Artikel von Iris Hennigfeld
Über den »Lichtseelenatem« als Pendelschlag zwischen Wahrnehmen und Denken und eine Tagung in Stuttgart
Was ist Meditation? Herbert Witzenmann arbeitete in einer gleichnamigen Schrift die zwei »Grundformen« aller modernen, auf die menschliche Freiheit und Entwicklung der Individualität gegründeten Meditation (im Vergleich zu den östlichen Meditationsformen) heraus und kennzeichnete diese wie folgt: »Denn Meditation kann einerseits nichts anderes sein als das Erlangen der Einsicht, wie sich die geistige Welt mit der Sinnenwelt verbindet, – andererseits das Erlangen der Einsicht, wie wir uns selbst mit der geistigen Welt, wie wir diese mit uns verbinden.« Diese zeitgemäße Form der Meditation könne prinzipiell an jedem Gegenstand, in der Natur, aber auch ausgehend von geeigneten Kunstwerken oder Sinnbildern durchgeführt werden. Eine Hauptmethode der Meditation sei dabei – so Witzenmann mit Referenz auf Rudolf Steiners ›Philosophie der Freiheit‹ – »die Beobachtung der Wirklichkeitsentstehung durch unsere geistige Aktivität«
Zu Rudolf Steiner: ›Intellektuelle Biographien‹ (SKA 3)
Band 3 der Kritischen Ausgabe von Rudolf Steiners Schriften (SKA) mit dem Titel ›Intellektuelle Biographien‹ präsentiert drei frühe Texte des Autors: ›Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit‹ (1895), ›Goethes Weltanschauung‹ (1897) sowie ›Haeckel und seine Gegner‹ (1900). Der Band erschien 2019 zum 270. Geburtstag Goethes. Im selben Jahr beging man den 175. Geburtstag Friedrich Nietzsches und den 100. Todestag Ernst Haeckels.
Zu Rudolf Steiner: ›Frühe Schriften zur Goethe-Deutung‹, Kritische Ausgabe Band 1 (SKA1)
Mit dem ersten Band der Kritischen Ausgabe von Rudolf Steiners Schriften (SKA 1) legt Christian Clement einen zentralen Baustein zur kritischen Erschließung von Rudolf Steiners Werk vor. Besonderes Augenmerk verdient diese Edition vor dem Hintergrund, dass nicht zuletzt im 100. Todesjahr Rudolf Steiners am 26. Juni erstmals am Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar eine öffentliche Tagung stattfand, die sich umfassend seiner Herausgeberschaft in Weimar widmete.
Der Band versammelt zwei grundlegende Texte aus Steiners früher Schaffensphase: die ›Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller‹ (1886) sowie die ‹Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften‹ (1884–1897), die Steiner für Joseph Kürschners Ausgabe in der Reihe ›Deutsche National-Litteratur‹ verfasste.