzicht auf die Synthese stattfinden muss so, dass die beiden Aussagen, die einander gegenüberstehen,... [mehr]

»... Es könnte aber nun sein, dass es dialektische Verhältnisse gibt, wo die Synthese nicht möglich ist oder wo ein Verzicht auf die Synthese stattfinden muss so, dass die beiden Aussagen, die einander gegenüberstehen, in dem Spannungsverhältnis stehen bleiben und dass in dem Spannungsverhältnis das eigentlich Wesentliche zu finden ist, ohne dass man eine Synthese konstruiert.« (Günter Röschert)