»Eine esoterische Erzählung vermag etwas zu bewirken, ohne dabei unfrei zu machen – das können wir schon aus Steiners Darstellung der Erzählhaltung ableiten. Dabei sind Fragen des Gelingens und damit der Performativität zunächst wichtiger als Wahrheitsfragen, weil letztere auf allgemeine Kriterien angewiesen sind, die vorab schon feststehen müssen und damit für Neues keinen Maßstab bilden können. Ob dagegen etwas gelingt, ist nicht unbedingt absehbar. Sowohl Begriffe wie mathematische Axiome sind zwar im Vorfeld der Esoterik ein wichtiges erzieherisches Mittel, aber ihre Geltung, so gab Steiner zu verstehen, verlieren sie im Kernbereich der Esoterik.«

- Ulrich Kaiser -

Heft 6, 2018

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