Artikel von Ingeburg Schwibbe
Zur Ausstellung: ›Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst‹ im Museum Barberini Potsdam
Am 23. Oktober 2025 fand die wie immer gut besuchte Pressekonferenz des Museums Barberini in Potsdam zur demnächst eröffneten Ausstellung statt. Als generell sehr anziehendes Thema lockte das die Phantasie beflügelnde Einhorn bzw. eine auf die Ikonografie des mythischen Tieres ausgerichtete Ausstellung, die seiner Darstellung in der Kunst über einen Zeitraum von 4.000 Jahren folgt. Ein spannendes, mit Neugier erwartetes Unterfangen. Die Projektvorstellung fand im großen Saal des zweiten Obergeschosses statt, mit Blick auf die prächtige Nikolaikirche und ihre dominante Kuppel, die sich in der regennassen Pflasterung widerspiegelte. Zur anderen Seite bilden zwei Flügel des Hauses einen offenen Hof mit Wolfgang Mattheuers monumentaler Skulptur ›Der Jahrhundertschritt‹. Begrenzung des Ganzen: ein umgrünter Havelkanal namens Alte Fahrt. Kultur, wohin man schaut. Gute Stimmung unter den Journalisten, auf die eine der immer interessanten Kuratorenführungen wartete. Am Ende des Rundganges gab es lang anhaltende Standing Ovations für die fesselnde, sehr kenntnisreiche Führung des Kurators der Ausstellung und Chefkurators des Potsdamer Museums Michael Philipp, die in der Musik zweifelsfrei eine Zugabe ausgelöst hätte.
Zu den Ausstellungen: ›Kosmos Blauer Reiter. Von Kandinsky bis Campendonk‹ im Berliner Kupferstichkabinett und ›Kosmos Kandinsky. Geometrische Abstraktion im 20. Jahrhundert im Museum Barberini Potsdam
Etwas Besonderes bietet das Berliner Kupferstichkabinett auf dem Kulturforum: Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Sammlung wird der eigene Bestand an Arbeiten des ›Blauen Reiters‹ Thema einer Ausstellung: ›Kosmos Blauer Reiter. Von Kandinsky bis Campendonk‹. Geprägt von vielfältigen Handschriften und künstlerischen Auffassungen, umfasst sie als Kern den Zeitraum von der Gründung des dem Expressionismus zugeordneten ›Blauen Reiters‹ durch Wassily Kandinsky (1866–1944) und Franz Marc (1880–1916) im Jahre 1911 bis zur Auflösung durch den Beginn des Ersten Weltkrieges 1914. Kandinsky musste als feindlicher Ausländer Deutschland verlassen. Franz Marc fiel 1916 als Soldat an der Front.
Zur Ausstellung ›Rendezvous der Träume. Surrealismus und deutsche Romantik‹ in der Hamburger Kunsthalle
In der Hamburger Kunsthalle ist noch bis zum 12. Oktober 2025 die Ausstellung ›Rendezvous der Träume. Surrealismus und deutsche Romantik‹ zu sehen, entstanden in Zusammenarbeit mit dem ›Centre Pompidou – Musée national d’Art Moderne‹ in Paris, das über 30 hervorragende Leihgaben zur Verfügung stellte. Mit insgesamt rund 300 Exponaten von über 80 Leihgebern auf 2000 qm Ausstellungsflächezeigt Hamburg eine zahlenmäßig große und künstlerisch exquisite Schau mit vielen emblematischen – oder wie man heute sagt: »ikonischen« – Kunstwerken. Anlass ist das 100-jährige Jubiläum der Veröffentlichung des von André Breton formulierten ›Surrealistischen Manifestes‹ am 15. Oktober 1924.
Zum 500. Todestag Friedrichs III des Weisen (* 17. Januar 1463 in Torgau Schloss; † 5. Mai 1525 in Annaburg)
Er wurde geboren zu einer Zeit, als das Mittelalter allmählich zu Ende ging. In seinem Wesen war er in vielem noch ein mittelalterlicher Mensch. Er beschützte die Reformation Martin Luthers und reifte an ihr zu einem modernen Menschen. Ihn prägten sein hoch entwickeltes Verantwortungsgefühl, intensive Frömmigkeit und sein Suchen nach Wahrheit. Friedrich III. wurde am 17. Januar 1463 auf Schloss Hartenfels in Torgau als ältester Sohn des Kurfürsten Ernst von Sachsen (1441–1486) und seiner Ehefrau Elisabeth (1443–1484), einer bayerischen Herzogstochter, geboren. Sein Geburtstag fiel auf den Gedenktag des Heiligen Antonius. Dieser »Vater der Mönche« aus dem 3./4. Jahrhundert spielte in seiner Frömmigkeit eine große Rolle. Die Burg Hartenfels war seit Jahrhunderten im Besitz der Wettiner. Friedrichs Vorfahren waren teilweise römisch-deutsche Könige und Kaiser gewesen (Staufer, Habsburger, Welfen, Hohenzollern, pommersche Greifen…). Seines Platzes im europäischen Hochadel war er sich sehr bewusst.
Zur Ausstellung: ›Chagall‹ in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
In der Düsseldorfer Kunsthalle K 20 findet noch bis zum 20. August 2025 eine sehr schöne, mit vielen Hauptwerken bestückte Personalausstellung des weißrussisch-französischen Malers Marc Chagall statt (geb. 1887 in Witebsk, Russisches Kaiserreich, heute Weißrussland; gest. 1985 in Saint-Paul-de-Vence in Südfrankreich), eine Kooperation des Wiener Albertinum und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Unter dem lakonischen Titel ›Chagall‹ sind Arbeiten aller Schaffensperioden zu sehen, mit Schwerpunkt auf den frühen Jahren des Künstlers zwischen 1910 und 1923.