Heft 12, 2014

Schwerpunkt: Expedition in den Weltinnenraum

Ich bin die Mitte meiner Welt. – Wo ist die Mitte aller Welt? – West die Mitte aller Welt am Seinsort eines quell-kräftigen Wesens – eines Mittelpunktswesens? Die Mitte aller Welt muss sämtliche Weltwesen umspannen, übergreifen. Das kann sie nur, indem sie ihnen, den geschaffenen Dingen, als Ungeschaffenheit vorausgeht. Andernfalls wäre sie nur eine gleichrangige Beiordnung. Sie wäre ein Ding unter Dingen, ein Ort-Ding unter Ort-Dingen, ein Ding-Ort unter Ding-Orten. Nein, die Mitte aller Welt ist kein Resultat und kein Gegenstand der Schöpfung. Sie ist das Werkzeug, der archimedische Hebelpunkt, wodurch die Schöpfung geschieht.

- Werner Csech -
Inhalt

Editorial:

Im Zwischen-Raum

Leserforum:

Wo ist das Forum?

Thema: Sinneslehre

Wenn die Wahrnehmung das Steuernde ist

Zur Aktualität der Nervenfrage

Gibt es motorische Nerven? Diese auf den ersten Blick akademische Frage erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine Thematik von großer anthropologischer und vor allem sozialer Tragweite. Wohl selten ist Rudolf Steiner... [mehr]

Gibt es motorische Nerven? Diese auf den ersten Blick akademische Frage erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine Thematik von großer anthropologischer und vor allem sozialer Tragweite. Wohl selten ist Rudolf Steiner so energisch gegen ein physiologisches Paradigma ins Feld gezogen und hat es zu einer bislang wenig bedachten Ursache einer kranken Arbeitswelt erklärt. Es gibt nur sensible Nerven, betonte er mit immer wieder neuem Nachdruck und hinterließ seinen Anhängern die nicht leichte Aufgabe, dieser Aussage im harten Gegenwind der etablierten Physiologie ein stabiles erkenntnistheoretisches Fundament zu geben. Das Faktum der efferenten Leitung stellt dabei ein Hauptproblem dar. Seitdem sind zahlreiche, z.T. kontroverse, z.T auch polemisch engagierte, aber durchweg gewichtige Beiträge geliefert worden, die einen Diskurs in Gang halten, dessen Bedeutung allgemein noch gar nicht ausreichend realisiert wird. – Anlässlich der Neuausgabe von Wolfgang Schads Die Doppelnatur des Ich – Der übersinnliche Mensch und seine Nervenorganisation soll hier ein Beitrag zum Thema gegeben und ein aktueller Überblick versucht werden.

Mitte der Welt

Das Drama des inneren Tempelbaus

Vorüberlegung 1:Der Mensch sucht nach Orientierung. Er sehnt sich nach Sinn. Er möchte seine Position in der Welt ausfindig machen, sie verstehen und bewerten. Gibt es hierfür einen zentralen Punkt, einen ausgezeichneten... [mehr]

Vorüberlegung 1:
Der Mensch sucht nach Orientierung. Er sehnt sich nach Sinn. Er möchte seine Position in der Welt ausfindig machen, sie verstehen und bewerten. Gibt es hierfür einen zentralen Punkt, einen ausgezeichneten Mittel- oder Schwerepunkt, aus dem heraus sich der Mensch in der unüberschaubaren Größe und Weite der Welt selbst bestimmen kann? Kann in der Vielfalt der Erscheinungen ein klärendes Ordnungsprinzip gefunden werden? Gibt es einen festen Ankerpunkt in der schwindelerregenden Unendlichkeit des Alls? Wenn ja, müsste er diesen festen Punkt zum tragenden Fundament für den Grundstein seines innersten Heiligtums wählen …

Schauspiel: Denken

Das Rätsel Theater

Wie geht der komplexe Prozess des Schauspielens im Theater vor sich? Bezieht er sich lediglich auf den Schauspieler oder betrifft er auch den Zuschauer? Welche Voraussetzungen braucht es, damit ein Stück wirklich gelingt?... [mehr]

Wie geht der komplexe Prozess des Schauspielens im Theater vor sich? Bezieht er sich lediglich auf den Schauspieler oder betrifft er auch den Zuschauer? Welche Voraussetzungen braucht es, damit ein Stück wirklich gelingt? Und wo stehen wir heute in Bezug auf Bühne und Schauspiel? Ute Hallaschka zeichnet eine Bestandsaufnahme. In einem zweiten, daran anschließenden Artikel im nächsten Jahr wird eine mögliche Zukunftsperspektive aufgespannt werden.

Thema: Kunst

Über Zwischenräume – Kunst und Kosmos

Gego und Christian Morgenstern

Der geistige Hintergrund des ägyptischen Dreiecks

»Es haben aber wahrscheinlicher Weise die Ägypter die Natur des Weltalls zunächst unter dem Bild des schönsten Dreiecks sich gedacht ...  Dieses Dreieck enthält den aufrechstehenden Teil von drei Seiten, eine Grundlinie... [mehr]

»Es haben aber wahrscheinlicher Weise die Ägypter die Natur des Weltalls zunächst unter dem Bild des schönsten Dreiecks sich gedacht ...  Dieses Dreieck enthält den aufrechstehenden Teil von drei Seiten, eine Grundlinie von vier Seiten und eine Hypotenuse von fünf Seiten, welche ebenso viel enthält wie die umgebenden Seiten. Man kann nun die senkrecht stehende Linie mit dem Männlichen, die Grundlinie mit dem Weiblichen, die Hypotenuse mit dem aus beiden Geborenen vergleichen und sonach den Osiris als Ursprung, die Isis als Empfängnis und den Horus als die Geburt denken.«
So charakterisiert Plutarch in seinem Werk Über Isis und Osiris das ägyptische Dreieck...

Feuilleton:

»Blut.Spuren« – Dialoge im Zwischenraum

Ein neues Eurythmie-Theater von Studio B7

Germany: Memories of a Nation

Feuilleton: Kunst

Bist du du selbst?

Helene Schjerfbeck in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Begegnung in der Sinnlichkeit der Farbe

August Macke und Franz Marc – eine Künstlerfreundschaft

Feuilleton:

Die Sixtinische Madonna und die Idee der Sozialen Plastik

Eine Veranstaltung des Omnibus für Direkte Demokratie anlässlich 25 Jahre friedliche Revolution in Ostdeutschland

Serie:

Fundstück XI: Ansichtskarten als Zeitzeugen

Serie: Kunst

Die ordnenden Kräfte des Tierkreises IX: Schütze

Buchbesprechungen:

Reiner Stach:Kafka. Die frühen Jahre

Kathi Diamant:Kafkas letzte Liebe. Die Biografie von Dora Diamant

Peter Scholl-Latour:Der Fluch der bösen Tat

Gennady Gorelik:Andrej Sacharow

Schad Wolfgang (Hg.):Die Doppelnatur des Ich – Der übersinnliche Mensch und seine Nervenorganisation

Frauke Meyer-Gosau:Versuch, eine Heimat zu finden. Eine Reise zu Uwe Johnson

Hans Klaus Becker:Mysterium Wolke – ein Bild des Menschwerdens

Valentin Wember (Hg.):Willenserziehung, 60 pädagogische Angaben Rudolf Steiners