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Das sich selbst gehörende Unternehmen

Zur ›Eigentumskonferenz‹ am 30. und 31. Oktober 2018 im Berliner Allianz Forum

Es war schon ein starkes Stück, direkt gegenüber der Botschaft der USA am Brandenburger Tor in Berlin, eine »Eigentumskonferenz« abzuhalten. Ziel der Konferenz im Allianz Forum war es, Bewusstsein für ein zukunftsfähiges... [mehr]

Es war schon ein starkes Stück, direkt gegenüber der Botschaft der USA am Brandenburger Tor in Berlin, eine »Eigentumskonferenz« abzuhalten. Ziel der Konferenz im Allianz Forum war es, Bewusstsein für ein zukunftsfähiges Eigentumsverständnis für Unternehmungen zu schaffen und Unternehmern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie dieses Eigentumsverständnis auf der Grundlage des gegenwärtig geltenden Rechtes schon heute umgesetzt werden kann. Zugleich sollte aber auch grundlegend auf Erneuerungen im Eigentumsrecht hingewirkt und diesbezüglich Politiker angesprochen werden. Vom Standpunkt der Ökonomie wurde die Frage gestellt, wie sinnvoll es ist, Unternehmen wie ein Handelsgut zu kaufen oder zu verkaufen.

Der Stellvertreter

Zu ›Unheimliches Tal / Uncanny Valley‹ von ›Rimini Protokoll‹

Sie sind dramatische Zeitzeugen: Das Theaterkollektiv ›Rimini Protokoll‹ ist mit seinen Aktionen immer am Puls der Zeit und an gesellschaftlichen Wundrändern zugange. Die aktuelle Performance, eine Uraufführung in den... [mehr]

Sie sind dramatische Zeitzeugen: Das Theaterkollektiv ›Rimini Protokoll‹ ist mit seinen Aktionen immer am Puls der Zeit und an gesellschaftlichen Wundrändern zugange. Die aktuelle Performance, eine Uraufführung in den Münchner Kammerspielen, trifft thematisch wieder den kairós – den Augenblick, in dem Kunst der Realität begegnet. ›Unheimliches Tal / Uncanny Valley‹ heißt das Bühnenprogramm, in dem der einzige Darsteller durch einen Roboter vertreten wird. Zeitgleich wird weltweit die Sensation gefeiert, dass erstmals eine Maschine ein Bild »gemalt« hat. Dahinter steckt natürlich (noch) der Mensch, ebenfalls ein Künstlerkollektiv. Die französische Gruppe ›Obvious‹ hat den Algorithmus mit 15.000 Kopien klassischer Werke gefüttert – aus dieser Einspeisung wurde das Bild kreiert. Nun gilt es erstens als Original, und zweitens verfügt das selbstlernende Programm jetzt über die einverleibten Daten und könnte munter seine »Kreativität« weiterentwickeln. Werden wir also mit KI bald nicht mehr »künstliche«, sondern »künstlerische« Intelligenz meinen?

Bachs Evolution

Zu einer neuen Gesamtedition seines musikalischen Werkes

›Bach 333‹ – das sind 32 Labels, 222 CDs, 750 Interpreten und Ensembles, 280 Stunden Musik, zehn Stunden neue Aufnahmen, darunter sieben Ersteinspielungen, zwei Luxus-Hardcover-Bücher mit einer illustrierten neuen... [mehr]

›Bach 333‹ – das sind 32 Labels, 222 CDs, 750 Interpreten und Ensembles, 280 Stunden Musik, zehn Stunden neue Aufnahmen, darunter sieben Ersteinspielungen, zwei Luxus-Hardcover-Bücher mit einer illustrierten neuen Bach-Biografie von Dorothea Schröder sowie zehn neuen Essays von Bach-Wissenschaftlern und einer Beschreibung sämtlicher enthaltener Werke durch Nicholas Kenyon, die Vorabausgabe der dritten Auflage des BWV (Bachwerkverzeichnis) sowie sechs Programmbroschüren mit Tracklistings und sämtlichen Gesangstexten, herausgegeben von der Deutschen Grammophon.

David Nash: Verwandlung mit dem Holz

Eine Ausstellung in Bad Homburg

Holz. Behauenes Holz. Gehöhltes Holz. Eingeschnittenes Holz. Durchbrochenes Holz. Verkohltes Holz. In Bronze gegossenes Holz … Ort des Begegnung: Die Jakobshallen der Galerie Scheffel, mit der David Nash schon seit zwanzig... [mehr]

Holz. Behauenes Holz. Gehöhltes Holz. Eingeschnittenes Holz. Durchbrochenes Holz. Verkohltes Holz. In Bronze gegossenes Holz … Ort des Begegnung: Die Jakobshallen der Galerie Scheffel, mit der David Nash schon seit zwanzig Jahren zusammenarbeitet. Im großen, gewölbten, 300 Jahre alten Hauptraum – ursprünglich ein Kirchenraum, der die letzten 100 Jahre als Turnhalle genutzt wurde – entsteht durch die Anordnung der Werke eine regelrechte Installation.

Marienorte

Wie muss ein Ort beschaffen sein, an dem sich Himmel und Erde begegnen?

In der Adventszeit sind für viele Menschen im christlichen Kulturumfeld Verkündigungsbilder ein inneres und äußeres Motiv. Ist das überhaupt jahreszeitlich stimmig, frage ich mich laienhaft, wenn die Geburt Jesu so kurz... [mehr]

In der Adventszeit sind für viele Menschen im christlichen Kulturumfeld Verkündigungsbilder ein inneres und äußeres Motiv. Ist das überhaupt jahreszeitlich stimmig, frage ich mich laienhaft, wenn die Geburt Jesu so kurz danach stattfindet, oder sollte die Verkündigung nicht eher im Frühling liegen? Welche Bilder im weitesten Sinne bedeuten
oder zeigen Erwartung, nahende Ankunft? Gibt es hierzu – außer den bekannten mittelalterlichen und Renaissancegemälden – moderne, vielleicht sogar zeitgenössische Bilder?

Bilder eines Menschheitsfrühlings

Zur Ausstellung ›Florenz und seine Maler. Von Giotto bis Leonardo da Vinci‹ in der Alten Pinakothek in München

In der am meisten »italienischen« Stadt Deutschlands lässt sich gegenwartig eine Zeitreise zu den Ansätzen der Renaissance machen: Die Alte Pinakothek zeigt – in durch Verdunkelung und gedämpfte Beleuchtung zu Andachtsräumen... [mehr]

In der am meisten »italienischen« Stadt Deutschlands lässt sich gegenwartig eine Zeitreise zu den Ansätzen der Renaissance machen: Die Alte Pinakothek zeigt – in durch Verdunkelung und gedämpfte Beleuchtung zu Andachtsräumen mutierten Sälen – den Weg der Farb- und Themenentwicklung der florentinischen Malerei, welche von der kirchlichen Bindung aller Kunst in die mit dem Selbstbewusstsein des Einzelnen rechnenden frühen Neuzeit mündete. Exemplarisch für diesen Schwellengang steht innerhalb der reichen Fülle an Exponaten dominant eine Reihe von Porträts, sowohl plastische wie gemalte, aus denen uns das nüchterne Selbstbewusstsein in der typisch florentinischen Formvollendung entgegenblickt, umhaucht von der ganzen Frische eines Menschheitsfrühlings.

Borobudur

Auch ein Schulungsweg

Die Anfahrt war nicht romantisch. Eine Dreiviertelstunde saß ich bereits in dem schon am Morgen heißen Busbahnhof in einem Außenbereich von Yogyakarta neben der mir angewiesenen Busspur, während um mich herum uralte,... [mehr]

Die Anfahrt war nicht romantisch. Eine Dreiviertelstunde saß ich bereits in dem schon am Morgen heißen Busbahnhof in einem Außenbereich von Yogyakarta neben der mir angewiesenen Busspur, während um mich herum uralte, dumpfgrollende und schwarze Dieselrußwolken herausdröhnende Stadtbusse anund abfuhren. Kein Fahrplan, keine Busnummern, keine Übersichtspläne – nur das Vertrauen, dass mir hier jeder helfen würde, so gut er kann. Plötzlich hieß es, alles mit Händen und Füßen, heute würde gar kein Bus nach Borobudur fahren, ich solle doch ganz schnell den da hinten nehmen. Kaum hatte ich mein Gepäck die steilen Stufen hinauf gewuchtet, gab der Kondukteur mit einem Klicken seines Schlüssels gegen das Fensterglas dem Chauffeur das Zeichen, loszufahren.

Der Streitbare

Max Brod zum 50. Todestag

Oft ist davon berichtet worden, wie der Abend des 13. August 1912 bei der Familie Brod in der Prager Schalengasse für Franz Kafka verlaufen ist, zumal dieser es selbst notiert hat. Für Max Brod war der Abend wohl nicht... [mehr]

Oft ist davon berichtet worden, wie der Abend des 13. August 1912 bei der Familie Brod in der Prager Schalengasse für Franz Kafka verlaufen ist, zumal dieser es selbst notiert hat. Für Max Brod war der Abend wohl nicht so wichtig, aber immerhin war Felice Bauer aus Berlin die Cousine seines Schwagers Max Friedmann, und sie achtete ihn als einen schon berühmten Schriftsteller. Das tat ihm sicherlich gut. Als Kafka um neun Uhr abends erschien, hatte Brod vielleicht schon gebangt, ob dieser überhaupt käme, denn es ging ihm um die Ordnung von Texten für den Rowohlt Verlag. Insofern war Felice für Max eine Abhaltung von der Arbeit, und der Abend – mit Gespräch, Essen und auch noch Klavierspiel – eine Anstrengung, obwohl er tagsüber nur in »einfacher Frequenz« bei der Post arbeitete, um genug Zeit zum Schreiben zu haben. Dafür spricht auch, dass er nicht mitging, als sein Vater und Kafka Felice spätabends zu ihrem Hotel begleiteten.

Islamische Selbstkritik?

Zu Muhammad Sameer Murtaza: ›Schalom und Salam. Wider den islamisch verbrämten Antisemitismus‹

Bereits die vorangestellte »Widmung« weist das neue Buch von Muhammad Sameer Murtaza als ein klar bekenntnisgebundenes aus: Sie besteht aus der Basmala, der Anrufungsformel, mit der – bis auf die neunte – alle Suren... [mehr]

Bereits die vorangestellte »Widmung« weist das neue Buch von Muhammad Sameer Murtaza als ein klar bekenntnisgebundenes aus: Sie besteht aus der Basmala, der Anrufungsformel, mit der – bis auf die neunte – alle Suren des Korans beginnen. Dass Murtaza sein Buch als Muslim schreibt, findet außerdem im Text immer wieder Erwähnung (z.B. S. 12, 32, 89, 113, 130 und 131). Offenbar scheint es ihm wichtig zu sein, dass der Leser darüber in Kenntnis gesetzt ist. Vielleicht verspricht sich Murtaza dadurch mehr Respekt bei muslimischen Lesern. Die erste Irritation, die sein Buch auslöst, findet sich bereits im Untertitel: »islamisch verbrämt«. Lange, zu lange ist nicht klar, was Murtaza damit genau meint, da er diese Charakterisierung zunächst ohne weitere Erklärung verwendet (S. 47, 50, 70 und 77). Erst auf Seite 88 löst er dieses Rätsel auf. Man fragt sich, weshalb dies erst nach der Hälfte des Buches geschieht – kognitive Orientierung für den Leser sieht zumindest anders aus.

Meister des Manichäischen

Ein Gedenkbuch für Werner Sundermann

Im Folgenden möchte ich anthroposophisch orientierten Lesern eine Forscherpersönlichkeit näherbringen, die stärker als bisher ihre Aufmerksamkeit verdient: Werner Sundermann. Im anthroposophischen Umfeld wird dem Manichäismus... [mehr]

Im Folgenden möchte ich anthroposophisch orientierten Lesern eine Forscherpersönlichkeit näherbringen, die stärker als bisher ihre Aufmerksamkeit verdient: Werner Sundermann. Im anthroposophischen Umfeld wird dem Manichäismus von jeher viel Interesse entgegengebracht. Sundermann wiederum gilt unter Kennern als eine zentrale Gestalt der jungen Wissenschaft der Manichäologie.

Lebendes Licht

Zur Internationalen Jahreskonferenz ›Living Light – Licht wirkt‹ der Medizinischen Sektion am Goetheanum

Will man heute erleben, was die Anthroposophie zu sagen hat und bewirken kann, dann besuche man eine der großen internationalen Tagungen der verschiedenen Sektionen der Freien Hochschule am Goetheanum. Wie auch schon auf... [mehr]

Will man heute erleben, was die Anthroposophie zu sagen hat und bewirken kann, dann besuche man eine der großen internationalen Tagungen der verschiedenen Sektionen der Freien Hochschule am Goetheanum. Wie auch schon auf der Tagung der Eurythmisten und Sprachgestalter zu Ostern, wurde auf dieser Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion ganz deutlich, dass die Anthroposophie heute vor allem durch die Lebensfelder in der Welt wirksam ist. Etwa 800 Ärzte, Therapeuten, Pflegende und am Thema Interessierte aus etwa 30 Nationen hatten sich vom 13. bis 16. September 2018 am Goetheanum versammelt, um nach der Wärme, die im letzten Jahr Thema war, sich dem Licht und seinen Wirkungen zuzuwenden.

Anleitung zur Selbstführung

Zu Ulrich Meier (Hrsg.): ›Ethik des Anleitens‹

Ulrich Meier, der das Hamburger Priesterseminar der Christengemeinschaft leitet, hat ein Buch herausgegeben, das vom Anleiten handelt. Es versammelt vier Beiträge – von dem Organisationsberater Adriaan Bekman, dem Unternehmer... [mehr]

Ulrich Meier, der das Hamburger Priesterseminar der Christengemeinschaft leitet, hat ein Buch herausgegeben, das vom Anleiten handelt. Es versammelt vier Beiträge – von dem Organisationsberater Adriaan Bekman, dem Unternehmer Erich Colsman, der Prozessbegleiterin Jutta Hodapp und Meier selbst –, die das Ideal einer Führung von Menschen und Gemeinschaften verbindet, »das sich auf die Liebe zum Individuum und das Vertrauen in das Potential von Zusammenarbeit gründet«.