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Zur historischen Geburt der Mathematik als Wissenschaft

Facetten der erwachenden Verstandesseele

Ich möchte hier den Blick auf den fulminanten Beginn der Mathematik als Wissenschaft im europäischen Raum richten, der mit dem allgemeinen Erwachen der Verstandesseele in der griechischen Antike einherging. Bereits der... [mehr]

Ich möchte hier den Blick auf den fulminanten Beginn der Mathematik als Wissenschaft im europäischen Raum richten, der mit dem allgemeinen Erwachen der Verstandesseele in der griechischen Antike einherging. Bereits der Auftakt dieser Entwicklung selbst stellt eines der besonders tief beeindruckenden Ereignisse der europäischen Geistesgeschichte dar. Außerdem trägt dieser Beginn signaturhaft bereits alle wesentlichen Züge, welche den weiteren Entwicklungsverlauf bestimmen. Bevor ich sechs Einzelphänomene als Momente der europäischen Geburt der Mathematik genauer darstelle,soll die Schilderung der Gesamtbewegung während der entscheidenden ersten 300 Jahre zur Orientierung und als roter Faden vorangestellt werden.

Zur Frage der Kreditgeldschöpfung

In der gegenwärtigen Wirtschaftspraxis gilt es als selbstverständlich, dass Banken Geld schöpfen, wenn sie Kredite vergeben. Die Wirtschaftswissenschaft begleitet diese Praxis mit einer umfangreichen Theorie. Die Mainstream-Auffassungen... [mehr]

In der gegenwärtigen Wirtschaftspraxis gilt es als selbstverständlich, dass Banken Geld schöpfen, wenn sie Kredite vergeben. Die Wirtschaftswissenschaft begleitet diese Praxis mit einer umfangreichen Theorie. Die Mainstream-Auffassungen hierzu werden sehr gut in einem FAZ-Artikel von Christian Siedenbiedel: ›Wie kommt Geld in die Welt?‹ beschrieben. Wie aber betrachtete Rudolf Steiner die sogenannte »Kreditgeldschöpfung«? Ging er ebenfalls davon aus, dass das Geld, welches als Buchgeld nur in Form von Zahlen in der Buchhaltung der Banken existiert, durch Kredite der Geschäftsbanken in Umlauf gebracht werden soll? Ist damit in der heutigen Literatur ein Prozess beschrieben, auf den Steiner sich implizit ebenfalls bezieht, wenn er von Geld als Buchhaltung spricht?

Zum Verständnis der Hybernischen Mysterien

Versuch einer Rekonstruktion und zugleich ein Beitrag zum »Lesen« Rudolf Steiners – Teil I

Rudolf Steiners Schilderungen der verschiedenen Mysterienstätten und Einweihungspraktiken, insbesondere die der sehr rätselhaften Hybernischen Mysterien, stellen für den heutigen, von den Naturwissenschaften geprägten... [mehr]

Rudolf Steiners Schilderungen der verschiedenen Mysterienstätten und Einweihungspraktiken, insbesondere die der sehr rätselhaften Hybernischen Mysterien, stellen für den heutigen, von den Naturwissenschaften geprägten Menschen eine enorme Herausforderung dar. Es handelt sich dabei zunächst einmal um Beschreibungen, ja um Erzählungen. Wie soll man sich zu ihnen stellen? Sie aufnehmen wie ein Märchen? Auf sich wirken lassen? Damit leben und schauen, was sich ergibt? Wörtlich nehmen? Und, insofern es historische Dokumente gibt, wie soll man Steiners Beschreibungen im Vergleich dazu bewerten?

Zu den Sachen selbst

Horizonte wissenschaftlicher Anthroposophie-Forschung

Der vorliegende Beitrag setzt sich kritisch mit Christian Clements Einleitung des von ihm heraugegebenen Band 5 ›Rudolf Steiner – Schriften Kritische Ausgabe‹ auseinander. Die Autorin erkennt in seiner Position einen... [mehr]

Der vorliegende Beitrag setzt sich kritisch mit Christian Clements Einleitung des von ihm heraugegebenen Band 5 ›Rudolf Steiner – Schriften Kritische Ausgabe‹ auseinander. Die Autorin erkennt in seiner Position einen psychologistischen Reduktionismus, wie ihn schon Edmund Husserl kritisiert hat. Aus der reduktionistischen Perspektive werden Clement die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse Steiners zu Vorstellungen und Projektionen des eigenen Ich. Die Autorin zeigt, dass die von Clement aufgestellte Hypothese eines ›ideogenetischen Grundgesetzes‹ von Grundannahmen über das Erkennen ausgeht, die von Rudolf Steiners anthroposophischer Geisteswissenschaft eher weg- als zu ihr hinführen.

Zellen im Strahlenstress

Zum Stand der Forschung über Sendemasten, Smartphones, Tablets & Co

Noch nie wurde eine Technologie so intensiv vom Endverbraucher körpernah genutzt wie die mobilen Endgeräte Smartphone und Tablet. Mediziner, Erzieher und Eltern sollten sich deshalb mit dem Forschungsstand über die Risiken... [mehr]

Noch nie wurde eine Technologie so intensiv vom Endverbraucher körpernah genutzt wie die mobilen Endgeräte Smartphone und Tablet. Mediziner, Erzieher und Eltern sollten sich deshalb mit dem Forschungsstand über die Risiken der elektromagnetischen, nichtionisierenden Strahlung im Mikrowellenbereich, mit denen der Mobilfunk arbeitet, bekannt machen. So schreibt der Umweltmediziner Dr. Harald Banzhaf: "Die Zahl der Menschen, die auf elektromagnetische Strahlen mit unterschiedlichsten Symptomen reagieren,steigt weltweit an. Die Rede ist von Elektrohypersensibilität (EHS). Und wir übersehen dabei, dass alle Säugetiereelektrosensibel sind. Denn nur aufgrund des Zusammenspiels von Elektrophysiologie und Biochemie können wir überhaupt leben. Jede der Billionen Zellen in unserem Körper ist angewiesen auf eine mehr oder weniger konstante Zellspannung.«

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/ Rubrik: Schwerpunkt

Wurzelfragen

Über die Notwendigkeit einer Neuauflage der ›Philosophie der Freiheit‹ im Jahre 1918

Die Vorrede zur Neuauflage der ›Philosophie der Freiheit‹ beginnt Rudolf Steiner mit dem einprägsamen Satz: »Zwei Wurzelfragen des menschlichen Seelenlebens sind es, nach denen hingeordnet ist alles, was durch dieses... [mehr]

Die Vorrede zur Neuauflage der ›Philosophie der Freiheit‹ beginnt Rudolf Steiner mit dem einprägsamen Satz: »Zwei Wurzelfragen des menschlichen Seelenlebens sind es, nach denen hingeordnet ist alles, was durch dieses Buch besprochen werden soll.« Dieser Eröffnungssatz ist eingängig und zugleich etwas widerborstig. Ich liebe an ihm vor allem das Wort »Wurzelfragen«. Das von Steiner – der sonst nicht vor Wiederholungen zurückschreckte – nur hier verwendete Wort hat es in sich: Es ruft Bilder und Vorstellungen hervor, verführt zu Assoziationen und kann zu tiefen Gedanken – man könnte auch sagen: Meditationen – anregen.  Benötigt man einen Anlass, sich mit diesem Wort zu befassen, so kann man sich unauffällig unter die Zelebranten großer und kleiner historischer Jubiläen mischen, denn es jährt sich nächstes Jahr das Erscheinen dieser Vorrede zum hundertsten Mal. Aus Christoph Lindenbergs Chronik wissen wir, dass Steiner im Frühjahr 1918 an die Überarbeitung des Buches ging. Gedenken wir stets der Wiederkehr jener Themen, die Steiner vor just hundert Jahren behandelte, dann steht jetzt das Weltkriegsjahr 1917 auf dem Proszenium, aber die Spieler des folgenden Jahres stehen für ihren Auftritt bereit in der Gasse, während die des Vorjahres ihren Text kaum zu Ende gesprochen haben.

Wie wird man einen Kanzler los ?

Wie Gemeinschaft entsteht

Dialogische Kultur als Weg in die soziale Zukunft

Im Jahre 1985 berichtete Albert Fink von einem Industriebetrieb, der nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit durch die Belegschaft übernommen wurde. Dadurch wurden alle bisherigen Mitarbeiter zugleich zu Mitunternehmern.... [mehr]

Im Jahre 1985 berichtete Albert Fink von einem Industriebetrieb, der nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit durch die Belegschaft übernommen wurde. Dadurch wurden alle bisherigen Mitarbeiter zugleich zu Mitunternehmern. In dieses Modell hat man damals große Hoffnungen gesetzt. Doch gelang es auf Dauer nicht, der neuen Situation entsprechend zu handeln. In wirtschaftlichen Krisensituationen »wurden viele Kollegen oder besser gesagt mitarbeitende Mitunternehmer entlassen«. Das geschah im Laufe der Jahre mehrmals. »Bei einer der letzten Belegschaftsversammlungen vertrat der Gewerkschaftsvertreter unter dem Beifall der Versammelten die Auffassung, der Betrieb müsse aufgegeben werden, wenn er die durch Haustarifvertrag und Besitzstand gesicherten Löhne und Gehälter und die jährlichen, tariflichen Lohnerhöhungen nicht mehr erwirtschaften könne.« Und dies, obgleich damals viele Wettbewerber aus den gleichen Gründen Konkurs anmelden mussten, und obgleich bekannt war, »dass nach Schließung des Betriebes die Mitarbeiter kaum eine Chance haben, neue bezahlte Arbeitsplätze zu finden«. Dabei hätten die Betroffenen als Miteigentümer des Unternehmens die Möglichkeit gehabt, ihre Arbeitszeiten und -entgelte selbst zu gestalten. »So wich bei einigen Teilnehmern der Belegschaftsversammlung der Zuspruch zur Selbstamputation anderntags einer allgemeinen Ratlosigkeit, ja Betroffenheit.« Von gewerkschaftlicher Seite wurde darauf bestanden, »dass weitere Mitarbeiter entlassen werden und die bestehenden Lohnstrukturen leistungsbezogener gestaltet werden müssten. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die arbeitgeberähnliche Haltung der gewerkschaftlich veranlassten Therapievorschläge«. Die vielfältigen Versuche von anderer Seite, den Mitarbeitern ihre Chancen bewusst zu machen, die sie in einem arbeitgeberlosen Betrieb haben, wurden nicht aufgegriffen, obwohl aufgezeigt werden konnte, durch welche Maßnahmen Entlassungen von Arbeitskollegen verhindert und das allgemeine Wohlergehen gefördert werden könnten.

Wider die Entmündigung des Menschen im Gesundheitswesen

Wir leben in einer paradoxen Situation. Die Europäische Integrationsbewegung, der Verfassungsstaat, unsere repräsentative Demokratie, unser Gesundheits- und Sozialsystem und nicht zuletzt die moderne wissenschaftliche Medizin... [mehr]

Wir leben in einer paradoxen Situation. Die Europäische Integrationsbewegung, der Verfassungsstaat, unsere repräsentative Demokratie, unser Gesundheits- und Sozialsystem und nicht zuletzt die moderne wissenschaftliche Medizin ermöglichen Formen der Selbstbestimmung, wie sie die Menschheit nie zuvor gekannt hat. Auf der anderen Seite sind es eben diese Bedingungen und Instrumente, durch die wir uns um das zu bringen drohen, was sie uns ermöglichen sollen: ein Zusammenleben in und eine menschliche Entwicklung aus Freiheit. Das, was eigentlich erst den Entfaltungsraum für die Entwicklung der menschlichen Freiheit herstellen sollte, wendet sich mit Macht gegen den Menschen selber. Undurchschaubare Verflechtungen zwischen Staat, Wirtschaft und Kulturbereich, mächtige Institutionen, Sicherheitsmaßnahmen, flächendeckende Präventionsprogramme und politisch wie ökonomisch gesetzte Handlungsanreize stehen (um nur einige Beispiele zu nennen) für einen diffus um sich greifenden und subtilen Entzug von Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Wer ist Widar?

Die Frage »Wer ist Widar?« begleitet mich seit Jahren als Forschungsfrage. Hier soll einmal der Versuch unternommen werden, unterschiedliche Lesarten von Darstellungen Rudolf Steiners durch verschiedene anthroposophische... [mehr]

Die Frage »Wer ist Widar?« begleitet mich seit Jahren als Forschungsfrage. Hier soll einmal der Versuch unternommen werden, unterschiedliche Lesarten von Darstellungen Rudolf Steiners durch verschiedene anthroposophische Forscher zusammenzuschauen. Ich gehe u.a. auf Ausführungen von Karl Heyer, Sergej O. Prokofieff und Gundula Jäger ein. Es zeigt sich dabei als eine Schwierigkeit, dass anthroposophische Autoren in entscheidenden Fragen mitunter nicht aufeinander aufbauen, sondern sich meist nur auf Rudolf Steiner sowie auf eigene Überlegungen beziehen. Dabei versuche ich in einem ersten Schritt zu zeigen, was für Probleme dadurch in der Fragestellung »Wer ist Widar?« auftreten können. Im Fortgang meiner Untersuchung versuche ich fragend und tastend eine Antwort, besser eine Antwort-Richtung auf die gestellte Frage zu entwickeln.

Weltweite Herausforderungen

für die waldorfpädagogische Bewegung

 Von Anfang an war der waldorfpädagogische Impuls ein doppelter: ein pädagogischer und ein sozialer. Als die Gründung der ersten Waldorfschule im Laufe des Jahres 1919 vorbereitet wurde, war die Dreigliederungsbewegung... [mehr]

 Von Anfang an war der waldorfpädagogische Impuls ein doppelter: ein pädagogischer und ein sozialer. Als die Gründung der ersten Waldorfschule im Laufe des Jahres 1919 vorbereitet wurde, war die Dreigliederungsbewegung in vollem Gange. Im Süden Deutschlands, aber auch in anderen Regionen, lebte nach dem Ende des desaströsen Ersten Weltkriegs und inmitten von Ruinen und Hunger eine starke Sehnsucht nach gesellschaftlicher Erneuerung. Damals gab es noch ein großes Proletariat, und gerade in diesem formierten sich lautstarke Intentionen auf mehr Beteiligung und Mitwirkung am gesellschaftlichen Prozess. Rudolf Steiner war sich dieser Intentionen bewusst und nahm in Stuttgart immer wieder Gelegenheiten wahr, vor großen Arbeitergruppen in den Produktionshallen von Bosch, Daimler oder der Waldorf-Astoria, vor Arbeitern von Delmonte oder in der Brauerei Wulle zu sprechen und seine Überlegungen zur gesellschaftlichen Neugestaltung darzulegen.