Artikel von Corinna Gleide
Zu einem Vortrag von Ilan Pappé über ›Die vergessenen Palästinenser‹
Das ›Friedensbündnis Heidelberg‹ sowie das ›Heidelberger Forum gegen Militarismus‹ und die ›AG SPD 60 plus‹ hatten zusammen Ilan Pappé, einen der renommiertesten Kritiker Israels, am 25. Mai 2025 zu einem Vortrag mit Buchvorstellung über ›Die vergessenen Palästinenser‹ eingeladen. Der angemietete Saal konnte dem großen Andrang nicht gerecht werden, wofür sich die Veranstalter vor dem Vortrag entschuldigten: Man habe sich bemüht, einen größeren Saal zu bekommen, aber angesichts des Referenten habe man bedauerlicherweise nur Absagen erhalten. Soweit ist es mit der Meinungsfreiheit in Deutschland gekommen, dass renommierteste Fachleute in dieser Art ausgegrenzt werden! Es wäre angemessen gewesen, wenn Ilan Pappé den Hilde-Domin-Saal in der Stadtbücherei oder einen Saal der Universität bekommen hätte! Ilan Pappé selbst kennt derartige Ausgrenzungen seit Jahrzehnten und steht ihnen völlig gelassen gegenüber.
Wege vom Feindbild Russland zur friedlichen Koexistenz
Der Furor, mit dem gegenwärtig in der Politik auf eine »Kriegstüchtigkeit« hingearbeitet wird, ist erschreckend. In dem Geschrei gehen die Stimmen derer, die über »Friedenstüchtigkeit« nachdenken, leicht unter. Aus diesem Grund soll hier von einer Veranstaltung berichtet werden die am 22. Juni dieses Jahres in Heidelberg stattgefunden hat. Vier Friedensinitiativen hatten gemeinsam zu einer Friedenskonferenz nach Heidelberg eingeladen: ›Pax Christi‹ im Diözesanverband Freiburg, der ›Erhard-Eppler-Kreis‹, das ›Friedensbündnis Heidelberg‹ und das ›Forum Friedensethik‹ in der Evangelischen Landeskirche Baden. Redner waren der Historiker Prof. Wolfram Wette und der ehemalige UN-Diplomat und gegenwärtig für das ›Bündnis Sahra Wagenknecht‹ im EU-Parlament sitzende Michael von der Schulenburg. Danach sprach noch kurz der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding. Insbesondere die Gedanken aus dem Vortrag von Wolfram Wette sollen hier dargestellt werden, da er viele historische Fakten vermittelt, die in dem etwa seit den 1950er-Jahren im Schulunterricht vermittelten Geschichtsbild nicht vorgesehen sind, aber ein anderes Verständnis der russischen Position ermöglichen könnten.