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Ein Denkzettel

Was in der Anthroposophischen Gesellschaft leider vorgeht (Forts.)

Es war ein starkes Symbol: Während die zur Frage der Mandatsverlängerung für Paul Mackay und Bodo von Plato abgegebenen Stimmen gezählt wurden, fand auf der diesjährigen Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen... [mehr]

Es war ein starkes Symbol: Während die zur Frage der Mandatsverlängerung für Paul Mackay und Bodo von Plato abgegebenen Stimmen gezählt wurden, fand auf der diesjährigen Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ein weiterer Wahlgang statt. Dieses Mal ging es um die offizielle Rehabilitation Ita Wegmans und Elisabeth Vreedes. Der entsprechende Antrag wurde nahezu einmütig verabschiedet. Kurz darauf wurde bekanntgegeben, dass Mackay und von Plato mit jeweils nur knapp über 40% Ja-Stimmen die Bestätigung verfehlt hatten. Hatte sich etwa die Geschichte wiederholt – und sei es nur, wie Marx einst höhnte, erst als Tragödie und dann als Farce?

Beinsa Duno und die bulgarische Schule

Zu Eva Kovacheva: ›Die Weiße Bruderschaft des Peter Danov‹

Mit der hier besprochenen Arbeit promovierte die bulgarische Autorin Eva Kovacheva 2010 an der Universität Marburg im Fachbereich Evangelische Theologie. Ihre Schrift ›Die Weiße Bruderschaft des Peter Danov‹ verdient... [mehr]

Mit der hier besprochenen Arbeit promovierte die bulgarische Autorin Eva Kovacheva 2010 an der Universität Marburg im Fachbereich Evangelische Theologie. Ihre Schrift ›Die Weiße Bruderschaft des Peter Danov‹ verdient Aufmerksamkeit nicht allein vor dem akademischen Forum. Insbesondere gibt es Bezüge zwischen dem Exponenten des Buches, Peter Danov, dessen spiritueller Name Beinsa Duno lautet, und Rudolf Steiner bzw. der anthroposophischen Bewegung. Kovacheva ist seit ihrer Schulzeit an einem deutschsprachigen Gymnasium mit der deutschen Kultur vertraut und seit ihrer Jugend interessiert an Esoterischem – Rosenkreuzertum, Theosophie und Anthroposophie.

›Stiftung Rosenkreuz‹, ›Lectorium Rosicrucianum‹ und anthroposophische Bewegung

Eine kurz gefasste, erste Orientierung

Seit etwa acht Jahren, also seit dem Jahr 2010, ist öffentlich wahrnehmbar, dass Anthroposophen bzw. Persönlichkeiten, die der Anthroposophie Rudolf Steiners nahe stehen, als Vortragende oder anderweitig aktiv Mitwirkende... [mehr]

Seit etwa acht Jahren, also seit dem Jahr 2010, ist öffentlich wahrnehmbar, dass Anthroposophen bzw. Persönlichkeiten, die der Anthroposophie Rudolf Steiners nahe stehen, als Vortragende oder anderweitig aktiv Mitwirkende im Rahmen von Veranstaltungen der ›Stiftung Rosenkreuz‹ auftreten. Zumeist geht es dabei um Themen von allgemein spirituellem Interesse, behandelt auf Tagungen und Symposien, bei denen die der Anthroposophie Nahestehenden mit Vertretern der ›Stiftung Rosenkreuz‹ zusammenwirken. Der Schreiber dieser Zeilen ist schon langjährig, auch publizistisch, engagiert auf dem Feld des inter-spirituellen Dialogs. Es ist für ihn dabei selbstverständlich, dass Formen solchen Dialogs vor allem dann aussichtsreich sind, wenn um die Ansichten des jeweils Anderen tatsächlich gewusst wird.

Gnostiker oder Rosenkreuzer?

Ein Blick auf Zwier Willem Leene

Es mag fraglich erscheinen, wozu in einer anthroposophisch ausgerichteten Zeitschrift wie die Drei ein Buch besprochen wird, das den Pionier einer Gruppierung vorstellt, die viele Jahrzehnte hindurch jede Berührung mit der... [mehr]

Es mag fraglich erscheinen, wozu in einer anthroposophisch ausgerichteten Zeitschrift wie die Drei ein Buch besprochen wird, das den Pionier einer Gruppierung vorstellt, die viele Jahrzehnte hindurch jede Berührung mit der anthroposophischen Bewegung mied: des ›Lectorium Rosicrucianum‹. – Der Rezensent sieht die Erfordernis dazu in Entwicklungen der letzten Jahre begründet, die als Versuch einer energischen Annäherung von dieser Seite an die anthroposophische Bewegung zu verstehen sind. Das Instrument, um diese Annäherung voranzubringen, ist die vielerorts agierende ›Stiftung Rosenkreuz‹, eine Vorhoforganisation des ›Lectorium‹, durch die Begegnungen mit Vertretern der Anthroposophie gesucht werden. Und so enthält denn auch das hier zu besprechende Buch zahlreiche Verweise auf Rudolf Steiner und die Anthroposophie.

Verlorene Ideale, verstummte Gespräche

Zum Thema ›Anthroposophie und »offizielle« Wissenschaft‹

Angeregt durch das Gespräch von Claudius Weise und Marcelo da Veiga über die zweite Phase der Alanus Hochschule in die Drei 10/2017, habe ich mir folgendes Ereignis aus der ersten Phase der Hochschule in Erinnerung gerufen.... [mehr]

Angeregt durch das Gespräch von Claudius Weise und Marcelo da Veiga über die zweite Phase der Alanus Hochschule in die Drei 10/2017, habe ich mir folgendes Ereignis aus der ersten Phase der Hochschule in Erinnerung gerufen. Es handelt sich um die dritte Tagung einer Internationalen anthroposophischen Arbeitsgruppe für Bildung und Ausbildung. Vorausgegangen waren zwei Tagungen an anderen anthroposophischen Ausbildungsstätten in Driebergen/Holland und in Witten-Annen. Diese dritte Tagung im Jahre 1983 beschäftigte sich mit dem Motiv der Urteilsbildung in verschiedenen Ausbildungen: Kunst, Kunstpädagogik und Eurythmie.

Quo vadis, Freie Hochschule für Geisteswissenschaft?

Zum Erscheinen einer dreibändigen Dokumentation zur Vorstandstätigkeit Herbert Witzenmanns – und zu einem verdrängten Kapitel der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft

Vorweg sei eine Anekdote wiedergegeben, welche die Persönlichkeit Herbert Witzenmanns (1905–1988) – dessen Wirken innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft die drei zu besprechenden Bände Reto Savoldellis gewidmet... [mehr]

Vorweg sei eine Anekdote wiedergegeben, welche die Persönlichkeit Herbert Witzenmanns (1905–1988) – dessen Wirken innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft die drei zu besprechenden Bände Reto Savoldellis gewidmet sind – schlagartig beleuchtet: Witzenmann, Fabrikant, Urheber patentierter Erfindungen, Ökonom, Dichter und Pianist, Erkenntniswissenschaftler, Autor zahlreicher Aufsätze und Bücher, Mitglied des Goetheanumvorstandes, wurde nach einem Vortrag von einer älteren Dame gefragt, warum denn seine Vorträge und Schriften »immer so anstrengend zu lesen« seien. Die überlieferte Antwort Witzenmanns dürfte die Zuhörerin überrascht haben: »Ja nun, dieser Eindruck mag deshalb auftreten, weil ich mich bemühe, meine Texte durch keine unverständliche Zeile zu unterbrechen.«

Die geistige Enthauptung Mitteleuropas

Zu ›Zwischen Himmel und Erde: Die Finanzkrise‹ von Jose Martinez

Es gibt Themen, die sind gefährlich. Zu den gefährlichsten Themen in Mitteleuropa gehören sicherlich das Schicksal des deutschen Volkes und die Wirksamkeit der westlich geprägten Finanzwelt. Wer sich in diesem Themenbereich... [mehr]

Es gibt Themen, die sind gefährlich. Zu den gefährlichsten Themen in Mitteleuropa gehören sicherlich das Schicksal des deutschen Volkes und die Wirksamkeit der westlich geprägten Finanzwelt. Wer sich in diesem Themenbereich mit kritischen Fragen bewegt, läuft Gefahr, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Dafür gibt es durchaus Gründe, denn zum einen stützen sich Ideologen aus dem rechten Spektrum zum Teil auf ähnliche Beobachtungen, die schon Rudolf Steiner am Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht hat, und zum andern gibt es im anthroposophischen Umfeld Menschen, die dazu neigen, geisteswissenschaftliche Beobachtungen und rechte Ideologie zu einer kruden, vitalistischen Welt- und Lebensauffassung zu verbinden. Das ruft Gegenreaktion hervor, die wiederum ebenso radikal ausfallen können wie das, was Claudius Weise in dieser Zeitschrift als »identitäre Anthroposophie« bezeichnet hat. So gibt es auch Vertreter einer Art »linksliberaler Anthroposophie« die auf ihrem Feldzug gegen die Vereinnahmung der Anthroposophie durch rechte Gesinnungen gleich alle zeitgeschichtlichen Aussagen Rudolf Steiners mitentsorgen wollen und jeden, der deren Sinn nachspürt, der rechtspopulistischen Hetze bezichtigen, dabei jedoch in der Plumpheit der Argumentation ihren rechten Antagonisten in nichts nachstehen. Das Buch ›Zwischen Himmel und Erde: Die Finanzkrise‹ dürfte diesen Wächtern einer »reinen Anthroposophie«, also einer Anthroposophie, die von allem gereinigt ist, was ihrem linksliberalen Weltbild widerspricht, genug Material für neue Feldzüge geben.

»Es hört doch jeder nur, was er versteht ...«

Zur Neuherausgabe von Rudolf Steiners »Volksseelenzyklus«

Größe und Bedeutung des Werkes Rudolf Steiners geben sich nicht allein in seinen Inhalten und Wirkungen zu erkennen, sondern zeigen sich auch an Werkindividualitäten mit besonderen Werkbiographien. Als herausragende Beispiele... [mehr]

Größe und Bedeutung des Werkes Rudolf Steiners geben sich nicht allein in seinen Inhalten und Wirkungen zu erkennen, sondern zeigen sich auch an Werkindividualitäten mit besonderen Werkbiographien. Als herausragende Beispiele können die ›Philosophie der Freiheit‹, die ›Theosophie‹ oder die ›Geheimwissenschaft‹ genannt werden, deren Publikations- und Rezeptionsgeschichte in gut dokumentierter Weise vorliegen. Aber auch einige Vortragsreihen, die vom Autor selbst überarbeitet wurden, tragen diesen besonderen Charakter.

Identitäre Anthroposophie

Was in der Anthroposophischen Bewegung leider vorgeht

Innerhalb der anthroposophischen Presse­landschaft nimmt das von der Initiative ›Entwicklungsrichtung Anthroposophie‹ herausge­gebene ›Ein Nachrichtenblatt‹ eine eigentüm­liche... [mehr]
Innerhalb der anthroposophischen Presse­landschaft nimmt das von der Initiative ›Entwicklungsrichtung Anthroposophie‹ herausge­gebene ›Ein Nachrichtenblatt‹ eine eigentüm­liche Stellung ein. Die als elektronische Datei verschickte Zeitschrift wurde 2011 ins Leben ge­rufen, nachdem die Herausgeber der Wochenschrift ›Das Goetheanum‹ verkündet hatten, dass die Nachrichten für Mitglieder – bekannt als: ›Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht‹ – nicht mehr als wöchentliche Beilage erscheinen, sondern in den öffentlichen Teil integriert werden sollten. Damit war nach Auffassung der Initiatoren eine spezifische Korrespondenz für Mitglieder, wie sie von Rudolf Steiner angeregt worden war, nicht mehr gegeben. Dass die Wochenschrift überwiegend von Mitgliedern gelesen wird und umgekehrt ›Ein Nachrichtenblatt‹ auch von Nichtmitgliedern bezogen werden kann, hielt die Initiatoren nicht davon ab, zu erklären: »Wir setzen mit der damit gekennzeichneten Veröffentlichungsform ›spezifisch für Mitglieder‹ [...] an einer Arbeitsrichtung an, welche durch eine offizielle Mitgliederbeilage – gemeint ist die wöchentliche, nun in die Wochenschrift hineinfusionierte – nicht mehr betreut wird. Es ist nicht möglich, etwas zu konkurrenzieren, was nicht existiert.« Führt man sich überdies vor Augen, dass alle deutschsprachigen Landesgesellschaften eigene Mitteilungsblätter herausgeben und regelmäßig ›Anthroposophie weltweit‹ als internationales Nachrichtenblatt für Mitglieder der Wochenschrift beiliegt, drängt sich der Eindruck auf, hier werde weniger eine Lücke gefüllt als Haar­spalterei betrieben.

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Templerimpulse und Templerindividualitäten

Offene Karmafragen in Vergangenheit und Gegenwart

Von 1307 bis 1314 währten die Prozesse gegen den Templerorden. Veranlasst durch den damaligen König von Frankreich, Philipp den Schönen, wurden die Templer... [mehr]
Von 1307 bis 1314 währten die Prozesse gegen den Templerorden. Veranlasst durch den damaligen König von Frankreich, Philipp den Schönen, wurden die Templer grausam gefoltert und hingerichtet. Am 18. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Ordens, Jacques de Molay, zusammen mit Geoffroy de Charney in Paris öffentlich verbrannt. Der Orden war schon 1312 auf dem Konzil von Vienne aufgehoben worden. Viele Rätsel ranken sich bis heute um die Impulse und die Ziele der Templer sowie ihre brutale Vernichtung. In den letzten Jahren erschienen verschiedene Werke und Aufsätze von anthroposophischen Autoren zu dieser Thematik, insbesondere auch karmische Betrachtungen zur Individualität Jacques de Molays. Bis heute bestehen jedoch eklatante Widersprüche in diesen Darstellungen, die bisher nicht weiter aufgeklärt und bearbeitet wurden. Man kann den Eindruck haben, dass 700 Jahre nach der Vernichtung des Templerordens die geistige Welt uns die Aufgabe gestellt hat, Licht in das Dunkel zu bringen, bis hin zu konkreten karmischen Erkenntnissen. Die Frage ist aber, ob da nicht zunächst eine Chance vertan wurde, da die sich widersprechenden Darstellungen bis heute weitgehend unvermittelt nebeneinander stehen, ja die beteiligten Autoren sich zum Teil nicht einmal aufeinander beziehen, sodass vielleicht mehr Verwirrung entstanden ist als wirkliche Klärung, und auch die geistige Welt ihre Tore zunächst wieder verschlossen hat.
 

Die »Evidenz der Lebenstatsachen«

Annäherungen an Karl König

Der Arzt und Heilpädagoge Karl König war eine herausragende Figur des vergangenen Jahrhunderts und der anthroposophischen Bewegung. Lange Jahre war er auch ein Flüchtling in Europa. Zwei Neuerscheinungen zu Königs 50.... [mehr]

Der Arzt und Heilpädagoge Karl König war eine herausragende Figur des vergangenen Jahrhunderts und der anthroposophischen Bewegung. Lange Jahre war er auch ein Flüchtling in Europa. Zwei Neuerscheinungen zu Königs 50. Todestag geben Anlass, diese besondere Persönlichkeit neu ins Bewusstsein zu rücken.

Der Dichter als Vorsitzender

Zwei neue Bücher von und über Albert Steffen

Es mag übertrieben sein, von Albert Steffen als einem Unbekannten innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu sprechen. Doch angesichts der Tatsache, dass Steffen nicht nur ein enger Mitarbeiter Rudolf Steiners war, sondern... [mehr]

Es mag übertrieben sein, von Albert Steffen als einem Unbekannten innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu sprechen. Doch angesichts der Tatsache, dass Steffen nicht nur ein enger Mitarbeiter Rudolf Steiners war, sondern nach dessen Tod fast vierzig Jahre lang als Erster Vorsitzender die Anthroposophische Gesellschaft prägte, ist es eine höchst eigentümliche Tatsache, dass erst jetzt eine umfassende biografische Darstellung in Angriff genommen wird. Und auch sonst ist die Literatur dünn gesät. Seit 1984, als Steffens 100. Geburtstag mit mehreren Publikationen begangen wurde, sind ihm ganze drei Bücher gewidmet worden, von denen zwei sich mit den ›Kleinen Mythen‹ beschäftigen. Peter Selgs Studie: ›Albert Steffen – Begegnung mit Rudolf Steiner‹ (Dornach 2009) greift immerhin jenen Aspekt in Steffens Leben und Werk heraus, den dieser wohl auch selbst als zentral bezeichnet hätte.