Aus Rudolf Steiners Weimarer Zeit

Seine Freundschaft mit der Schriftstellerin Gabriele Reuter (1859–1941)

Die Arbeit begann im zweiten Stock des Weimarer Schlosses, wo die Archivare am Anfang saßen, mit Blick auf den Ilmpark, das Wehr und die Kegelbrücke und auf das im Bau befindliche Goethe- und Schiller-Archiv, das jenseits der lim am Altenberg hoch über Weimar entstand, einem Prachtbau, der das Schloss Trianon in Versailles zum Vorbild hatte.Die Großherzogin Sophie (1824-1897) hatte, nachdem Walther von Goethe als letzter Nachkomme am 15. April 1885 verstorben war, den schriftlichen Nachlass seines Großvaters Johann Wolfgang von Goethe in Empfang genommen. Nach der Anhörung des Notars sprach sie würdevoll: »Ich habe geerbt. Deutschland und die Welt sollen mit mir erben.«Am 28. Juni 1896 wurde das neue Goethe-und Schiller-Archiv eröffnet. Der 35-jährige Rudolf Steiner war an diesem Tag dabei. Die Festrede hielt der damalige Direktor Bernhard Suphan (1845-1911). Steiner war Suphan auch privat verbunden, der in der Altenburg an der Jenaer Straße lebte. Um dessen beiden Söhne kümmerte er sich oft, denn Suphan war schon zum zweiten Male verwitwet.

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