Heft 11, 2015

Schwerpunkt: Goetheanistische Ausblicke

»Die Physiker des 19. Jahrhunderts hatten sich auf die Erledigung Goethes als Farbenphysiker verständigt. Die Türe zu Goethes Anliegen auf dem Gebiet der Farbenlehre war – so muss man das, glaube ich, sagen – verschüttet. Es war die wissenschaftliche Großtat des jungen Rudolf Steiner, als Herausgeber der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes das Gestrüpp aus Projektionen, Fehl- und Vorurteilen mutig und entschieden wegzuräumen. Dadurch war die Tür wieder offen – und die anthroposophische Bewegung kam sozusagen blanko in den Genuss dieses Zugangs. Was sie daraus gemacht hat, sei dahingestellt. Voreingenommenheit macht stets blind, und zwar sowohl ›für‹ wie ›gegen‹.«

- Prof. Dr. Johannes Grebe-Ellis -
Inhalt

Editorial:

Die neue Redaktion stellt sich vor: Christoph Hueck

Zu diesem Heft

Schwerpunkt: Goetheanismus

In welchem Sinne ist Goethes Farbenlehre ›ganzheitliche‹ Wissenschaft?

Olaf L. Müller und Matthias Rang:Strahlen (in) der Finsternis

Zwei neue Bücher über Goethes Farbenlehre

Im Namen der Gerechtigkeit: Mehr Licht!

Prof. Dr. Christoph Hueck im Gespräch mit Prof. Dr. Johannes Grebe-Ellis, Physikdidaktiker an der Universität Wuppertal

Die Spiegelspaltblende

Ein neues Experiment zu Goethes Farbenlehre

Thema: Goetheanismus

Goethes Begegnung mit der Urpflanze

Das offenbare Geheimnis seiner Sizilienreise

Dreimal verwendet Goethe in der Italienischen Reise den Begriff der Urpflanze. Das erste Mal in Neapel kurz vor der Überfahrt nach Sizilien. Es ist der 25. März 1787, der Tag der Verkündigung, und Goethe genießt mit Kniep,... [mehr]

Dreimal verwendet Goethe in der Italienischen Reise den Begriff der Urpflanze. Das erste Mal in Neapel kurz vor der Überfahrt nach Sizilien. Es ist der 25. März 1787, der Tag der Verkündigung, und Goethe genießt mit Kniep, dem Maler, der ihn nach Sizilien begleiten soll, die Aussicht, als dessen Liebchen durch eine Luke im Boden heraufkommt: »Als wir nun die Gegend bewunderten, stieg, obgleich erwartet, doch unversehens ein gar artiges Köpfchen aus dem Boden hervor. […] Und da nun das Engelchen völlig hervortrat, fiel mir ein, dass ältere Künstler die Verkündigung Mariä also vorstellen, dass der Engel eine Treppe heraufkömmt.« Dabei dürfte es sich um einen von Caraglio ausgeführten Entwurf Raffaels handeln – eine wohl eher ungewöhnliche Auffassung des Themas, bei der der Engel zudem einen Lilienstengel trägt.

Zur Diskussion um die ›Kritische Ausgabe‹ der Schriften Rudolf Steiners

Imagination und Halluzination

Christian Clements Bild der Geistesforschung Rudolf Steiners

Seite: 31

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Kopf oder Zahl

Zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft

Um für uns die Wahrnehmung des Lebens wiederherzustellen, die Dinge fühlbar, den Stein steinig zu machen, gibt es das, was wir Kunst nennen. Das Ziel der Kunst ist, uns ein Empfinden für das Ding zu geben, das Sehen und... [mehr]

Um für uns die Wahrnehmung des Lebens wiederherzustellen, die Dinge fühlbar, den Stein steinig zu machen, gibt es das, was wir Kunst nennen. Das Ziel der Kunst ist, uns ein Empfinden für das Ding zu geben, das Sehen und nicht nur Wiedererkennen ist.
Viktor Sklovskij
Aus: Kunst als Verfahren

Thema: Goetheanismus

Die Entdeckung des ›Homo naledi‹

Reflexionen zum Rhythmus der Menschwerdung

Neuere Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Evolution des Menschen beim Gliedmaßen-Stoffwechselsystem einsetzte und erst nachfolgend zur Ausbildung des Gehirnes fortschritt. Der Verlauf der physischen Individualentwicklung... [mehr]

Neuere Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Evolution des Menschen beim Gliedmaßen-Stoffwechselsystem einsetzte und erst nachfolgend zur Ausbildung des Gehirnes fortschritt. Der Verlauf der physischen Individualentwicklung hingegen erfolgt in gegenläufiger Richtung vom Kopf zu den Gliedmaßen. Dieses Geschehen wird im Folgenden unter Einbeziehung des Reinkarnationsgedankens als Doppelströmung besprochen, die vom Physischen ins Geistige und vom Geistigen ins Physische verläuft und in deren Rhythmus sich der Mensch konstituiert.

Schwerpunkt: Goetheanismus

Die umgekehrte Aufrechte des Gibbon

Betrachtungen zur Menschenähnlichkeit

Feuilleton:

Philip Kovce (Hg.) und Priddat Birger (Hg.):Den Menschen wiederfinden

Beiträge zur Lösung der Bildungsmisere*

* Philip Kovce, Birger Priddat (Hrsg.): Die Aufgabe
der Bildung: Aussichten der Universität, Metropolis
Verlag, Marburg 2015

Jena als Michaels Stadt

Von der Treue der Dinge, 85 Jahren Jenaer Bücherstube, Jenas Wundern und der anthroposophischen Heilpädagogik

Was ist es denn, was einen immer wieder auf die Wege der Kindheit schickt?
Der Wunsch doch, diese Orte endlich wirklich zu erkennen.
Christian Signol
Aus: Das wahre Glück des Lebens

Seite: 70

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Fundstück XX: Bilder und Dokumente zum Leben von Sophie Stinde

Zur Ausstellung im Rudolf Steiner Archiv

Das Rudolf Steiner Archiv in Dornach bewahrt den größten Teil des literarischen und künstlerischen Nachlasses von Rudolf Steiner auf. An dieser Stelle werden regelmäßig von Archivmitarbeitenden ausgewählte Fundstücke... [mehr]

Das Rudolf Steiner Archiv in Dornach bewahrt den größten Teil des literarischen und künstlerischen Nachlasses von Rudolf Steiner auf. An dieser Stelle werden regelmäßig von Archivmitarbeitenden ausgewählte Fundstücke vorgestellt. Die Archivalien stehen Interessierten und Forschenden im Lesesaal des Archivs zur Verfügung.

Schwerpunkt:

Künftige Wissenschaft

›evolving science‹ – Internationale Tagung der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum

Kurz notiert:

Kurz notiert

Seite: 81

Buchbesprechungen:

Peter Schraud:Mein Freund fürs Leben – Goethe als Partner der Selbsterkenntnis und Selbsterziehung

Goethe lebt weiter!

Imanuel Klotz:Goethes Leben im Rhythmus von sieben Jahren. Von Moses zu Goethe

Goethe lebt weiter!

Axel Ziemke:Alle Schöpfung ist Werk der Natur – Die Wiedergeburt von Goethes Metamorphosenidee in der Evolutionären Entwicklungsbiologie

Schöpferische Evolution

Christian Rittelmeyer:Aisthesis. Zur Bedeutung von Körper-Resonanzen für die ästhetische Bildung

Profunde Klärung

Götz Eisenberg:Zwischen Amok und Alzheimer. Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus

Totalanpassung und Enthemmung