Vom Menschen zur Marke

Kultur- und bewusstseinsgeschichtliche Aspekte zur Trump-Ära

Kann man aus der Geschichte lernen? Derzeit mag man es im Blick auf die USA sehnlichst hoffen, aber zu einem erfolgreichen Lernprozess gehört zunächst eine tiefergehende Analyse dessen, aus dem man zu lernen beabsichtigt. Aus der Geschichte zu lernen bedeutet daher mehr, als nur die Schäden zu begleichen und alles zu tun, damit es wieder so sei wie zuvor oder dass »so etwas nie wieder passiert«. Es heißt, aus Erkenntnis das Nötige zu tun, damit »dies« nach erfolgreich umgesetztem Lernprozess nicht wieder passieren kann. Auch für diejenigen etwa, die nicht  selbst unter der Herrschaft des Nazi-Regimes gelitten haben und auch nicht zu den nachfolgenden Generationen von Deutschen gehören, kann es von Bedeutung sein, sich über die Bedingungen und Ursachen aufzuklären, die zu diesem geschichtlichen Phänomen geführt haben. Insofern soll dieser Beitrag auch nicht etwa die deutschen »Besserwisser« (tatsächlich ein Lehnwort im Norwegischen) bedienen, wenn an dieser Stelle versucht wird, die kultur- und bewusstseinsgeschichtlichen Faktoren zu erschließen, die zu einem derart bedeutsamen geschichtlichen Phänomen wie dem der letzten Präsidentschaft der USA geführt haben. Denn eine gewichtige Frage, die mit der Erwägung dieser Aspekte einhergeht, ist natürlich die, ob so etwas »auch bei uns« geschehen könnte – oder sogar bereits geschieht. Um eine Kultur in ihrer Eigenart zu verstehen, nicht nur, was die Mentalität ihrer Bewohner betrifft oder ihre Gewohnheiten, Intentionen und Werte, sondern in dem, was bis in politische und geopolitische Entscheidungen reicht, ist ein Blick auf deren natürliche und gesellschaftliche Lebenswelt unumgänglich. So handelt es sich bei den USA nicht einfach um ein Land, sondern um einen Staatenbund von Kontinentalgröße. Zwischen Polarkreis und Karibik erstreckt sich eine riesige Landfläche, welche an die beiden größten Ozeane der Erde grenzt. Bei einem Lebensgefühl, in dem für irgendein anderes Land der Erde kaum noch Platz übrig bleibt, überrascht es kaum, wenn Jugendliche in den USA nicht zwischen Austria und Australia, zwischen Britanny (Bretagne) und Britain unterscheiden können.  

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