Heft 12, 2015

Schwerpunkt: Himmelsrichtungen

»Die westlichen Mysterien, so Steiner, sind Mysterien der Tiefe. Das zeigt sich auch in der tiefen spirituellen Naturverbundenheit der Kelten und anderer nordischer Völker. Es ging darum, sich der Erde liebevoll zuzuwenden, sie zu pflegen. Das hatte etwas mit Heilung zu tun. Der Druidenkultus war eine Art Mysterienmedizin. Mensch und Erde wurden dabei als heilig und vereinigt erlebt. Ihre Verbundenheit mit der irdischen Natur konnten die Kelten mit dem Christlichen verbinden. So ging von den hibernischen Mysterien ein kosmisches Christentum aus, in dem Christus in den Elementen erkannt wurde.«

- Renatus Derbidge -
Inhalt

Editorial:

Die neue Redaktion stellt sich vor:

Stephan Eisenhut

Zu diesem Heft

Wechsel des Herausgebers

In eigener Sache

Über das Zuwenden

Ein wirtschaftlicher Ausblick auf die Drei

Der Iona-Impuls

Rudolf Steiner und die westlichen Mysterien

Rudolf Steiners Auseinandersetzung mit den westlichen Mysterien begann erst spät und wurde wesentlich durch seine Aufenthalte in Großbritannien 1922-24 inspiriert. Der folgende Beitrag zeichnet diese Begegnung nach und... [mehr]

Rudolf Steiners Auseinandersetzung mit den westlichen Mysterien begann erst spät und wurde wesentlich durch seine Aufenthalte in Großbritannien 1922-24 inspiriert. Der folgende Beitrag zeichnet diese Begegnung nach und zeigt Wege auf, die sich von dort in eine zukünftige, christliche Naturwissenschaft öffnen.

Ein Weg zum Licht

Michael Tschechows ›Hamlet‹-Inszenierung

Es ist bekannt, dass Michael Tschechows Schauspielmethode von Rudolf Steiner und der Anthroposophie inspiriert wurde. Weniger bekannt ist, welche Rolle Tschechows Auseinandersetzung mit den politischen Umwälzungen seiner... [mehr]

Es ist bekannt, dass Michael Tschechows Schauspielmethode von Rudolf Steiner und der Anthroposophie inspiriert wurde. Weniger bekannt ist, welche Rolle Tschechows Auseinandersetzung mit den politischen Umwälzungen seiner russischen Heimat sowie dem orthodoxen Christentum dabei gespielt hat. So versuchte Tschechow mit seiner ›Hamlet‹- Inszenierung aus dem Jahre 1924 ganz bewusst, den Christus-Impuls in der damaligen Sowjetunion auf der Bühne erlebbar zu machen. Der folgende Beitrag schildert Hintergründe und Entstehung dieser epochalen Inszenierung.

Notizen aus Kairo

Fünf Jahre nach dem »Arabischen Frühling«

Im Oktober 2015 begannen die mehrfach verschobenen Wahlen zum ägyptischen Parlament. Spiegelt sich der historische Augenblick des Aufbegehrens in ihren Ergebnissen wider? Ist die Erkenntnisklarheit von 2011 vier Jahre später... [mehr]

Im Oktober 2015 begannen die mehrfach verschobenen Wahlen zum ägyptischen Parlament. Spiegelt sich der historische Augenblick des Aufbegehrens in ihren Ergebnissen wider? Ist die Erkenntnisklarheit von 2011 vier Jahre später in wirkmächtiges Handeln transformiert worden, das neue, zukunftsweisende Pfade einleitet? Obgleich die endgültigen Resultate erst im Dezember vorliegen werden, ist die Zusammensetzung der künftigen Legislative in ihren Grundzügen bereits absehbar: Nationale Kräfte dominieren, Islamisten, Revolutionäre und Linke sind fast gänzlich verschwunden. Die gegenwärtige Regierung braucht das Parlament, das ihr per Verfassung als Korrektiv gegenübergestellt ist, nicht zu fürchten. Der folgende Überblick über die wesentlichen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre versucht, die Ursachen der Wahlergebnisse zu beleuchten.

Interview:

Verlust der Heimat, Tod von Familienmitgliedern und Situationen großer Angst…

Ruth Renée Reif im Gespräch mit Jenny Erpenbeck »

»Über das sprechen, was Zeit eigentlich ist, kann er wahrscheinlich am besten mit denen, die aus ihr herausgefallen sind« denkt der emeritierte Altphilologe in Jenny Erpenbecks neuem Roman Gehen, ging, gegangen (Albrecht... [mehr]

»Über das sprechen, was Zeit eigentlich ist, kann er wahrscheinlich am besten mit denen, die aus ihr herausgefallen sind« denkt der emeritierte Altphilologe in Jenny Erpenbecks neuem Roman Gehen, ging, gegangen (Albrecht Knaus Verlag, München 2015). Zwei Welten treffen darin aufeinander: Europa, die alte Welt, und Afrika, vertreten von mittellosen jungen Männern. Vor dem Roten Rathaus in Berlin begegnen sie einander zum ersten Mal. Der Professor sieht eine Demonstration von zehn schwarzhäutigen jungen Männern. Sie sagen nicht, wer sie sind. »Sie sind einfach da.« Sie wollen bleiben, und sie wollen Arbeit. Das Bild geht dem Professor nicht mehr aus dem Sinn. Abends im
Fernsehen erfährt er, dass es sich um Flüchtlinge handelt, die in einen Hungerstreik getreten sind. Er beschließt, die Männer zu befragen, nach ihrer Herkunft, ihrer Kindheit, ihren Vorstellungen und ihren Wünschen. Tag für Tag sucht er sie in ihren Unterkünften auf. Er wird Zeuge ihrer unwürdigen Unterbringung, ihres Hin- und Hergeschoben-Werdens und der Perspektivlosigkeit ihres Daseins. Und überdeutlich wird ihm bewusst, »dass er zu den wenigen Menschen auf dieser Welt gehört, die sich die Wirklichkeit, in der sie mitspielen wollen, aussuchen können«.

Feuilleton:

(Gegen-)Bilder des Schreckens

Die Liebe ist der Schlüssel, die Liebe zum Anderen

Navid Kermani, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2015

Theater der Mitmenschlichkeit

Lessings ›Nathan der Weise‹ in Potsdam und Goethes ›Faust‹ in Altenschlirf

Künstlerin und Pionierin

Ein Buch und eine Ausstellung erinnern an Sophie Stinde

Ein Zugvogel

Drei Bücher von und über Selma Lagerlöf

Franz Marc und der Krieg

Eine Biografie und ein Lesebuch

Ein neuer Blick auf Botticelli

Zur Ausstellung ›Botticelli-Renaissance‹ in Berlin

Das Geisteskind im Seelenschoß

Die ›Mystische Geburt‹ von Botticelli

Fundstück XXI: Schnee von gestern

Rudolf Steiner und die Reliquie

Kurz notiert:

Kurz notiert

Seite: 85

Buchbesprechungen:

Daniel Tyradellis (Hg.):Freundschaft. Das Buch

L’amour bleu

Steffen Hartmann und Anton Kimpfler:Geistesgegenwart und Schöpferkraft. Vom Menschen- Welt-Begegnen zum Zeitgeist im 21. Jahrhundert

Wozu meditieren?

Sarah Kirsch:Ænglisch

Sonnenfinger durch Wolkenlöcher

Susanne Schädlich:Herr Hübner und die sibirische Nachtigall

Aus dem Leben vertrieben – jäh

Ruth Ewertowski:Die Sache mit dem Apfel – Glück und Unglück des Sündenfalls

Freiheit, Schuld und Entwicklung