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Der Lebenszyklus der ätherischen Atmung

Aus einer Einführung ins Kognitive Yoga

»Wenn wir Wasser vor uns haben, so sieht man diesem Wasser nicht an, daß der Chemiker in die Lage kommt, dieses Wasser zu scheiden in Wasserstoff und Sauerstoff. Wasser ist flüssig, Wasser brennt nicht. Der Wasserstoff,... [mehr]

»Wenn wir Wasser vor uns haben, so sieht man diesem Wasser nicht an, daß der Chemiker in die Lage kommt, dieses Wasser zu scheiden in Wasserstoff und Sauerstoff. Wasser ist flüssig, Wasser brennt nicht. Der Wasserstoff, den der Chemiker abscheidet, ist ein Gas, er brennt, er ist etwas ganz anderes. Das ist dasjenige, was ich zum Vergleich heranziehen möchte für einen Vorgang des geistigen Lebens, den ich gleich erörtern will. Wenn wir den Menschen im gewöhnlichen Leben vor uns haben, so haben wir in ihm vereinigt das Geistig-Seelische und das Leiblich-Physische, wie wir im Wasser vereinigt haben den Wasserstoff und den Sauerstoff. In dem, was ich nennen möchte ›geistige Chemie‹, obliegt uns, das Geistig-Seelische abzutrennen von dem Leiblich-Physischen, wie auf physischem Gebiet der Chemiker abtrennt den Wasserstoff vom Wasser. Und es ist nur begreiflich, daß man ebensowenig aus der Betrachtung des gewöhnlichen Menschen eine Anschauung gewinnen kann über das Wesen des Geistig-Seelischen, wie man durch Anschauung des Wassers eine Ansicht gewinnen kann über das Wesen des Wasserstoffes.« – Rudolf Steiner

Kann die Sinneswelt Maja sein?

Ein altes theosophisches Vorurteil hält die Sinneswelt für Maja. Das ist deshalb ein Vorurteil, weil es der Erfahrung widerspricht. Da aber auch Rudolf Steiner von einer Maja spricht, gerät das Bewusstsein in einen Zwiespalt:... [mehr]

Ein altes theosophisches Vorurteil hält die Sinneswelt für Maja. Das ist deshalb ein Vorurteil, weil es der Erfahrung widerspricht. Da aber auch Rudolf Steiner von einer Maja spricht, gerät das Bewusstsein in einen Zwiespalt: Wider die eigene, unmittelbare Erfahrung, dass ich von der sinnlichen Wahrnehmung fraglos berührt werde, soll ich annehmen, dass das alles gar nicht wirklich sei. Nun wird mancher Kenner der philosophischen Ausführungen Rudolf Steiners (z.B. der ›Philosophie der Freiheit‹) einwenden, dass die Wirklichkeit erst durch das Verbinden der Wahrnehmung mit dem zugehörigen Begriff entstehe. Weiter Geschulte werden darauf hinweisen, dass ich ohne den zugehörigen Begriff überhaupt nichts wahrnehme.

Die Seele sinnt und singt

Betrachtungen zu Sinnesatmung und Lichtseelenprozess

Wenn wir in der Verfassung unseres modernen Alltagsbewusstseins einen Gegenstand wahrnehmen, z.B. einen Stein ansehen, dann erleben wir diesen draußen, »gegenständlich«, mit uns unverbunden. Der Sinnesprozess selbst haftet... [mehr]

Wenn wir in der Verfassung unseres modernen Alltagsbewusstseins einen Gegenstand wahrnehmen, z.B. einen Stein ansehen, dann erleben wir diesen draußen, »gegenständlich«, mit uns unverbunden. Der Sinnesprozess selbst haftet am Gegenstand, bannt diesen und ist zugleich in sich vereinzelt, nur sehend, isoliert. Wir grenzen uns auf diese Weise von der Welt ab, was, wie sich bei genauem Hinschauen zeigt, einen Kraftaufwand erfordert. Zunächst agiert hier der Doppelgänger in uns, und die Abgrenzung vollzieht sich aus einer Angst heraus. Wir können uns jedoch auch aus freiem Willen dazu entschließen, diese Basisstufe des Wahrnehmens bewusst zu betreten. Dann kann sie zum Ausgangspunkt und Sprungbrett eines vom Ich geführten Übweges zur Beseelung der Sinnesvorgänge werden.

Vom Lichtseelenprozess

Grundlagen und Übungsansätze

Am 30. November 1919, also vor bald einhundert Jahren, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, in dem er erstmalig – und, was die Bezeichnung betrifft, auch einmalig – von einem »Lichtseelenprozess« spricht, der heute übend... [mehr]

Am 30. November 1919, also vor bald einhundert Jahren, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, in dem er erstmalig – und, was die Bezeichnung betrifft, auch einmalig – von einem »Lichtseelenprozess« spricht, der heute übend bewusst werden kann. Steiner entwickelt darin diesen Lichtseelenprozess anhand der Bewusstseinsentwicklung des Menschen. Diese hat sich durch die Kulturepochen hindurch von einer nahezu ungetrennten Einheit zwischen Mensch und Welt im alten Indien und auch noch im alten Persien zu einer allmählichen Differenzierung zwischen Mensch und Welt zunächst in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entwickelt: »[M]an unterschied schon den Gott außerhalb und den Gott innerhalb; nur dachte man ihn als einheitlich, den Gott in der Natur, den Gott  im Menschen, nur war er derselbe.« Die Ellipse, die Steiner als Symbol der Einheit an die Tafel gezeichnet hatte, bildet nun in ihrer Mitte einen Berührungs- bzw. Kreuzungspunkt aus und wird so zur Lemniskate: Mensch und Welt umgreifen noch ein Ganzes, aber die Unterschiedlichkeit und zunehmende Trennung ist bereits angelegt. Zum Ausdruck kam diese beginnende Trennung der Einheit in einem Bewusstsein des Atmungsprozesses, den man als »Luftseelenprozeß« bezeichnen kann. Damals konnte die Luft noch als beseelt erlebt werden, und im Einatmen atmete man das Seelische der Welt ein, verband sich mit ihm, verwandelte es und gab es der Welt zurück.

»Strahlender als die Sonne«

Die Grenze zum leibfreien Bewusstsein in der Meditation

In einem vorangegangenen Artikel habe ich mich der Frage anzunähern versucht, wie Erfahrungen zu bewerten sind, die man durch anthroposophische Meditationsübungen relativ einfach erreichen kann, wie z.B. das Erleben von... [mehr]

In einem vorangegangenen Artikel habe ich mich der Frage anzunähern versucht, wie Erfahrungen zu bewerten sind, die man durch anthroposophische Meditationsübungen relativ einfach erreichen kann, wie z.B. das Erleben von lebendig gestaltenden Kräften in sprießenden oder welkenden Pflanzen. Man bewegt sich mit solchen Erfahrungen an der Grenze zwischen dem gewöhnlichen und einem nicht mehr sinnlichen Bewusstsein, das nach Rudolf Steiner bis zu einem völlig leibfreien Bewusstsein gesteigert werden kann. Ich habe einige Ausführungen Steiners zu diesem leibfreien Bewusstsein dargestellt und Kriterien besprochen, anhand derer man es erkennen kann. Hier möchte ich nun eine Mantren-Meditation beschreiben, durch die man die Grenze zum leibfreien Bewusstsein genauer kennenlernen kann.

Vom richtigen Anfang

Überlegungen zur Freiheitsgestalt der anthroposophischen Meditation

Warum meditieren? – Ich möchte mit den folgenden .berlegungen dazu anregen, dieser Frage nachzugehen, und dafür argumentieren, dass sie hinsichtlich unserer Selbsterkenntnis ergiebig und hinsichtlich der Frage, wie frei... [mehr]

Warum meditieren? – Ich möchte mit den folgenden .berlegungen dazu anregen, dieser Frage nachzugehen, und dafür argumentieren, dass sie hinsichtlich unserer Selbsterkenntnis ergiebig und hinsichtlich der Frage, wie frei wir uns in unseren meditativen Versuchen oder »auf dem Schulungsweg« bewegen, unumgänglich ist. Etwas überspitzt könnte man sagen: Ein Mensch, der sich Anleitungen zur Meditation holt, ist in seiner Freiheit akut gefährdet oder hat zumindest einen erh.hten Bedarf, diese zu verteidigen. Die Anthroposophische Meditation, die Rudolf Steiner in unterschiedlichen Formen und immer neuen Anläufen in die Kulturwelt der europäischen Moderne gestellt hat, versucht dieser Gefahr nicht nur zu begegnen, sondern explizit die Möglichkeit einer freien Aneignung meditativer Wege zu eröffnen. Meditation bleibt allerdings eine Praxis, eine Kunst. Sie muss nicht zwangsläufig gelingen und ist auch nicht zwangsläufig frei, d.h. durchschaut, individualisiert und den eingeholten Erfahrungen gewachsen.

Staunen, Mitgefühl, Gewissen

als Urbild, Seelenweg, Heilkraft und als den Jahreslauf begleitende Meditationsweisen

An einigen Stellen in seinem Gesamtwerk erwähnt Rudolf Steiner die Kultivierung und Entwicklung der menschlichen Seelenkräfte »Erstaunen, Mitgefühl und Gewissen« und weist zugleich in seinem einzigen diesem Thema ganz... [mehr]

An einigen Stellen in seinem Gesamtwerk erwähnt Rudolf Steiner die Kultivierung und Entwicklung der menschlichen Seelenkräfte »Erstaunen, Mitgefühl und Gewissen« und weist zugleich in seinem einzigen diesem Thema ganz gewidmeten Vortrag vom 14. Mai 1912 in Berlin mit besonderer Eindringlichkeit darauf hin. In diesem Vortrag beschreibt er Staunen, Mitgefühl und Gewissen als eine Dreiheit, ohne deren Existenz, Pflege und Bildung im menschlichen Herzensraum die Erde als Christusträger ihr Ziel im Sinne der Schöpfung nicht erreichen würde.

Die Schale der Selbstheit durchbrechen

Zur Wandlung von Wille, Widerstand und Wirklichkeitserleben auf dem imaginativen Erkenntnisweg

Der anthroposophische Schulungsweg wird von Rudolf Steiner als ein dreistufiger Weg beschrieben, als Erscheinen einer neuen Wirklichkeit zunächst in den Bildern der Imagination, die sich dann in der Inspiration in ihrer... [mehr]

Der anthroposophische Schulungsweg wird von Rudolf Steiner als ein dreistufiger Weg beschrieben, als Erscheinen einer neuen Wirklichkeit zunächst in den Bildern der Imagination, die sich dann in der Inspiration in ihrer Bedeutung zu erhellen und auszusprechen beginnen und zuletzt in der Intuition zur Begegnung mit bestimmten, sehr verschieden gearteten Wesen und ihren Intentionen führt. Diese drei Stufen erweisen sich jedoch nicht unbedingt als ein Nacheinander, sondern ebenso als ein Ineinander. Schon bei der ersten Stufe der Imagination zeigt sich, wie diese eine Dreifaltigkeit ist, indem auch Inspiration und Intuition in einer bestimmten Form in sie hineinwirken.