Gegen die »Entzauberung der Welt«

Zu Aaron French: ›Max Weber, Rudolf Steiner and Modern Western Esotericism‹

In unserer sich auf die Aufklärung berufenden Gesellschaft gelten Esoterik und Wissenschaft als strikte Gegensätze. Esoterik wird zwar im privaten Raum geduldet, doch die Öffentlichkeit beschäftigt sich nicht ernsthaft mit ihr, weil ihr der Ruch des »Irrationalen« anhaftet. Die Wissenschaft dagegen genießt von allen kulturellen Errungenschaften den höchsten Rang, weil sie »rational« argumentiert und »überprüfbar« ist. Wir leben in einer Kultur von »Experten«: Wenn Politiker oder die Medien Ratschläge brauchen, fragen sie keine Esoteriker um Rat, sondern Doktoren und Professoren mit einer ordentlichen akademischen Ausbildung. Deshalb leben wir im Westen, so der Religionswissenschaftler Aaron French, in einer Kultur »binärer Gegensätze«: Magie und Mythos werden streng von Vernunft und Ratio geschieden, und dazwischen soll es keine Vermittlungen oder gar Vermischungen geben. In seinem neuen Buch ›Max Weber, Rudolf Steiner and Modern Western Esotericism: A Transcultural Approach‹ stellt French jedoch die provokante Frage, ob diese Trennungen in einer globalisierten Welt noch vernünftig sind.

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Erschienen in



die Drei 6, 2025

Heilige / Bücher