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»Strahlender als die Sonne«

Die Grenze zum leibfreien Bewusstsein in der Meditation

In einem vorangegangenen Artikel habe ich mich der Frage anzunähern versucht, wie Erfahrungen zu bewerten sind, die man durch anthroposophische Meditationsübungen relativ einfach erreichen kann, wie z.B. das Erleben von... [mehr]

In einem vorangegangenen Artikel habe ich mich der Frage anzunähern versucht, wie Erfahrungen zu bewerten sind, die man durch anthroposophische Meditationsübungen relativ einfach erreichen kann, wie z.B. das Erleben von lebendig gestaltenden Kräften in sprießenden oder welkenden Pflanzen. Man bewegt sich mit solchen Erfahrungen an der Grenze zwischen dem gewöhnlichen und einem nicht mehr sinnlichen Bewusstsein, das nach Rudolf Steiner bis zu einem völlig leibfreien Bewusstsein gesteigert werden kann. Ich habe einige Ausführungen Steiners zu diesem leibfreien Bewusstsein dargestellt und Kriterien besprochen, anhand derer man es erkennen kann. Hier möchte ich nun eine Mantren-Meditation beschreiben, durch die man die Grenze zum leibfreien Bewusstsein genauer kennenlernen kann.

Vom Lichtseelenprozess

Grundlagen und Übungsansätze

Am 30. November 1919, also vor bald einhundert Jahren, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, in dem er erstmalig – und, was die Bezeichnung betrifft, auch einmalig – von einem »Lichtseelenprozess« spricht, der heute übend... [mehr]

Am 30. November 1919, also vor bald einhundert Jahren, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, in dem er erstmalig – und, was die Bezeichnung betrifft, auch einmalig – von einem »Lichtseelenprozess« spricht, der heute übend bewusst werden kann. Steiner entwickelt darin diesen Lichtseelenprozess anhand der Bewusstseinsentwicklung des Menschen. Diese hat sich durch die Kulturepochen hindurch von einer nahezu ungetrennten Einheit zwischen Mensch und Welt im alten Indien und auch noch im alten Persien zu einer allmählichen Differenzierung zwischen Mensch und Welt zunächst in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entwickelt: »[M]an unterschied schon den Gott außerhalb und den Gott innerhalb; nur dachte man ihn als einheitlich, den Gott in der Natur, den Gott  im Menschen, nur war er derselbe.« Die Ellipse, die Steiner als Symbol der Einheit an die Tafel gezeichnet hatte, bildet nun in ihrer Mitte einen Berührungs- bzw. Kreuzungspunkt aus und wird so zur Lemniskate: Mensch und Welt umgreifen noch ein Ganzes, aber die Unterschiedlichkeit und zunehmende Trennung ist bereits angelegt. Zum Ausdruck kam diese beginnende Trennung der Einheit in einem Bewusstsein des Atmungsprozesses, den man als »Luftseelenprozeß« bezeichnen kann. Damals konnte die Luft noch als beseelt erlebt werden, und im Einatmen atmete man das Seelische der Welt ein, verband sich mit ihm, verwandelte es und gab es der Welt zurück.

Vom richtigen Anfang

Überlegungen zur Freiheitsgestalt der anthroposophischen Meditation

Warum meditieren? – Ich möchte mit den folgenden .berlegungen dazu anregen, dieser Frage nachzugehen, und dafür argumentieren, dass sie hinsichtlich unserer Selbsterkenntnis ergiebig und hinsichtlich der Frage, wie frei... [mehr]

Warum meditieren? – Ich möchte mit den folgenden .berlegungen dazu anregen, dieser Frage nachzugehen, und dafür argumentieren, dass sie hinsichtlich unserer Selbsterkenntnis ergiebig und hinsichtlich der Frage, wie frei wir uns in unseren meditativen Versuchen oder »auf dem Schulungsweg« bewegen, unumgänglich ist. Etwas überspitzt könnte man sagen: Ein Mensch, der sich Anleitungen zur Meditation holt, ist in seiner Freiheit akut gefährdet oder hat zumindest einen erh.hten Bedarf, diese zu verteidigen. Die Anthroposophische Meditation, die Rudolf Steiner in unterschiedlichen Formen und immer neuen Anläufen in die Kulturwelt der europäischen Moderne gestellt hat, versucht dieser Gefahr nicht nur zu begegnen, sondern explizit die Möglichkeit einer freien Aneignung meditativer Wege zu eröffnen. Meditation bleibt allerdings eine Praxis, eine Kunst. Sie muss nicht zwangsläufig gelingen und ist auch nicht zwangsläufig frei, d.h. durchschaut, individualisiert und den eingeholten Erfahrungen gewachsen.