Artikel von Ute Hallaschka
Für die Kinder zur Weihnacht
Ich habe eben zum ersten Mal – bewusst und absichtlich – mit einer Künstlichen Intelligenz gesprochen. Das anschließende Beobachtungsergebnis meiner Seele hat mich in seiner Heftigkeit dann doch überrascht, obwohl es – so wie ich mich kenne – zu erwarten war. Ich fühle mich unglaublich entwürdigt und beleidigt. Natürlich habe ich nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen mit dem Untier palavert. Ja, das ist es: nicht Mensch noch Tier oder sonst ein Lebewesen, sondern eine untersinnliche Kreation, die sich in intelligenter Form präsentiert. Für mein kindliches Gemüt, das ich hüte wie ein Schaf, ist es so. Ich habe gar keinen Grund, mein Schafsgemüt zu schlachten oder zu schleifen, ich weide es einfach und lasse es leben. Als gottgegebene Mitgift, um die ich froh bin.
Eine der radikalsten Aussagen Rudolf Steiners, mit der er die Idee der Freiheit in seinem Werk ›Die Philosophie der Freiheit‹, beschreibt, lautet: »Der Freie lebt in dem Vertrauen darauf, daß der andere Freie mit ihm einer geistigen Welt angeh.rt und sich in seinen Intentionen mit ihm begegnen wird. Der Freie verlangt von seinen Mitmenschen keine Übereinstimmung, aber er erwartet sie, weil sie in der menschlichen Natur liegt.«
Zu William Shakespeare: ›Ein Sommernachtstraum‹ am Forum Theater Stuttgart
Seit ich wusste, im Stuttgarter Forumtheater läuft der ›Sommernachtstraum‹, quälte sich meine Seele. Oder besser: Zwei Seelen in der Brust quälten einander. Die eine hatte einfach Lust hinzugehen: Wär das nicht schön, mal wieder ein klassisches Theaterstück zu sehen, das du seit 50 Jahren liebst und dazu in- und auswendig kennst? Eben, entgegnete die andere: Was soll’s? Das Bad in der Menge der Gefühle von vorgestern – was soll es anderes bedeuten als abzutauchen aus der aktuellen Weltlage? ›Ein Sommernachtstraum‹ – das hat uns doch wohl gerade wenig zu sagen!
Zum Film ›Like a Complete Unknown‹ von James Mangold
Diesem Film gelingt ein doppeltes Kunststück: ›Like a Complete Unknown‹ erzählt den Werdegang Bob Dylans in seinen frühen Jahren auf eine Weise, die zur zweifachen Zeitreise wird: vergegenwärtigte Vergangenheit, die sich inspirierend zukunftsoffen zeigt.