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Das Haus als Leib

Bei den Schnecken ist es besonders deutlich, dass das Haus Teil ihres Leibes ist. Sie scheiden aus den seitlichen Falten der oberen Hautschichten in Eiweiß eingebundenen, zunächst gelösten Kalk aus, der dann aushärtet... [mehr]

Bei den Schnecken ist es besonders deutlich, dass das Haus Teil ihres Leibes ist. Sie scheiden aus den seitlichen Falten der oberen Hautschichten in Eiweiß eingebundenen, zunächst gelösten Kalk aus, der dann aushärtet und die nächste Schicht ihres festen Schneckenhauses bildet. Dabei wächst das gedrehte Haus mit wachsender Körpergröße immer mit, indem sich vorne der nächstgrößere Ring anlegt. Ist eine Meeresschnecke gestorben, übernimmt gerne ein Einsiedlerkrebs das leere Gehäuse und schützt damit sein verletzliches Hinterteil. Doch wächst das Haus jetzt nicht mehr mit dem Leib mit. Der wachsende Einsiedlerkrebs muss sich bald ein größeres suchen und in dieses umziehen. Aus dem Leib ist ein Haus geworden.

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Bilder zu Gast

Zur Ausstellung ›August Macke zu Gast bei Jawlensky‹ im Museum Wiesbaden

Begegnung mit dem Geist der Sufis

Ein Vortrag über den Islam am 20. November 2015 in Paris

Augen-Blicke

Eine Begegnung mit Rembrandt1

Auf dem Weg zum freien schöpferischen Menschen

Zum 100. Todestag von Franz Marc

»Es lag von jeher in Franz Marcs Natur, dass ihm nur das gelang, was er mit Einsatz seines ganzen Wesens tat. Sobald noch die sentimentalen Gefühlsmomente mitspielten, wurde ihm kein Gelingen seiner noch so guten Absichten... [mehr]

»Es lag von jeher in Franz Marcs Natur, dass ihm nur das gelang, was er mit Einsatz seines ganzen Wesens tat. Sobald noch die sentimentalen Gefühlsmomente mitspielten, wurde ihm kein Gelingen seiner noch so guten Absichten zuteil. Alle Irrungen und Wirrungen seines Lebensweges dienten nur dem einen Ziele, seine hemmenden und zerstreuenden Neigungen zu überwinden und sie hinzulenken auf ihren positiven Sinn, indem sie ihn jeweils das für seinen Weg Falsche seines Verhaltens unerbittlich und sehr bedrängend erfahren ließen. Das hat sich nach meinen Erfahrungen immer bestätigt. Es lagen in ihm zwei ganz entgegengesetzte Möglichkeiten und Kräfte. Auf der einen Seite fühlte er eine ungewöhnliche Hingabebereitschaft und liebevolle Weichheit, denen seine romantische Neigung entsprang. Andererseits regte sich in ihm eine mit den Jahren immer stärker werdende Sehnsucht nach dem Gesetzmäßigen allen Tuns, dem auch er sich in seinem Leben zu unterstellen trachtete. Je älter er wurde, umso stärker richtete sich seine Sehnsucht auf ein unpersönliches reines Sein. Aus diesen beiden Gegensätzen seines innersten Wesens ergaben sich die Ereignisse, die den Lauf seines Lebens begleiteten. Und je mehr er versuchte, die richtigen Konsequenzen aus seinen Erfahrungen und Enttäuschungen zu ziehen, umso mehr möchte man erkennen, dass eine planvolle Führung über ihm stand, die seinen Instinkt leitete, um seine schöpferischen Kräfte zu wecken und zur Entfaltung zu bringen. Dadurch erstarkte die Fähigkeit in ihm, die weit auseinanderliegenden Gegensätze zu vereinen. Es galt für ihn nicht allein, ein guter Maler zu werden, sondern ein ganzer Mensch. Dies war wohl die Aufgabe seines Lebens, die ihm das Schicksal stellte.«

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Aktuelle Lebensformen

Wie verfilmt man das Leben einer Philosophin? Es ist ja wesentlich durch Geistestaten charakterisiert. Eine ähnliche Problemlage wie die filmische Biographie von Hannah Arendt lässt sich jetzt besichtigen: ›Lou Andreas-Salomé‹... [mehr]

Wie verfilmt man das Leben einer Philosophin? Es ist ja wesentlich durch Geistestaten charakterisiert. Eine ähnliche Problemlage wie die filmische Biographie von Hannah Arendt lässt sich jetzt besichtigen: ›Lou Andreas-Salomé‹ unter der Regie von Cordula Kablitz-Post. Das macht den Film vorab bemerkenswert. Ein zweiter Aspekt ist die Motivlage: Während Hannah Arendt durchaus eine Renaissance erfuhr, und dies nicht nur durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten, der sie gern zitiert, ist Lou Andreas-Salomé, eine große Unbekannte, höchstens noch in sehr gut sortierten bürgerlichen Bildungshaushalten präsent.