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Zur Frage der Kreditgeldschöpfung

In der gegenwärtigen Wirtschaftspraxis gilt es als selbstverständlich, dass Banken Geld schöpfen, wenn sie Kredite vergeben. Die Wirtschaftswissenschaft begleitet diese Praxis mit einer umfangreichen Theorie. Die Mainstream-Auffassungen... [mehr]

In der gegenwärtigen Wirtschaftspraxis gilt es als selbstverständlich, dass Banken Geld schöpfen, wenn sie Kredite vergeben. Die Wirtschaftswissenschaft begleitet diese Praxis mit einer umfangreichen Theorie. Die Mainstream-Auffassungen hierzu werden sehr gut in einem FAZ-Artikel von Christian Siedenbiedel: ›Wie kommt Geld in die Welt?‹ beschrieben. Wie aber betrachtete Rudolf Steiner die sogenannte »Kreditgeldschöpfung«? Ging er ebenfalls davon aus, dass das Geld, welches als Buchgeld nur in Form von Zahlen in der Buchhaltung der Banken existiert, durch Kredite der Geschäftsbanken in Umlauf gebracht werden soll? Ist damit in der heutigen Literatur ein Prozess beschrieben, auf den Steiner sich implizit ebenfalls bezieht, wenn er von Geld als Buchhaltung spricht?

Zellen im Strahlenstress

Zum Stand der Forschung über Sendemasten, Smartphones, Tablets & Co

Noch nie wurde eine Technologie so intensiv vom Endverbraucher körpernah genutzt wie die mobilen Endgeräte Smartphone und Tablet. Mediziner, Erzieher und Eltern sollten sich deshalb mit dem Forschungsstand über die Risiken... [mehr]

Noch nie wurde eine Technologie so intensiv vom Endverbraucher körpernah genutzt wie die mobilen Endgeräte Smartphone und Tablet. Mediziner, Erzieher und Eltern sollten sich deshalb mit dem Forschungsstand über die Risiken der elektromagnetischen, nichtionisierenden Strahlung im Mikrowellenbereich, mit denen der Mobilfunk arbeitet, bekannt machen. So schreibt der Umweltmediziner Dr. Harald Banzhaf: "Die Zahl der Menschen, die auf elektromagnetische Strahlen mit unterschiedlichsten Symptomen reagieren,steigt weltweit an. Die Rede ist von Elektrohypersensibilität (EHS). Und wir übersehen dabei, dass alle Säugetiereelektrosensibel sind. Denn nur aufgrund des Zusammenspiels von Elektrophysiologie und Biochemie können wir überhaupt leben. Jede der Billionen Zellen in unserem Körper ist angewiesen auf eine mehr oder weniger konstante Zellspannung.«

Seite: 29
/ Rubrik: Schwerpunkt

Wie kommt Neues in die Welt?

Von der Ressourcenverwaltung zur Zukunftsgestaltung – Teil I

Nicht nur im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz scheint die gegenwärtige Situation von Mensch und Welt aussichtslos zu sein. Die wirklich Mächtigen dieser Erde wollen keine Veränderungen und machen manches bereits Erreichte... [mehr]

Nicht nur im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz scheint die gegenwärtige Situation von Mensch und Welt aussichtslos zu sein. Die wirklich Mächtigen dieser Erde wollen keine Veränderungen und machen manches bereits Erreichte sogar wieder rückgängig. Einen Hoffnungsschimmer bietet da die weltweit erwachende junge Generation, die den Freitag zum Zukunftstag erklärt und zu einem globalen und generationsübergreifenden Klimastreik aufgerufen hat. Egal, was sie faktisch erreichen kann, bedarf sie unserer Unterstützung. Doch wie kann diese aussehen? – Tatsächlich befindet sich die Menschheit in einem Dilemma. Die Lage scheint ein Handeln zu erfordern, wie es nur diejenigen durchsetzen können, die an den Schalthebeln der Macht sitzen. Doch diese sind – gewollt oder ungewollt – Teil eines Systems, das die herrschenden Verhältnisse hervorgebracht hat. Lässt sich dieses System aus sich heraus verändern? Sind wir zur Ohnmacht verdammt? Wessen bedarf es, damit wirklich Neues in die Welt Einlass finden kann?

Weltweite Herausforderungen

für die waldorfpädagogische Bewegung

 Von Anfang an war der waldorfpädagogische Impuls ein doppelter: ein pädagogischer und ein sozialer. Als die Gründung der ersten Waldorfschule im Laufe des Jahres 1919 vorbereitet wurde, war die Dreigliederungsbewegung... [mehr]

 Von Anfang an war der waldorfpädagogische Impuls ein doppelter: ein pädagogischer und ein sozialer. Als die Gründung der ersten Waldorfschule im Laufe des Jahres 1919 vorbereitet wurde, war die Dreigliederungsbewegung in vollem Gange. Im Süden Deutschlands, aber auch in anderen Regionen, lebte nach dem Ende des desaströsen Ersten Weltkriegs und inmitten von Ruinen und Hunger eine starke Sehnsucht nach gesellschaftlicher Erneuerung. Damals gab es noch ein großes Proletariat, und gerade in diesem formierten sich lautstarke Intentionen auf mehr Beteiligung und Mitwirkung am gesellschaftlichen Prozess. Rudolf Steiner war sich dieser Intentionen bewusst und nahm in Stuttgart immer wieder Gelegenheiten wahr, vor großen Arbeitergruppen in den Produktionshallen von Bosch, Daimler oder der Waldorf-Astoria, vor Arbeitern von Delmonte oder in der Brauerei Wulle zu sprechen und seine Überlegungen zur gesellschaftlichen Neugestaltung darzulegen.

Vom Lichtseelenprozess

Grundlagen und Übungsansätze

Am 30. November 1919, also vor bald einhundert Jahren, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, in dem er erstmalig – und, was die Bezeichnung betrifft, auch einmalig – von einem »Lichtseelenprozess« spricht, der heute übend... [mehr]

Am 30. November 1919, also vor bald einhundert Jahren, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, in dem er erstmalig – und, was die Bezeichnung betrifft, auch einmalig – von einem »Lichtseelenprozess« spricht, der heute übend bewusst werden kann. Steiner entwickelt darin diesen Lichtseelenprozess anhand der Bewusstseinsentwicklung des Menschen. Diese hat sich durch die Kulturepochen hindurch von einer nahezu ungetrennten Einheit zwischen Mensch und Welt im alten Indien und auch noch im alten Persien zu einer allmählichen Differenzierung zwischen Mensch und Welt zunächst in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entwickelt: »[M]an unterschied schon den Gott außerhalb und den Gott innerhalb; nur dachte man ihn als einheitlich, den Gott in der Natur, den Gott  im Menschen, nur war er derselbe.« Die Ellipse, die Steiner als Symbol der Einheit an die Tafel gezeichnet hatte, bildet nun in ihrer Mitte einen Berührungs- bzw. Kreuzungspunkt aus und wird so zur Lemniskate: Mensch und Welt umgreifen noch ein Ganzes, aber die Unterschiedlichkeit und zunehmende Trennung ist bereits angelegt. Zum Ausdruck kam diese beginnende Trennung der Einheit in einem Bewusstsein des Atmungsprozesses, den man als »Luftseelenprozeß« bezeichnen kann. Damals konnte die Luft noch als beseelt erlebt werden, und im Einatmen atmete man das Seelische der Welt ein, verband sich mit ihm, verwandelte es und gab es der Welt zurück.

Untergang und Aufgabe

Oswald Spengler und Rudolf Steiner

Vor einem Jahrhundert erschienen die beiden Bände eines monumentalen Werkes, das zu den meistgelesenen Büchern der Weimarer Republik gehörte und bis heute eines der umstrittensten Werke der Geschichtsphilosophie ist: Oswald... [mehr]

Vor einem Jahrhundert erschienen die beiden Bände eines monumentalen Werkes, das zu den meistgelesenen Büchern der Weimarer Republik gehörte und bis heute eines der umstrittensten Werke der Geschichtsphilosophie ist: Oswald Spenglers ›Der Untergang des Abendlandes. Umrisse eine Morphologie der Weltgeschichte‹, dessen erster Band ›Gestalt und Wirklichkeit‹ 1918 und dessen zweiter Band ›Welthistorische Perspektiven‹ 1922 veröffentlicht wurde. Der Titel ist zu einem politischen, wenn auch oft ironisch gebrauchten Schlagwort geworden, das mit jeder neuen Krise die Geister mobilisiert. Lange Jahre in Vergessenheit geraten, erlebten Autor und Werk im Spengler-Jahr 2018 eine bescheidene Renaissance sowohl in Presse und Rundfunk als auch im universitär-akademischen Kontext. So veranstaltete die neu gegründete ›Oswald Spengler Society‹ ihre erste Konferenz und verlieh dem französischen Schriftsteller Michel Houellebecq – jüngst weithin diskutiert wegen seines Romans ›Die Unterwerfung‹ (2015) – im Oktober vergangenen Jahres in Brüssel den ersten ›Oswald-Spengler-Preis‹.

Staunen, Mitgefühl, Gewissen

als Urbild, Seelenweg, Heilkraft und als den Jahreslauf begleitende Meditationsweisen

An einigen Stellen in seinem Gesamtwerk erwähnt Rudolf Steiner die Kultivierung und Entwicklung der menschlichen Seelenkräfte »Erstaunen, Mitgefühl und Gewissen« und weist zugleich in seinem einzigen diesem Thema ganz... [mehr]

An einigen Stellen in seinem Gesamtwerk erwähnt Rudolf Steiner die Kultivierung und Entwicklung der menschlichen Seelenkräfte »Erstaunen, Mitgefühl und Gewissen« und weist zugleich in seinem einzigen diesem Thema ganz gewidmeten Vortrag vom 14. Mai 1912 in Berlin mit besonderer Eindringlichkeit darauf hin. In diesem Vortrag beschreibt er Staunen, Mitgefühl und Gewissen als eine Dreiheit, ohne deren Existenz, Pflege und Bildung im menschlichen Herzensraum die Erde als Christusträger ihr Ziel im Sinne der Schöpfung nicht erreichen würde.

Sokratische Wurzeln der Dialogischen Kultur

Seit rund dreißig Jahren wird am Hardenberg Institut in Heidelberg entwickelt, was inzwischen als Dialogische Führung bzw. Dialogische Kultur bekannt geworden ist. Damit wird etwas ganz Spezifisches bezeichnet, nicht einfach... [mehr]

Seit rund dreißig Jahren wird am Hardenberg Institut in Heidelberg entwickelt, was inzwischen als Dialogische Führung bzw. Dialogische Kultur bekannt geworden ist. Damit wird etwas ganz Spezifisches bezeichnet, nicht einfach nur (wie manche meinen), dass man »miteinander redet«. Miteinander zu reden, ist ja auch in anderen »Kulturen« nicht ganz ausgeschlossen! In der Dialogischen Kultur sucht man das Gespräch unter bestimmten Gesichtspunkten, die eingehend beschrieben wurden.

Sieht man Licht, dann schaut man Licht

Klar, Licht ist unsichtbar! Das ist der unumstößliche Ausgangspunkt. Aber: Was sieht man denn in den Fällen, in denen man sagt, man sähe Licht? Licht erzählt von seiner unsichtbaren Anwesenheit, indem es ein Sinnenfälliges... [mehr]

Klar, Licht ist unsichtbar! Das ist der unumstößliche Ausgangspunkt. Aber: Was sieht man denn in den Fällen, in denen man sagt, man sähe Licht? Licht erzählt von seiner unsichtbaren Anwesenheit, indem es ein Sinnenfälliges für das Auge sichtbar macht. Das unsichtbare Licht benötigt immer etwas, das in seiner Gegenwart zur sinnlichen Erscheinung kommt, um dem Sehenden von seiner – des Lichtes – Anwesenheit zu berichten.

Schiller bei den Proletariern

Zu Friedrich Schillers Geburtstag am 10. November und zur Gründung der Waldorfschule 1919

Die Schiller-Rezeption in Deutschland war im 19. Jahrhundert zunächst ein bürgerliches Unternehmen. Friedrich Schiller wurde zum Nationaldichter, zum Vorkämpfer für ein nationales Selbstbewusstsein und für die nationale... [mehr]

Die Schiller-Rezeption in Deutschland war im 19. Jahrhundert zunächst ein bürgerliches Unternehmen. Friedrich Schiller wurde zum Nationaldichter, zum Vorkämpfer für ein nationales Selbstbewusstsein und für die nationale Einheit. Dass er eine solche Vereinnahmung vehement zurückgewiesen hätte, wurde einfach ignoriert. Schiller hatte dazu, geradezu vorausschauend, an seinen Freund Christian Gottfried Körner geschrieben: »Es ist ein armseliges, kleinliches Ideal, für eine Nation zu schreiben; einem philosophischen Geist ist diese Grenze durchaus unerträglich. Dieser kann bei einer so wandelbaren zufälligen und willkürlichen Form der Menschheit, bei einem Fragmente (und was ist die wichtigste Nation anders?) nicht stille stehn.«

Metamorphose Mensch & Tier

Eine ganzheitliche Anschauung der Gestalt und Evolution des Menschen und der Tiere

Seit dem 29. September 2018 wurde und wird an verschiedenen Orten in Deutschland1 die Ausstellung ›Metamorphose Mensch & Tier‹ gezeigt, die überall auf reges Interesse stößt. An etlichen Beispielen stellt sie Rudolf... [mehr]

Seit dem 29. September 2018 wurde und wird an verschiedenen Orten in Deutschland1 die Ausstellung ›Metamorphose Mensch & Tier‹ gezeigt, die überall auf reges Interesse stößt. An etlichen Beispielen stellt sie Rudolf Steiners Idee dar, dass in der menschlichen Gestalt die Urform der Tiere erscheint und dass nicht der Mensch von den Tieren, sondern – geistig gesehen – diese von ihm abstammen. Methodisch geht es um ein »Lesen im Buch der Natur« anhand einer Methode, welche die Naturformen wirklich verständlich machen kann.

Menschenkundliche Gesichtspunkte zu Mobilfunkstrahlung und WLAN

Zunächst eine Beobachtung: 1988 war ich für 14 Tage nach Japan eingeladen, um dort in den Waldorf-Kindergärten Vorträge zu halten. Auf vielen Zug- und Straßenbahnfahrten zwischen und in den verschiedenen Städten freute... [mehr]

Zunächst eine Beobachtung: 1988 war ich für 14 Tage nach Japan eingeladen, um dort in den Waldorf-Kindergärten Vorträge zu halten. Auf vielen Zug- und Straßenbahnfahrten zwischen und in den verschiedenen Städten freute ich mich, wie viele Japaner lasen und sich während der Fahrt unterhielten. 2006 – 18 Jahre später – hatte ich im Rahmen der Internationalen Ärzteausbildung wieder in Japan zu tun. Jetzt bot sich mir ein anderes Bild: Die meisten Passagiere schliefen oder schauten vor sich hin. Deutlich weniger waren mit ihren Smartphones, einer Zeitung oder Ähnlichem beschäftigt. Es dauerte eine Weile, bis mir bewusst wurde, dass diese kollektive Müdigkeit evtl. mit der Zunahme des Elektrosmogs durch die massenhafte Ausbreitung der Mobiltelefone zusammenhängen könnte. Müdigkeit ist eine unspezifische Symptomatik, die anzeigt, dass die regenerativen Möglichkeiten des Körpers unter Stress stehen und nicht mehr genügen. Entsprechend sind ja auch »Müdigkeit und das Gefühl der Abgeschlagenheit« eine typische Symptomatik, die der Diagnose schwerer Erkrankungen oft schon über einen längeren Zeitraum vorausgegangen sind.

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/ Rubrik: Schwerpunkt