Annäherungen an Karl König
Der Arzt und Heilpädagoge Karl König war eine herausragende Figur des vergangenen Jahrhunderts und der anthroposophischen Bewegung. Lange Jahre war er auch ein Flüchtling in Europa. Zwei Neuerscheinungen zu Königs 50. Todestag geben Anlass, diese besondere Persönlichkeit neu ins Bewusstsein zu rücken.
Zwei neue Bücher von und über Albert Steffen
Es mag übertrieben sein, von Albert Steffen als einem Unbekannten innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu sprechen. Doch angesichts der Tatsache, dass Steffen nicht nur ein enger Mitarbeiter Rudolf Steiners war, sondern nach dessen Tod fast vierzig Jahre lang als Erster Vorsitzender die Anthroposophische Gesellschaft prägte, ist es eine höchst eigentümliche Tatsache, dass erst jetzt eine umfassende biografische Darstellung in Angriff genommen wird. Und auch sonst ist die Literatur dünn gesät. Seit 1984, als Steffens 100. Geburtstag mit mehreren Publikationen begangen wurde, sind ihm ganze drei Bücher gewidmet worden, von denen zwei sich mit den ›Kleinen Mythen‹ beschäftigen. Peter Selgs Studie: ›Albert Steffen – Begegnung mit Rudolf Steiner‹ (Dornach 2009) greift immerhin jenen Aspekt in Steffens Leben und Werk heraus, den dieser wohl auch selbst als zentral bezeichnet hätte.
Christoph Huecks Monografie ›Intuition - das Auge der Seele‹
»Ein richtig verfasstes anthroposophisches Buch«, so Rudolf Steiner 1924 in seiner Autobiografie ›Mein Lebensgang‹, »soll ein Aufwecker des Geistlebens im Leser sein, nicht eine Summe von Mitteilungen.« Diese Anforderung erfüllt in vollem Umfang Christoph Huecks Monografie über die ›Darstellung des intuitiven Erkennens im schriftlichen Werk Rudolf Steiners‹ – ein Buch, von dem man sich wünscht, es wäre fünfzig Jahre früher erschienen.
Zu SKA Bd. 6: ›Theosophie – Anthroposophie‹
Christian Clement bleibt seinem Fahrplan treu. Ende 2016 legte er Band 6 der kritischen Ausgabe von Rudolf Steiners Schriften vor, der die ›Theosophie‹ und das Fragment ›Anthroposophie‹ aus dem Jahre 1910 enthält, wie immer mit sauber dokumentierter Textentwicklung, einer 126-seitigen Einleitung und ca. 100 Seiten Stellenkommentaren. Ein Vorwort des schwedischen Esoterik-Forschers Egil Asprem eröffnet die Ausgabe.
Zu ›Freiheit und Schicksal‹ von Renatus Ziegler
Wer an eine Philosophie der Wiederverkörperung den Anspruch eines Gottesbeweises stellt, der wird mit ihr ebenso scheitern wie mit einem solchen. Wer allerdings darauf aus ist, nicht diese oder jene Wiederverkörperung zu beweisen, sondern aufzuzeigen, dass der Verkörperung Kräfte innewohnen, die auch eine Wiederverkörperung möglich erscheinen lassen, der ist auf ebenso fruchtbarem Weg wie jener, der nicht den Beweis Gottes anstrebt, sondern in der erschaffenen Welt Indizien der Schöpfungsfähigkeit aufspürt.
Zum Buch ›Auferstehung denken‹ von Matthias Remenyi
In die Drei 3/2016 findet sich eine ausführliche Besprechung des kurz vorher erschienenen dreibändigen Werkes ›Auferstehung. Die Auferstehung im Werk Rudolf Steiners‹ von Frank Linde. Wenige Monate später kam das Buch ›Auferstehung denken‹ von Mathias Remenyi heraus. Für die Leserschaft dieser Zeitschrift stehen sich damit ein anthroposophisches und ein theologisches Werk zum selben Thema gegenüber, letzteres als Teil einer ausgedehnten Fachliteratur. Beide Bücher sind dem Themenkreis »Eschatologie« zuzurechnen.
Chancen und Hemmnisse
Unter dem propädeutischen Motto: »Vorstudium der Geisteswissenschaft« beschäftigt sich ein Kreis Berliner Forscherinnen und Forscher seit über zwei Jahrzehnten mit der Frage, wie das heutige, an der Gegenstandswelt geschulte naturwissenschaftliche Bewusstsein in der Auseinandersetzung mit der Anthroposophie eine Steigerung und Fortbildung erfahren könnte, ohne dass wissenschaftsferne Verhaltensweisen – wie das Suchen nach religiöser Befriedigung auf Kosten des kritischen Erkenntnisstrebens, das politische Taktieren auf der Suche nach Mehrheiten und »Erfolg« oder das operationale Schielen nach Honorierung seitens der Vertreter des akademisch-universitären Mainstreams – diesen Anspruch überlagern oder sogar gänzlich zunichte machen. Die kürzlich erschienene Studie ›Zurüstungen‹ von Lutz Liesegang erwuchs aus der intimen Arbeit dieses Kreises, an der auch der Rezensent in bestimmten Abständen mitgewirkt hat. Im Folgenden sei dieses Buch ausführlicher besprochen, da es meiner Ansicht nach eine Reihe bedeutsamer Fragen im Hinblick auf das Selbstverständnis und die Zukunft einer Hochschule für Geisteswissenschaft (d.h. Anthroposophie) aufwirft.
Zum ›Kolloquium mit dem Herausgeber der Kritischen Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners‹ am 23. April im Rudolf Steiner Haus Stuttgart
Annäherung an ein Grundlagenwerk
Der Glaube an die leibliche Auferstehung Jesu Christi nach dem Tod am Kreuz ist der Ursprungsimpuls zur Entstehung des Christentums als heiliger Gemeinschaft. Der Auferstehungsglaube begründet sich aus den Erscheinungen des Auferstandenen vor einer Reihe von Zeugen und aus dem Aufleben der Auferstehungskraft in Einzelnen oder in Gruppen im Laufe der Geschichte, schließlich aus dem Überzeugungspotenzial der christlichen Philosophie und Theologie. Die Wirkung dieser Glaubensbestätigungen ist in neuerer Zeit stark zurückgegangen.
Was ist gegenwärtige Michael-Kultur?
Die Jahrestagung der Anthroposophischen Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen am 7. November 2015 in Bochum wurde durch zwei Beiträge eingeleitet. Barbara Schiller von ›stART international‹ berichtete aus der Perspektive der Notfallpädagogik sehr bewegend und lebendig von den Schicksalen und Problemen der Flüchtlinge, vor allem der verzweifelten Lage vieler Kinder. Demgegenüber sollte das hier folgende – für die Wiedergabe im Druck gekürzte und bearbeitete – Referat aus geisteswissenschaftlicher Sicht gedankliche Hilfen zum Verstehen und Einordnen der Ereignisse in größere Zusammenhänge geben.
Der ISIS-Terror und die göttliche Isis
Der Autor entwickelt im Zusammenhang mit dem Terror des ISIS eine Hypothese, die eine andere Sichtweise und ein anderes Verständnis dieses weltgeschichtlichen Rätsels des Terrors ermöglicht als die der Medienberichte. Er wendet sich dabei an die Aktivität der Leserinnen und Leser, indem er mit Intervallen arbeitet. Die Überbrückung der nicht ausgesprochenen, aber im ganzen Duktus angesprochenen Zwischenräume ist somit der Gestaltung der Mitdenkenden anvertraut. Er sieht in den Menschen, die sich diesem »heiligen Krieg« weihen, Opfer und Täter zugleich. Die Projektion, die das verängstigte Bewusstsein auf die Täter richtet, kann sich durch die Arbeitshypothese aus der Umklammerung der Angst und des Nicht-Verstehens lösen und in ein Anteil nehmendes geistig getragenes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Welt verwandeln.
Gedanken und Fragen bei der Lektüre von Sergej O. Prokofieffs Buch Das Rätsel des Demetrius
Ein Forschungskolloquium in Stuttgart
Rudolf Steiners Schriften zur Erkenntnisschulung in der Kritischen Ausgabe
... Angesichts dieser Forschungsdesiderate ist es beeindruckend, wie viel Material Clement für seine Einleitung und den Stellenkommentar zusammengetragen hat. Man sieht Steiner förmlich an seinem Schreibtisch sitzen, vor sich die theosophischen Standardwerke, die er meistens noch nicht lange kennt und deren Einfluss deshalb in vielen Einzelheiten präzise nachzuweisen ist, hinter sich Platon und Aristoteles, Goethe und Schiller, Schelling und Fichte, mit denen Steiner aus dem Vollen schöpfen kann...
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Zum Buch »Rudolf Steiner. Seine Bedeutung für Wissenschaft und Leben heute«
Der Doppelstrom der Zeit und die Causa finalis bei Aristoteles
Antwort auf Eva-Maria Begeer-Klare
Causa efficiens und Wille zum Dasein
Dieser Beitrag zur Debatte um das Buch Evolution im Doppelstrom der Zeit von Christoph Hueck (vgl. auch die Drei 5,6,11/2013 und 1/2014) leuchtet die vier Ursachen des Aristoteles und ihre möglichen Beziehungen zu den Bereichen Erkenntnis, menschlicher Organismus und Schicksal weiter aus. Im Vorfeld wurde von Martin Basfeld die Frage aufgeworfen, inwieweit sich das darauf bezugnehmende sogenannte »Zeitkreuz« Rudolf Steiners (vgl. Psychosophie (GA 115)) auf die Evolution von Mensch und Natur übertragen lässt.
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am Beispiel der Eurythmie
Im Artikel Steiners Denkweg und die Fähigkeiten des Fühlens (die Drei 2/2014) schreibt Ralf Matti Jäger über die Bedeutung des Fühlens für den künstlerisch arbeitenden Menschen. Er erlebt den Schulungsweg Rudolf Steiners als vorwiegend im konzentrierenden Denken gründet und sieht das künstlerische Schaffen mehr mit einem Weg verbunden, den er inspirativ nennt. Allerdings verwendet er den Begriff, anders als Steiner, in einem herkömmlichen Sinne. Damit wird dem künstlerischen Prozess aber die Möglichkeit abgesprochen, dass er vollbewusst durchlebt werden kann. Aus meiner Erfahrung als Eurythmistin möchte ich dem eine andere Gewichtung der Seelenfähigkeiten und ihrer Schulung sowie der Bedeutung einer solchen Schulung für eine künstlerische Tätigkeit entgegenstellen.
Versuch einer Antwort auf Martin Basfeld
Antwort auf Martin Basfelds kritische Anmerkungen zu meinem Buch Evolution im Doppelstrom der Zeit in die Drei 11/2013